Auszug aus dem Bundesgesetzblatt, ausgegeben am 26. September 2001.
Artgerechte Haltung von Männern
Auf Grund des § 32 n Abs. 4 des
Artenschutzgesetzes BGBI Nr. 584/1973, in der Fassung des Bundesgesetzes
BGBI Nr. 430/1985, wird im Einvernehmen mit der Bundesministerin für
Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz verordnet:
Artikel 1
Allgemeine Bestimmungen
Sich einen Mann zu halten, ist bei weitem nicht mehr so problemlos wie
zu Großmutters Zeiten und es erhebt sich die Frage, ob sich die Haltung
eines Mannes überhaupt noch lohnt.
Ein brauchbares Exemplar sollte mindestens zwei der nachfolgend in § 1
genannten Vorraussetzungen erfüllen.
§ 1 Grundlegende Eigenschaften
Abs. 1 Er sollte nützlich sein (handwerkliche Fähigkeiten, fleißig im
Haushalt und im Bett gut zu gebrauchen)
Abs. 2 Er soll herzeigbar sein (d.h. sein Aussehen sollte kein Mitleid
erregen)
Abs. 3 Obige Punkte können außer Acht gelassen werden wenn § 2
zutrifft.
§ 2 Er ist reich!
Für diesen Fall gelten gänzlich andere, deutlich gelockerte
Bestimmungen. Greifen Sie bei einem solchen Exemplar zu: alles Weitere
regelt sich später! Achtung: Exemplare, auf die § 2 zutrifft sind
selten und somit schnell vergriffen.
§ 3 Anschaffung
Gehen Sie bei der Auswahl Ihres Männchens sorgfältig vor und lassen
Sie sich genügend Zeit, um sich von seinen tatsächlichen Fähigkeiten
zu überzeugen.
Bedenken Sie, dass das Männchen stets versucht, sich von seiner besten
Seite zu zeigen, danach aber häufig in sein altes Rollenverhalten zurückfällt.
Oft offenbaren sich versteckte und offensichtliche Mängel erst später.
In der letzten Zeit steigt die Zahl der ausgesetzten Männchen rapide
an. Viele Exemplare streunen orientierungslos herum oder suchen Zuflucht
bei anderen Frauen. Das Vorliegen der Vorraussetzungen gem. § 1 sollte
daher sorgfältig geprüft werden. Empfehlenswert ist die Anschaffung
eines bereits ausgebildeten Mannes (siehe auch § 5). So sind zum
Beispiel auf dem Second-Hand-Markt oftmals brauchbare Exemplare zu
finden. Sie zeichnen sich meist durch eine ausgezeichnete Ausbildung und
eine genügsame Lebensweise aus.
Aber Vorsicht vor mehrfach gebrauchten Exemplaren. Aufgrund der vielen
Pflegestellen neigen sie zu zeitweiligem Gedächtnisverlust und können
sich dann weder an ihr Heim noch an ihr Frauchen erinnern.
§ 4 Ernährung
Der Mann ist ein Allesfresser. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen sollte
man ihm neben dem Dosenfutter ab und zu frisches Gemüse oder Salat
vorsetzen. Alkohol sollte nicht grundsätzlich verboten werden, da er
ihn sich sonst zusammen mit anderen Artgenossen anderweitig beschafft. Für
Süßigkeiten gilt im wesentlichen das Gleiche. Vorsicht vor Überfütterung.
Bedenken Sie, dass ein fetter Mann schnell unbeweglich wird und damit im
Haushalt nicht mehr so leistungsfähig ist.
§ 5 Artgerechte Haltung
Was die Unterbringung angeht so ist der Mann relativ anspruchslos.
Im allgemeinen genügen ein Bett und ein Fernseher. Bei Vorhandensein
eines Computers kann eventuell auf den Fernseher verzichtet werden. Man
sollte ihn nicht den ganzen Tag einsperren, da er sonst depressiv wird,
das Essen verweigert und bald eingeht.
Für die allgemeine Beweglichkeit und eine regelmäßige
Sauerstoffzufuhr hat sich Gartenarbeit bestens bewährt. Außerdem
sollte man ihn möglichst einmal täglich ins Freie führen, damit er
etwas Auslauf hat. Denken Sie daran, ihn immer an der langen Leine zu
lassen
§ 6 Pflege
Sorgen Sie dafür, dass er sich mindestens einmal am Tag wäscht. Um
Verletzungen vorzubeugen, sollten die Nägel regelmäßig
nachgeschnitten werden. Ein gelegentlicher Haarschnitt ist ebenfalls zu
empfehlen. Tauschen Sie getragene Kleidung regelmäßig gegen neue aus.
§7 Männerkrankheiten
Der Mann im Allgemeinen neigt zu Übertreibungen. Eine Veranlagung
zum Hypochonder ist quasi angeboren. Bei Erkältung ist leichte Bettruhe
vollkommen ausreichend. Aufrichtiges Bedauern des Erkrankten kann den
Heilungsverlauf positiv beeinflussen.
Sollte tatsächlich eine ernste Erkrankung vorliegen, empfiehlt es sich,
einen Arzt hinzuzuziehen.
Manche Männchen neigen zu übermäßigem Haarausfall. Dies beeinträchtigt
ihre Leistungsfähigkeit meist nicht und ist daher unbedenklich.
§ 8 Ausbildung
Männer werden schnell handzahm, wenn man sie richtig behandelt. Das
Befolgen der wichtigsten Regeln wie "Fuß, Platz, kusch
und hol's" beherrschen die meisten bei regelmäßigem
Training und einer Belohnung durch Leckerli oder ein paar
Streicheleinheiten bereits nach wenigen Tagen.
Bei der Ausbildung ist es unerlässlich, die Schwiegermutter mit
einzubeziehen und klare Regeln für die Erziehung aufzustellen.
§ 9 Fortpflanzung
Männer sind das ganze Jahr über läufig und verhalten sich auch
dementsprechend.
Ein in diesem Zusammenhang geäußerter Kinderwunsch ist mit Vorsicht zu
genießen, da er oft nur als Mittel zum Zweck dient. Leihen Sie sich bei
Verwandten oder Bekannten ein paar Kinder aus. So können Sie seine Fähigkeiten
als Vater in Ruhe testen.