12.
Januar 2001 – Autogeschirr für Rex erstanden
Wir
haben heute beim Fressnapf ein Autogeschirr für Rexi erstanden. Der
Haltegurt war zwar schon ganz gut, führte aber dazu, dass Rexi immer
mit vollem Schwung ins Halsband gesprungen ist. Da Rex es nicht zu
begreifen scheint, dass das nichts bringt und er nicht raus springen
kann und ich mir so langsam Sorgen mache, dass er sich irgendwann noch
mal einen Halswirbel ausrenkt bei der Hampelei, musste eine andere Lösung
her. Das neu erstandene Geschirr ist eigentlich dafür gedacht, dass der
Hund auf der Rücksitzbank angeschnallt werden kann und hat noch mal
genau so einen Gurt dran, wie der, den wir schon haben. Das Geschirr
geht von einem Haken am Rücken einmal vorne am Hals und einmal unter
dem Bauch lang und hat ein gepolstertes Zwischenstück an der Brust. Das
Anziehen geht eigentlich ganz einfach und er hält den Hund etwas
schonender zurück.
Leider
führte das Geschirr dazu, dass sich Rexi noch mehr als ohnehin schon
heillos im Gurt verheddert hat. Nach einigem Rumprobieren haben wir
jetzt eine optisch zwar etwas seltsame aber sehr wirkungsvolle Lösung
gefunden: ich nutze jetzt beide Gurte aneinander geschnallt und führe
den so entstandenen längeren Gurt von der Sicherheitsgurtschnalle über
eine höher gelegene Öffnung im Hundegitter, so dass der Gurt von oben
kommt – sieht bekloppt aus, wenn kein Hund im Auto sitzt, ist aber die
optimale Lösung, weil er sich jetzt drehen und wenden kann wie er will,
ohne sich zu verheddern...
14.
Januar 2001 – Gemeinsamer Spaziergang
Endlich
hat uns auch mal wieder jemand von der gesamten Truppe angerufen und
gefragt, ob wir mit spazieren gehen. Klar, wenn wir unseren Hund
mitbringen dürfen... Es hatte eigentlich keiner was dagegen (zum Glück
nicht einmal Katrin), solange der Dicke einen Maulkorb trägt. Ohne
Maulkorb wäre es mir auch zu gefährlich und so haben wir uns um 15.00
Uhr bei Katrin getroffen. Spazieren gegangen sind wir schließlich von
Landhausen aus. Ich hatte Rexi zuerst an der normalen Leine und er fühlte
ich überhaupt nicht wohl. Er schaute ständig ängstlich nach hinten zu
der doch recht großen Anzahl an Leuten hinter ihm und wollte eigentlich
gerne viel mehr Abstand zwischen sich und die Spaziergänger bringen.
Als er sich nach einer Weile etwas an die Situation gewöhnt hatte,
durfte er mit der Flexi weiter vor laufen und war gleich deutlich glücklicher.
Einige Zeit lang hielt er aber dennoch großen Abstand zu den Leuten und
blickte sich ein paar Mal recht unsicher um. Dann gewann aber das
Interesse für den interessanten Wegrand die Oberhand und er lief auch
mal zurück und an den anderen vorbei. Alle haben sich bemüht, ihn gar
nicht anzuschauen und völlig zu ignorieren und so interessierte sich
Rexi auch nicht sonderlich für die Leute. Einige Male lief er kurz
interessiert auf jemanden zu und ich habe ihn so bis auf 1 Meter
rangehen lassen. Er war nicht aggressiv und sein Interesse erlahmte auch
recht schnell wieder. Vielleicht sollte ich ihn beim nächsten Mal auch
mal an jemandem schnuffeln lassen (Manne oder Oli sind ganz cool und
haben keine Angst, wenn er den Maulkorb auf hat... Bei den anderen weiß
ich nicht so recht – auch mit Maulkorb kann man sich ganz schön
erschrecken, wenn er plötzlich auf denjenigen zuschießt und pöbelt!
Nun, wir werden sehen...).
Das
Einsteigen ins Auto verlief zum ersten Mal ohne großes Trara: er wollte
zwar sofort reinspringen, ließ sich aber ohne größere
„Diskussion“ dazu „überreden“, erst abzusitzen und auf das Hopp
zu warten. Selbst die Rückfahrt ging die meiste Zeit ohne Gejammer und
Gejaule. Ich glaube, so langsam gewöhnt er sich an die Regeln und ans
Autofahren!
21.
Januar 2001 – Rex ist nicht fit
Unser
Dicker ist irgendwie nicht fit! Er hängt oft und lange recht apathisch
in seinem Korb rum, schläft viel und zeigt für nichts rechtes
Interesse. Selbst als Christian gekocht hat, hat er sich nicht aus dem
Korb bewegt, obwohl er sich das sonst nie entgehen läßt (immer in der
Hoffnung, er kriegt doch mal irgendwann was ab). Nachmittags sind wir
nach Eisborn gefahren, um mal in einer anderen Gegend spazieren zu
gehen. Rexi wollte zwar gerne mit, schaffte es aber kaum, die
Vorderpfoten ins Auto zu stellen, damit ich ihn reinheben kann. Auf dem
Spaziergang lief er zwar fröhlich voraus und jagte auch ein paar mal
dem Kordelknoten hinterher, aber er hatte relativ schnell genug und
machte einen erschöpften Eindruck. Hoffentlich wird uns der Dicke nicht
krank! Gehumpelt hat er nicht...
