In
ihrem Lebensraum ist es recht trocken und im Sommer sehr heiß. Im
Winter wird es sehr kalt, bleibt aber ebenfalls relativ trocken. Regen fällt
überwiegend nur in den Monaten des Monsuns im Frühjahr. Die Mäuse
sind optimal an dieses Klima angepasst. Durch die große
Temperaturspanne, die in ihrer Heimat herrscht, passen sich die Rennmäuse
auch gut an unser Klima an und sind bei Käfighaltung lediglich vor
extrem hoher Luftfeuchtigkeit und Zugluft zu schützen.
Lebensweise
Mongolische
Wüstenrennmäuse leben in ihrer Heimat in Erdhöhlen, die durch ein
weitverzweigtes Gangsystem miteinander verbunden sind. Diese Gänge können
bis zu 4 Meter lang sein und sind immer nur gerade so dick, dass zwei
sich begegnende Rennmäuse gerade so übereinander vorbeikommen. Jedes
Gangsystem hat mehrere Ausgänge an die Oberfläche, Wohnhöhlen und
Nisthöhlen. In der Käfighaltung sollte man den Tieren deshalb
ebenfalls die Möglichkeit geben, ein Gangsystem anzulegen (mehr dazu
unter „Haltung“).
Rennmäuse halten keinen Winterschlaf und sind auch im Winter immer für
mehrere Stunden auf Futtersuche. Demnach lagern sie auch keine größeren
Nahrungsreserven für den Winter ein, die Gangsysteme haben jedoch immer
auch verbreiterte Gänge für kleinere Nahrungsreserven.
Das
Nest wird gut ausgepolstert und im Winter kann die Temperatur im Nest
bis zu 20° höher liegen als die Außentemperatur.
Wildlebende
Wüstenrennmäuse leben im Familienverband, in der Regel ein Elternpaar
mit zwei Generationen Nachkommen. Wird es im Gangsystem zu eng, wandern
ältere Jungtiere aus und siedeln sich in der Nähe in einem eigenen
Gangsystem an. Für die Käfighaltung heißt dies, dass man Rennmäuse
niemals alleine halten kann: die Tiere brauchen die Nähe zu Artgenossen
und leben im engen sozialen Verband.
Die
Feinde der Mongolischen Wüstenrennmaus sind in ihrer Heimat sehr
zahlreich und so werden die meisten Tiere in freier Wildbahn nicht
sonderlich alt. Dafür sind sie umso fruchtbarer und vermehren sich fleißig.
Je nach Wetterlage beginnt die Zeit der Vermehrung im Frühjahr so ab
April und reicht bis in den September hinein. Da Rennmausweibchen einen
Zyklus von etwa 4 Tagen haben, vermehren sie sich rasch. Nach einer
Tragzeit von etwa 23-26 Tagen bringt das Weibchen zwischen 3 und 8 Junge
zur Welt. Schon nach 6 Wochen sind die Jungen vollständig von der
Mutter entwöhnt. Ist die Futterlage gut, so ist das Weibchen zu diesem
Zeitpunkt bereits wieder trächtig... Auch die Jungtiere können bei
guter Futterlage durchaus bereits im Jahr ihrer Geburt selbst Junge
haben.
Diese
überaus große Vermehrungsfreude sollte man als angehender
Rennmausbesitzer nicht unterschätzen und die Gruppe dementsprechend
zusammenstellen (s. „Anzahl“).
Die
Aktivitätszeiten wildlebender Rennmäuse variieren je nach Jahreszeit.
Während sie in den kalten Wintermonaten hauptsächlich in der warmen
Mittagssonne auf Nahrungssuche gehen, verlegen sie in den heißen
Sommermonaten ihre Aktivitäten auf die kühleren Morgen-, Abend- und
Nachtzeiten. In der gemäßigten Übergangszeit hingegen zeigt sich ein
unregelmäßiger Schlaf-/Wachrhythmus. Rennmäuse in Gefangenschaft
haben keinen festen Tag-/Nachtrhythmus sondern Wach- und Schlafzeiten,
die in einem zwei-vierstündigen Wechsel auftreten.
Rennmäuse
haben einen recht abwechslungsreichen Speiseplan: neben verschiedenen Gräsern
und Kräutern sammeln sie auch Samen und fressen Beeren und Früchte.
Auch kleinere Insekten können durchaus zur Mahlzeit werden. In der
Regel trinken die Rennmäuse in der freien Wildbahn nicht, sondern
nehmen Wasser über die Pflanzen und Früchte und den Morgentau auf.