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Herkunft

... und Lebensweise

 

Herkunft

 

Rennmausarten gibt es viele (über hundert) und fast alle davon leben in Afrika und Asien. Alle Rennmausarten gehören zu den sog. Gerbilen. Das Wort Gerbil beschreibt kleine, springende Nagetiere und ist arabischen Ursprungs. Bei uns werden die Mongolischen Wüstenrennmäuse, von denen hier die Rede sein soll, auch oft unter dem Namen Gerbil in Zoohandlungen angeboten. Die Mongolische Wüstenrennmaus heißt zoologisch Meriones unguiculatus (Meriones = griech. für Krieger; unguiculatus = lat. für mit Krallen).

 

Der kriegerische Name trügt allerdings, denn in aller Regel sind Rennmäuse ausgesprochen friedlich und in all den Jahren hatten wir nie ein generell aggressives Tier. Nur wenn Rivalen in ihr Revier eindringen, wehren sich die Rennmäuse heftig aber in aller Regel gehen diese Kämpfe unblutig aus und das unterlegene Tier flieht. In der Käfighaltung kann es schon einmal zu blutigen Auseinandersetzungen kommen, vor allem wenn der Käfig für die darin lebenden Tiere zu klein ist (siehe auch „Haltung“).

 

Die Mongolische Wüstenrennmaus ist ein Steppentier und nicht etwa, wie ihr Name vermuten lassen könnte, ein Wüstenbewohner. In ihrer Heimat, der chinesisch-mongolischen Steppe bewohnt sie demnach auch die versteppten Randgebiete der Wüste und die weiten Steppengebiete vor allem nördlich und östlich der Wüste Gobi. Wüstenrennmäuse sind von der südlichen Mongolei (die Gegend um Dalandzadgad) bis in die Mandschurei (etwa bis zur Stadt Harbin) im Osten und den Nordosten Chinas (bis kurz vor Peking) verbreitet.

 

In ihrem Lebensraum ist es recht trocken und im Sommer sehr heiß. Im Winter wird es sehr kalt, bleibt aber ebenfalls relativ trocken. Regen fällt überwiegend nur in den Monaten des Monsuns im Frühjahr. Die Mäuse sind optimal an dieses Klima angepasst. Durch die große Temperaturspanne, die in ihrer Heimat herrscht, passen sich die Rennmäuse auch gut an unser Klima an und sind bei Käfighaltung lediglich vor extrem hoher Luftfeuchtigkeit und Zugluft zu schützen.

 

 

Lebensweise

 

Mongolische Wüstenrennmäuse leben in ihrer Heimat in Erdhöhlen, die durch ein weitverzweigtes Gangsystem miteinander verbunden sind. Diese Gänge können bis zu 4 Meter lang sein und sind immer nur gerade so dick, dass zwei sich begegnende Rennmäuse gerade so übereinander vorbeikommen. Jedes Gangsystem hat mehrere Ausgänge an die Oberfläche, Wohnhöhlen und Nisthöhlen. In der Käfighaltung sollte man den Tieren deshalb ebenfalls die Möglichkeit geben, ein Gangsystem anzulegen (mehr dazu unter „Haltung“).

 

Rennmäuse halten keinen Winterschlaf und sind auch im Winter immer für mehrere Stunden auf Futtersuche. Demnach lagern sie auch keine größeren Nahrungsreserven für den Winter ein, die Gangsysteme haben jedoch immer auch verbreiterte Gänge für kleinere Nahrungsreserven.

Das Nest wird gut ausgepolstert und im Winter kann die Temperatur im Nest bis zu 20° höher liegen als die Außentemperatur.

 

Wildlebende Wüstenrennmäuse leben im Familienverband, in der Regel ein Elternpaar mit zwei Generationen Nachkommen. Wird es im Gangsystem zu eng, wandern ältere Jungtiere aus und siedeln sich in der Nähe in einem eigenen Gangsystem an. Für die Käfighaltung heißt dies, dass man Rennmäuse niemals alleine halten kann: die Tiere brauchen die Nähe zu Artgenossen und leben im engen sozialen Verband.

 

Die Feinde der Mongolischen Wüstenrennmaus sind in ihrer Heimat sehr zahlreich und so werden die meisten Tiere in freier Wildbahn nicht sonderlich alt. Dafür sind sie umso fruchtbarer und vermehren sich fleißig. Je nach Wetterlage beginnt die Zeit der Vermehrung im Frühjahr so ab April und reicht bis in den September hinein. Da Rennmausweibchen einen Zyklus von etwa 4 Tagen haben, vermehren sie sich rasch. Nach einer Tragzeit von etwa 23-26 Tagen bringt das Weibchen zwischen 3 und 8 Junge zur Welt. Schon nach 6 Wochen sind die Jungen vollständig von der Mutter entwöhnt. Ist die Futterlage gut, so ist das Weibchen zu diesem Zeitpunkt bereits wieder trächtig... Auch die Jungtiere können bei guter Futterlage durchaus bereits im Jahr ihrer Geburt selbst Junge haben.

Diese überaus große Vermehrungsfreude sollte man als angehender Rennmausbesitzer nicht unterschätzen und die Gruppe dementsprechend zusammenstellen (s. „Anzahl“).

 

Die Aktivitätszeiten wildlebender Rennmäuse variieren je nach Jahreszeit. Während sie in den kalten Wintermonaten hauptsächlich in der warmen Mittagssonne auf Nahrungssuche gehen, verlegen sie in den heißen Sommermonaten ihre Aktivitäten auf die kühleren Morgen-, Abend- und Nachtzeiten. In der gemäßigten Übergangszeit hingegen zeigt sich ein unregelmäßiger Schlaf-/Wachrhythmus. Rennmäuse in Gefangenschaft haben keinen festen Tag-/Nachtrhythmus sondern Wach- und Schlafzeiten, die in einem zwei-vierstündigen Wechsel auftreten.

 

Rennmäuse haben einen recht abwechslungsreichen Speiseplan: neben verschiedenen Gräsern und Kräutern sammeln sie auch Samen und fressen Beeren und Früchte. Auch kleinere Insekten können durchaus zur Mahlzeit werden. In der Regel trinken die Rennmäuse in der freien Wildbahn nicht, sondern nehmen Wasser über die Pflanzen und Früchte und den Morgentau auf.

 

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