22.
Januar 2001 – Alles wieder o.k.
Was
immer es war, heute geht’s dem Dicken wieder gut! Er ist fit wie eh
und je und für jedes Spiel und jeden Spaziergang zu haben! Auch sein
Interesse für alles Fressbare ist wieder erwacht: als Christian heute
kochte, wich ihm der Dicke nicht von der Seite und beobachtete jeden
Arbeitsgang ganz genau! Die Mühe hat sich gelohnt: mehrere Stückchen
Paprika (die mag er ganz besonders gerne), etwas trockenes Brot und eine
Scheibe Schinken (welch ein Glück!) wechselten den Besitzer.
So
lange er sich immer wieder brav auf seine Decke schicken lässt, ist ja
auch nichts dagegen einzuwenden, dass er die Kocherei so sorgsam überwacht
und auch mal was abstaubt...
23.
Januar 2001 – Rexi humpelt wieder L
Seit
heute humpelt Rex wieder vorne rechts! Uns bleibt nichts anderes übrig,
als wieder Rimadyl zu geben. Ich hoffe sehr, dass das Wetter bald besser
wird und nicht mehr so nass ist. Dann wird sicherlich (hoffentlich!!!)
die Humpelei auch besser!
26.
Januar 2001 – Rex muss ins Gästezimmer!
Heute
feierte Christian nun endlich seinen Geburtstag nach. Da Rexi ja überhaupt
nicht gästetauglich ist, musste er den Abend im Gästezimmer
eingesperrt verbringen. Nach einem ausgiebigen Spaziergang am Nachmittag
war er auch entsprechend müde. Er bekam seinen Korb ins Gästezimmer
gestellt und einen riesigen Kauknochen. Allerdings dachte er gar nicht
dran, den Kauknochen zu bearbeiten (er war wohl etwas unglücklich und
irritiert darüber, dass er so lange eingesperrt sein musste), statt
dessen hat er dem Türkeil den Garaus gemacht – ein herber Verlust, da
gedrechselt, sehr schön und schon lange in Familienbesitz.
Christian
ist dann während des Abends zwischendurch noch einmal mit ihm auf eine
kleine Runde gegangen und da die Gäste auch nicht soooo lange geblieben
sind, hat der Dicke es ganz gut überstanden.
Geschlafen
hat er vor lauter Unglücklichsein wohl sehr wenig: er war so steinmüde,
als er endlich raus durfte, dass er während unserer gesamten Aufräumaktion
tief und fest gepennt hat und nichts mehr mitkriegte.
Eine
kleine Entschädigung hat er sich noch erbeutet: er war, endlich aus dem
Gästezimmer entlassen, so wieselflink in Christians Zimmer gesaust,
dass er sich aus der auf dem Couchtisch stehenden
Haribo-Coloradomischung bedienen konnte, bevor wir es gemerkt haben. Er
kaute zwar ziemlich hoch auf den Gummibärchen, war aber sichtlich
zufrieden mit seiner Beute! Sobald sein Korb wieder am gewohnten Platz
stand, legte er sich hinein und fing umgehend an, laut zu schnarchen. Während
wir mit allerlei Gläsern, Flaschen, Tüten und leckeren Dingen um ihn
herum turnten, schlief er tief und fest und kriegt noch nicht einmal
mit, dass wir ihn fotografiert haben. Zur Entschädigung für den Abend
im Gästezimmer wird er den Rest des Wochenendes auch kräftig mit
Spaziergängen und Streicheleinheiten in Hülle und Fülle verwöhnt!
28.
Januar 2001 – Wiegen!
Heute
haben wir – nachdem er so gut abgenommen hatte – nun endlich den
Hund einmal gewogen. Eigentlich wollte ich das machen:
1)
mich wiegen,
2)
Hund auf den Arm nehmen,
3)
uns beide wiegen
4)
Differenz errechnen
Guter
Plan! Er scheiterte an Punkt zwei! Also das Ganze noch mal, aber diesmal
nahm Christian die Sache in Angriff! Es ging ganz gut – Rex ist ja
(meistens!) so ein geduldiger Hund. Die Aktion wäre dann beinahe daran
gescheitert, dass ich mich vor lachen kaum noch auf den Beinen halten
konnte: der Hund hing wie ein nasser Sack mit absolut unglücklichem
Gesichtsausdruck in Christians Armen, Christian stöhnte und ächzte
unter der Last und lief puterrot an vor Anstrengung, fand die Waage
nicht, weil er dank des Hundes nichts mehr sehen konnte und schimpfte
wie ein Rohrspatz, weil ich erst noch ein Foto machen wollte, bevor ich
die Waage abzulesen gedachte...
Rexi
wiegt immer noch fast 40 kg und das, obwohl er schon so schön
abgenommen hat!!! Also weiter reduzierte Kost!
07.
Februar 2001 – Armer kranker Hund
Unser
armer Rex ist krank: er hat ganz fürchterlichen Durchfall!!! Nachdem er
die Gummibärchen so gut überstanden hatte, hat ihn nun ein Virus
erwischt. Futter ist erstmal gestrichen und vom Tierarzt haben wir jede
Menge Medikamente bekommen – darunter auch eine Paste (Canikur), mit
der wir ab morgen wieder vorsichtig anfüttern sollen. Zum Glück ist
unser Rex ein guter Fresser, so dass es nicht schwierig sein sollte, das
Zeugs in ihn hinein zu bekommen!
09.
Februar 2001 – Dem Dicken geht’s besser
Die
Medis haben ganz gut geholfen und unserm Dicken geht’s wieder richtig
gut! Große Erleichterung bei den Alphas!
16.
Februar 2001 – Resümee der ersten Wochen
Wir
haben unseren Rex jetzt genau 8 Wochen! Zeit für ein kleines Resümee:
1.
Hunde allgemein und unserer im Besonderen haaren ganz fürchterlich
und die Anschaffung eines neuen Staubsaugers mit mehr als 1400 Watt
scheint angebracht!
2.
Der Morgenspaziergang muss sein – auch wenn Herr und (!) Hund
in der Tür stehen und nicht raus wollen, weil es im Bettchen viel schöner
war...!
3.
Erfreulich: Rex hört im Haus super. Draußen auch – aber nur
wenn gerade nichts anderes anliegt! Wir arbeiten dran... Das Hier! ohne
Ablenkung klappt zuverlässig, bei mittlerer Ablenkung mäßig, bei
spannenden Dingen überhaupt nicht! Positiv: er läuft nie weg und
bleibt immer in der Nähe.
4.
Der neue Befehl Warten! klappt sehr gut! Das ist ungeheuer
praktisch, wenn man den schlammverkrusteten Hund vor der Tür parken
kann, bis man ihn einigermaßen sauber hat...
5.
Das Sitz! Bleib! und das Platz! Bleib! klappen schon besser –
endlich sind auch mal Fotos vom ganzen Hund möglich und nicht nur vom
Schnauzenabdruck auf dem Objektiv... Gut klappt es dank beharrlichen Übens
vor dem Futternapf.
6.
Es geht nicht ohne professionelle Hilfe, was seine Aggression
gegenüber Fremden angeht! Ich hoffe, wir kriegen das irgendwann in den
Griff, ich mache auf jeden Fall einen Termin beim Verhaltenstherapeuten.
7.
Der Befehl Langsam! verhindert mittlerweile, dass man bei Straßenglätte
an der Kurve vom Märchenwald auf dem Hintern landet, weil Rex es eilig
hat – sehr (!!!) wichtiger Fortschritt, nur die Nachbarn haben weniger
zu lachen...
8.
Die Liebe zum Hund verhindert nicht die Mordgedanken, die man
hegt, wenn der Hund die
letzten Lieblingskekse aus der Packung klaut, trotz Verbot mit
Schlammpfoten ins Haus stiefelt und man danach zum x-ten mal am Tag
wischen kann, einen trotz laut gebrüllten Langsam! von den Füßen
holt, sich nach dem Spaziergang im Auto so heftig schüttelt, dass der
Dreck bis ans Armaturenbrett fliegt, die Ohren auf Durchzug stellt,
obwohl man sich fast die Lunge aus dem Hals brüllt... sie verhindert
aber ihre Durchführung!
21.
Februar 2001 – Ein neuer Maulkorb
Da
der Drahtmaulkorb für die Wohnung nicht geeignet ist (er scheppert
damit überall dagegen, weil er nicht begreift, dass seine Schnauze nun
breiter und länger ist) und er den engen Nylonmaulkorb nicht gut haben
kann, haben wir wieder einmal einen Abstecher zum Fressnapf gemacht, um
nach einer anderen Lösung zu suchen. Ich hatte erst an einen
Ledermaulkorb gedacht aber da passte keiner auch nur annähernd. Jetzt
haben wir uns für einen zweiten Nylonmaulkorb entschieden aber diesmal
eine Nummer größer, so dass er etwas bequemer sitzt. Er kann damit das
Maul zumindest so weit öffnen, dass er schlecken und kleine Leckerchen
fressen kann. Dafür ist er natürlich nicht so hundertprozentig sicher
– man muss schon etwas auf die Finger aufpassen aber zupacken kann er
nicht. Rex trägt ihn mit Fassung und kratzt nicht dran rum. Ich denke,
es ist ein ganz fairer Kompromiss...!
Bei
der Gelegenheit haben wir auch noch neue Kauknochen gekauft und den
Vorrat an Schweineohren aufgefüllt.
22.
Februar 2001 – erster Versuch mit Maulkorb
Es
liegt wieder einmal richtig Schnee, so etwa 15 Zentimeter hoch! Rex und
ich haben heute morgen schon den Samstag genutzt und einen ausführlichen
Morgenspaziergang über die Felder gemacht. Nachmittags sind wir dann im
Panzerübungsgelände noch eine große Runde gegangen. Dort ist zwar am
Wochenende und bei so gutem Wetter immer unheimlich viel los – viele
Hundebesitzer aber auch Familien mit Kinder etc. – aber wenn man den
großen Weg außen herum nimmt, begegnet man eigentlich fast niemandem
mehr. Rex konnte die meiste Zeit ohne Leine laufen und wir mussten nur
selten anderen Hundebesitzern ausweichen oder den Dicken festhalten,
wenn doch mal jemand vorbei kam. Der Spaziergang hat bei dem Schnee und
dem tollen sonnigen Wetter richtig Spaß gemacht!
Christian
hat Rex einen neuen Spielknochen mitgebracht: endlich haben wir einen
guten Ersatz für den alten, der schon bald auseinander fällt!
Abends
kam Oli noch kurz vorbei, um sein neues Auto zu zeigen. Rex hatte zum Glück
gerade seinen Kauknochen aufgefressen und so haben wir beschlossen, ihn
nicht ins Gästezimmer zu sperren sondern es einmal mit dem neu
erstandenen Maulkorb zu versuchen. Er hat, als er Oli gesehen hat, fürchterlich
gebellt und geknurrt. Als Oli ihn überhaupt nicht beachtet hat und ich
ihn auf so ca. 2m Abstand gebracht hatte, gab er dann aber Ruhe und hat
sich neben meinem Sessel abgelegt. Er schaute demonstrativ in eine
andere Richtung und beachtete Oli seinerseits auch nicht. Nur beim
Aufstehen und Rausgehen hat er ziemlich gepöbelt. Ich hatte ihn am
Halsband festgehalten und da fühlt er sich ja immer besonders stark.
Loslassen wollte ich ihn aber doch nicht... Als wir dann noch in der
Diele standen und er sich setzen musste, hat das Gepöbel dann auch
sofort aufgehört – im Sitzen bellt es sich so schlecht...! Für den
Anfang war es ganz o.k., denke ich. Wir werden Oli bitten, jetzt einfach
öfter mal auf einen Sprung bei uns rein zu schauen, dann wird er sich
schon dran gewöhnen (Rex, nicht Oli...J).
23.
März 2001 – Schon wieder Ohrenschmerzen
Heute
morgen hatte Rex schon wieder Ohrenschmerzen, diesmal aber am linken,
also dem nicht operierten, Ohr. Auf dem Morgenspaziergang war noch alles
in Ordnung aber als ich mittags nach Hause kam, hielt er den Kopf schief
und schüttelte ihn ständig. Nach einem deshalb etwas kürzer
aufgefallenen Mittagsspaziergang sind wir direkt zum Tierarzt gefahren
– schließlich steht, wie immer bei solchen Dingen, das Wochenende vor
der Tür und da wollte ich nicht abwarten. Dr. Sülberg hat beide Ohren
gespült und noch mal Ohrentropfen aufgeschrieben aber es war zum Glück
nicht schlimm sondern nur der äußere Gehörgang betroffen.
Seit
heute sind die Panzerübungsgelände in Deilinghofen und Ost-Sümmern
wegen der Gefahr der Einschleppung der Maul- und Klauenseuche gesperrt.
Im Sommer sollen dort Schafe weiden und man fürchtet, dass Spaziergänger
mit oder ohne Hunde die Erreger einschleppen könnten. Damit sind unsere
wichtigsten Regenspazierplätze geschlossen! Jetzt stapfen wir halt bei
Dreckwetter durch den Schlamm: die Wiesen und Feldwege stehen dank der
anhaltenden Regenfälle so hoffnungslos unter Wasser, dass selbst der
kleinste Spaziergang sofort in einem riesigen Schlammbad endet. Rex hat
den Dreck bis auf dem Rücken und hinter den Ohren und dick
schlammverkrustete Beine und ich kann meine Sachen nach jedem (!)
Spaziergang auch sofort in die Waschmaschine schmeißen... was waren
doch die schönen asphaltierten Wege im Übungsgelände für ein
Dreckwetter-El Dorado!!!
Gute
Nachricht: Rex ist jetzt schon so lange humpelfrei und läuft so gut,
dass wir das Rimadyl erst mal wieder abgesetzt haben. Hoffentlich
erleben wir nicht wieder einen Rückschlag!!!
26.
März 2001 – Rex fängt eine Maus!!!
Nachdem
unser Dicker sonst immer so völlig erfolglos in Mäuselöchern buddelt,
hat er heute tatsächlich eine Maus gefangen! Allerdings nicht beim
Buddeln sondern im offenen Feld. Nachdem er schon ausgiebigst in
verschiedenen Mäuselöchern gebuddelt hatte, sprang er plötzlich mit
zwei großen Sätzen aufs Feld und nach zweimaligem Nachsetzen konnte
ich schon am Quieken hören, dass er die Maus wohl erwischt hatte. Damit
hätte ich nun wirklich zu allerletzt gerechnet! Wahrscheinlich haben
die Mäuse zur Zeit wegen des ausgiebigen Regens und er unter Wasser
stehenden Felder weniger Fluchtgänge als sonst zur Verfügung und sind
nicht so schnell weg. Rex trabte auf jeden Fall ganz stolz mit seiner
Maus im Maul herum und kuckte mich ganz triumphierend an. Er lies sich
nur recht widerwillig heranrufen und verstaute die Maus
sicherheitshalber noch ganz im Maul, bevor er bei mir ankam... nur der
Schwanz hing noch vorne raus (igiiiittt!). Gefressen hatte er sie zum Glück
nicht. Ich habe gelesen, dass Hunde Vergiftungserscheinungen bekommen können,
wenn sie Mäuse fressen, weil sie sie im Ganzen runterschlucken und
nicht wie Katzen die Galle ausspucken. Rex war dann auch bereit, die
Maus gegen ein Leckerchen einzutauschen. Ich glaube nicht, dass er sie
tatsächlich fressen wollte und der Tausch kam ihm wohl ganz gelegen. Für
die Maus kam der Tauschhandel allerdings zu spät!
Im
Anschluss hat er sich bei einem besonders interessanten Mausloch seit längerem
mal wieder erlaubt, auf „Hier!“ nicht zu hören und statt dessen in
aller Seelenruhe weiter zu buddeln. Auch mein zügiges Entfernen von ihm
brachte ihn nicht in Bewegung! Als ich grade schon beschlossen hatte,
ihn wohl oder übel abzuholen, kam er gaaaaanz gemächlich angetrottet!
Ich hätte ihn am liebsten erwürgt, konnte aber nicht mal mit ihm
schimpfen, da er ja freiwillig zurück gekommen war. In solchen Momenten
ist mir noch nicht ganz klar, wie man am Besten verfährt. Ich war schon
zu weit weg gewesen, um ihn gleich abzuholen und einfach weiter gehen
kann ich ja auch nicht – es könnte ja doch mal sein, dass ein anderer
Spaziergänger naht oder dass Rex mich nicht mehr findet und alleine
nach Hause trapsen will... Ich bin, als er endlich geruhte zu kommen,
einfach kommentarlos mit ihm weiter marschiert und habe danach das
„Hier!“ verstärkt geübt. Es hatte vorher, auch auf diesem
Spaziergang, so gut geklappt: er lies sich auch auf weitere Entfernung
von interessanten Mauslöchern abrufen und ich war schon so stolz auf
meinen Hund und dann das!!! Hätte er näher in meiner Reichweite nicht
gehört, hätte ich ihn mir schnappen und entsprechend schimpfen können
– so dumm isser aber nich!!!! Er kam jedes Mal ganz brav und mit
Unschuldsmiene an... Ich habe ihn für jedes Kommen eifrigst gelobt und
auf zügiges Kommen auch ein Leckerli spendiert, mich aber im Stillen
immer noch maßlos geärgert! So langsam müsste das doch mal zuverlässig
funktionieren!!!
Eine
erfreuliche Nachricht gibt es auch: beim Ohrentropfen verteilen geht es
mittlerweile auch ohne Maulkorb, wenn das Ohr entzündet ist. Er will
mich zwar nicht gerne dran lassen und versucht, sich aus dem Staub zu
machen oder legt das Ohr ganz fest an. Wenn ich trotzdem darauf bestehe,
die Tropfen möglichst weit in den Gehörgang zu träufeln, jault er
zwar, als würde er geschlachtet aber ein Knurren leistet er sich nicht
mehr – hurra!!!
19.
Mai 2001 – Rexi als Hofhund
Leider
ist unser Tor ja immer noch nicht fertig und damit wir das schöne
Wetter auch mit Hund draußen genießen können, haben wir das lange
Seil aus der Hütte mit einem Karabinerhaken verbunden und können Rex
nun so im Hof anbinden wie einen Hofhund. Er hat so etwas
Bewegungsfreiheit im ganzen Hof und kann auch ein Stück in den Garten
runter gehen, kommt aber nicht bis oben an die Straße. So kann er mit
draußen sein, wenn wir im Hof sitzen, ohne dass irgend etwas passieren
kann.
Er
hat den für die Diele erworbenen Teppich nun für draußen bekommen:
der Teppich hat sich drinnen nicht bewährt, da die Hundehaare, die Rex
großzügig darauf verteilt, überhaupt nicht mehr ab zu bekommen sind
– es sei denn, man rutscht auf den Knien darauf herum und säubert ihn
quadratzentimeterweise mit der Fusselrolle. Der Staubsauger kommt bei
diesem Teppich auf jeden Fall nicht gegen Rexis Haare an. So erfüllt
der neue Teppich immerhin noch den Zweck, dass Rex draußen bequem
liegen kann...
24.
Mai 2001 – Der Härtetest beginnt
Das
verlängerte Wochenende ist nun zu Rexis Härtetest auserkoren worden:
das Familienfest in Aalen naht und zumindest einen kleinen Probelauf bezüglich
Rexis Verträglichkeit mit meiner Familie wollte ich doch unbedingt
vorher noch machen, damit ich zumindest eine leise Ahnung habe, was mich
erwartet. Christian ist das lange Wochenende über segeln und Rex und
ich sind also nach Steinenbronn gefahren. Alle Beteiligten waren
ziemlich nervös: Rex, weil ihn die lange Autofahrt schon sehr Nerven
gekostet hat und ihm schon beim Packen klar war, dass hier was nicht
stimmt und es nicht nur zum Spazierengehen geht, ich, weil ich überhaupt
nicht einschätzen kann, ob es auch nur annähernd erträglich wird oder
ob Rex nur Stress macht, mein Vater, weil er (berechtigte) Sorge hat,
dass unser Hund es auch weiterhin unmöglich macht, dass sich die
Familie regelmäßig sieht und Esther, weil sie nicht nur die Tochter
ihres neuen Freundes kennenlernen soll, sondern diese auch noch einen
schwierigen Hund mitbringt – alles in allem also optimale
Voraussetzungen für ein wirklich entspanntes Wochenende!
Als
wir ankamen, haben wir erst mal einen ausgiebigen Spaziergang mit Rex
gemacht. Er ist draußen einfach immer viel entspannter und durch die
interessanten Gerüche auf dem Spaziergang auch abgelenkt. Der
Spaziergang verlief sehr gut und völlig entspannt. Rex hatte seinen
Drahtmaulkorb auf, so dass auch für ausreichend Sicherheit gesorgt war.
Der Maulkorb sieht zwar gewaltig aus, behindert ihn aber fast gar nicht
und Rex nimmt ihn unheimlich gut an. Die Hitze macht meinem armen Hund
zu schaffen aber ansonsten hat er sich prima gehalten:
Innerhalb
von zwei Stunden entspannte sich der Dicke völlig und wir verbrachten
ein schönes, maulkorbfreies Wochenende zusammen, bei dem sich mein Hund
vorbildlich verhalten und nichts und niemanden angebellt hat.
31.
Mai 2001 – Das Tor ist fertig
Heute
wurde – dank Allroundgenie Menne! – endlich unser lang ersehntes
Gartentor fertig! Nachdem nun etwa 3 Wochen lang die Zaunpfähle wie
Mahnmale in der Landschaft standen hängt nun unser Hoftor. Es sieht
richtig gut aus (trotz des umgehend angebrachten Warnschildes) und
endlich muss Rex nicht mehr wie ein Hofhund angebunden werden, wenn er
mit raus soll. Wir haben das Tor sofort eingeweiht und ohne Leine
ausgiebig im Hof gespielt. Christian hat auch noch das fehlende Zaunteil
auf der anderen Seite des Hauses angebracht, so dass Rex jetzt auch
unbeaufsichtigt durch den Garten laufen darf – natürlich nur, wenn
wir in der Nähe sind! Aber man muss sich jetzt zumindest nicht mehr ständig
umschauen, wo der Hund ist und kann auch mal in Ruhe im Garten arbeiten,
etwas aus dem Haus holen, etwas dösen.... ohne dass Rex abhanden kommen
kann.
Rexis
größte Freude wird sein, dass jetzt auch Mahiba, eine kleine
Tricolor-Border Collie Dame aus der Nachbarschaft, die gerne mal
streunen geht, nicht mehr in seinem Garten markieren kann (ganz nebenbei
gesagt freut mich das auch sehr, ich habe nämlich keine Lust, ständig
Mahibas Hinterlassenschaften einzusammeln – sie findet, unser Garten wäre
doch auch ein prima Klo).
01.
Juni 2001 – Schon wieder Dauerregen!
Rex
und ich sind heute im Dauerregen wieder einmal mehrfach bis auf die
Knochen nass geworden! Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass nun doch
endlich neue und gute (soll heißen teure) Wanderschuhe hermüssen, in
der Hoffnung, dass die dann auch wirklich länger als 8 Wochen dicht
sind... Das Wetter soll über das ganze Pfingstwochenende so bleiben –
na super!
28.
Juni 2001 – Schwülheißes Wetter
Seit
einigen Tagen haben wir fürchterlich schwülheißes Wetter und die Luft
ist sehr drückend. Für Rex ist dieses Wetter überhaupt nichts: er ist
ziemlich matt und kommt sehr schnell aus der Puste. Zwar hat er immer
Lust auf einen Spaziergang, aber die große Runde schafft er bei diesen
Temperaturen kaum! Wir gehen jetzt immer mittags nach der Schule nur
eine kleine Runde von maximal einer halben Stunde und dann lieber abends
noch mal länger. Ansonsten genießt er vor allem nach dem Spaziergang
die kühlen Fliesen im Flur sehr zum Abkühlen. Mir ist das gar nicht so
recht, denn seine Liegeschwielen waren gerade so viel besser geworden,
aber auf eine Decke liegen mag er dann einfach nicht. Ich reibe die
Stellen nun immer regelmäßig mir Ringelblumensalbe ein und hoffe eben,
dass er sich mit seiner Fliesenliegerei nicht die gerade neu
nachwachsenden Härchen wieder abscheuert!
Wenn
er nicht gerade erhitzt vom Spaziergang nach Hause kommt, ist der Rasen
unter dem Goldregen sein neuer Lieblingsplatz. Da liegt er schön weich
im Schatten und kann trotzdem den gesamten Hof und die Straße vor dem
Haus überblicken. Oft schläft er da so tief und fest ein, dass er es völlig
verpasst, wenn der Stadtspiegelbote kommt – so ein Ärger, das ist
sonst eines der Highlights der Woche für den Dicken J...
Überhaupt
nutzt Rex so langsam den Garten recht intensiv. Zu Anfang des Frühjahrs
ging er, auch wenn die Türe, wie jetzt fast immer, den ganzen
Nachmittag offen stand, eigentlich nur dann raus, wenn ich auch nach
draußen gegangen bin. Ansonsten lag er in seinem Korb und schaute von
dort aus raus. Mittlerweile geht er, nachdem er mich begrüßt hat, wenn
ich von der Arbeit komme, direkt raus und legt sich draußen hin oder
macht einen Kontrollgang durch den oberen Garten. Dort wartet er dann,
bis ich endlich komme, um mit ihm spazieren zu gehen. Auch nachmittags
liegt er gerne draußen. In den unteren Teil des Garten geht er jedoch
nach wie vor nur mit uns zusammen oder wenn wir den Ball runter werfen.
Zum Ballwerfen eignet sich der Garten ausgesprochen gut: durch die
Hanglage kann man schön weit werfen und Rex saust mit größtem Vergnügen
hinterher!
30.
Juni 2001 – Ein Nachmittag unter dem Küchentisch
Nachdem
es morgens sehr schwüles und drückendes Wetter hatte, setzten gegen
Nachmittag heftige Gewitter ein – kein Wunder, in Brockhausen ist
heute Waldfest und da regnet es ja bekanntlich immer!
Rex,
der zunächst ganz entspannt neben dem Küchentisch gelegen hatte, während
wir am Tisch saßen, bekam nach einer Weile dann doch Angst vor dem
Gewitter und verzog sich mit angelegten Ohren unter den Küchentisch, wo
er auch beharrlich liegen blieb. Unter dem Tisch und vor allem zwischen
unseren Beinen schien ihm das Gewitter nicht mehr ganz so viel
auszumachen: er legte die Schnauze auf meinen Fuß und lag dann aber
mehr oder weniger entspannt unter dem Tisch. Zumindest hat er sich
diesmal nicht bis unter die Eckbank verzogen... Zum Auslecken des
Fruchtquarkbechers kam er sogar freiwillig kurz unter dem Tisch hervor,
wollte dann aber anschließend doch lieber wieder unter dem Tisch
liegen. Vielleicht geht es ihm ja auch wie Majestix und er hat Angst,
dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt J!
Leider
ist der Gewitterregen gegen später in den typischen sauerländer
Landregen übergegangen, so dass mit dem schönen Gartenwetter erst mal
wieder Schluss ist. Am späten Nachmittag haben wir eine Regenpause für
einen ausgiebigeren Spaziergang genutzt. Rex wollte allerdings erst gar
nicht mit. Er blieb liegen, während ich mir Jacke und Schuhe anzog und
seine Leine holte – so was hat es ja noch nie gegeben! Ob’s am
Gewitterwetter lag? Allerdings war das Gewitter schon eine ganze Weile
vorbei... Er drehte, als ich ihn rief sogar vor der Tür wieder ab und
ging zurück auf seine Decke. Ich musste ihn richtig energisch heran
pfeifen! Als wir dann aber erst mal auf dem Feldweg waren, war er auch
wieder ganz fröhlich voraus.
Wir
haben das dusslige Reh wieder getroffen: es saß fast an der selben
Stelle etwa 2 Meter vom Wegrand entfernt im Feld. Ich hatte es auch erst
gesehen, als wir schon fast auf gleicher Höhe waren, rief Rex heran und
führte ihn am Genickriemen vom Halti vorbei. Er schaute natürlich ganz
aufgeregt um sich („irgendwas muss ja sein, wenn sie mich schon festhält...“),
entdeckte aber das Reh, das diesmal ruhig stehen blieb, zum Glück
nicht.
Endlich
habe ich ein robustes Quietschespielzeug gefunden, das die Quietsche so
am Ende angebracht hat, dass Rexi mit seinen Zähnen nicht rankommt –
zumindest hoffe ich das! Er ist sehr begeistert davon und lässt das
gute Stück, eine Zeitung, nicht mehr aus den Augen und schleppt es überall
hin mit. Hoffentlich hält die Quietsche nun auch wirklich einmal länger
als nur ein paar Tage!
1.
Juli 2001 – Alte Freunde
Heute
sind wir bei schönstem Wetter spontan zu einem Besuch ins Tierheim Hürth
aufgebrochen, von wo wir Rex haben. Zugegeben waren wir etwas nervös,
ob sich Rex wohl noch an seine alten Freunde erinnern oder aggressiv
reagieren würde. Sicherheitshalber haben wir es mit Maulkorb getestet
und siehe da: unser Dicker scheint ein hervorragendes Gedächtnis zu
haben. Er hat alle Leute, die er damals akzeptiert hatte (so viele waren
es ja nicht...J)
ausgesprochen freudig und lieb begrüßt und sich anfassen und knuddeln
lassen, obwohl er sie ja auch seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen
hatte. Im Tierheim haben sich auch alle gefreut, den Dicken mal wieder
zu sehen (und so freundlich von ihm begrüßt zu werden – vor allem
Jochen wäre wohl recht beleidigt gewesen, wenn Rex ihn nicht mehr
erkannt hätte...).
Unser
TA hatte da ja große Bedenken gehabt aber zum Glück scheint es
wirklich so zu sein, dass er, wenn er jemanden mal akzeptiert hat, sich
dann auch nach längerer Zeit noch dran erinnert. Das läßt ja auch
hoffen, dass Besuche von der Familie – sollte er sie jemals
akzeptieren – relativ problemlos auch nach etwas längerer Zeit
erfolgen können. In diesem Sinne sollten wir verstärkt daran arbeiten,
die Beziehung zwischen Rex und meiner Familie noch etwas auszubauen!
3.
Juli 2001 – Seit langem Mal wieder die Wurfkette
Nachdem
wir jetzt schon wochenlang ohne die Wurfkette ausgekommen waren, kam sie
heute beim Abendspaziergang mal wieder zum Einsatz: auf dem Feldweg von
der Burg Klusenstein hörte Rex im Feld ein Reh und trabte zügig und
fleißig fixierend los! Sowohl mein Pfiff als auch ein Hier! störten
ihn überhaupt nicht. Zum Glück halte ich seit unserer Rehbegegnungen
auf dieser Strecke die Kette schon immer in der Hand und konnte einen
ziemlich guten Wurf landen: die Kette schlug mit lautem Klirren etwa 20
cm neben seiner linken Schulter auf und der Dicke hat sich ordentlich
erschreckt! Er bremste sofort und schaute mich verwirrt an *ggg*! Auf
das Hier! kam er sofort und sichtlich irritiert (Feiiiiiiiiin!!!! +
Leckerchen). Leider war es mittlerweile schon etwas dämmrig und ich
musste richtig lange suchen, bis ich die Kette auf dem Schotterweg
wieder gefunden hatte. Rex beobachtete die Suchaktion aus dem Platz!
Bleib! sehr interessiert (und ich meinte, ein schadenfrohes Grinsen auf
seinem Gesicht gesehen zu haben...J).
5.
Juli 2001 – Endlich Ferien!!!
Erster
Ferientag und brüllend heißes Wetter! Rex freute sich sichtlich, dass
er den ganzen Tag jemanden zu Hause hatte, aber ob des heißen Wetters
haben wir’s langsam angehen lassen, nur kurze Spaziergänge
unternommen und ansonsten den ganzen Tag friedlich zusammen unter’m
Apfelbaum gelegen. Rex hatte einen dicken Rinderknochen gekriegt
und war äußerst glücklich damit. Ein paar Mal habe ich ihn unter dem
Kirschbaum weggerufen, wo er die herunter gefallenen Kirschen
aufgesammelt hat. Ich will nicht, dass er zuviel davon frisst und
eventuell wieder Durchfall bekommt – er ist da ja etwas empfindlich.
Den
Mittagsspaziergang haben wir den Waldweg hoch gemacht (und waren beide
ziemlich fertig, als wir oben waren, aber wenigstens war der Weg
schattig...), wo wir am Bach oben eine längere Rast eingelegt haben:
ich konnte gemütlich unter den Bäumen sitzen und Rex lag etwa 20
Minuten im Bach und kühlte so langsam wieder ab. Erst als er nicht mehr
gehechelt hat, haben wir den Rückweg angetreten. Zu mehr Aktivität ist
es einfach zu heiß!!!
Mittlerweile
klappt es hervorragend, dass Rex sich immer schön umschaut, wenn wir
spazieren gehen. Vor allem bei den abschüssigen Waldwegen musste man
ihn sonst immer mit Laaaangsam!
bremsen, weil er sonst zu weit voraus lief. Langsam laufen kann er
bergab nicht so gut, aber er hält jetzt immer schön von selbst an,
schaut sich um und wartet, so dass er nicht zu weit voraus läuft. Das
ist ein sehr schöner Erfolg und ich bestätige ihn jedes Mal auch mit
einem dicken Lob und ab und an mit einem Leckerchen. Wenn uns jemand hören
könnte, würde er uns sicher für völlig verrückt halten *gg*!
6.
Juli 2001 – Guter Gehorsam trotz Reh
Rex
konnte sich wohl noch gut an die Wurfkette erinnern: als heute einige
Meter vor ihm wieder einmal ein Reh im Feld herumstapfte, konnte ich
meinen durchstartenden Hund mit einem scharfen Na! als Warnruf zur
sofortigen Vollbremsung bewegen. Große Freude bei mir und dickes Lob
und der Jackpot (alle restlichen Leckerchen aus der Hosentasche) für
den Dicken!
7.
Juli 2001 – Armer kranker Hund!
Heute
Morgen überraschte mich ein Blick in den Flur mit der Tatsache, dass
Rex wohl über Nacht schon wieder Durchfall bekommen hat! So begann das
Wochenende für uns mit Aufwischen und für Rex mit einer Nulldiät –
wie schön!!! Gepriesen seien die Fliesen im Flur und die Tatsache, dass
der Dicke nicht noch groß rumgelatscht ist und alles verteilt hat.
Ansonsten
war er aber ganz fröhlich und lief auch zwei Mal die große Runde
locker mit. Abends habe ich ihm eine Portion Reis mit Hühnerbrühe
gegeben und wir hoffen nun, dass er es gut verträgt und vor allem die
Nacht über durchhält. Christian ist mit ihm sehr spät noch eine kurze
Abendrunde gegangen und wenn ich morgen sehr früh mit ihm gehe, wird es
hoffentlich gut gehen...
8.
Juli 2001 – Frische Landluft
Leider
hat Rex heute vor mir gemerkt, dass eine der Wiesen, an denen wir auf
der großen Runde vorbeikommen, frisch gedüngt ist und hat sich mit
Wonne darin gewälzt. Als ich ihn herangerufen hatte, war es schon zu spät!
Da heute kühles Nieselwetter ist, will ich ihn auch nicht baden – er
hat mit seinem Durchfall genug zu tun und eine Erkältung will ich nicht
riskieren... Nun verbreitet der Dicke, wo immer er geht und steht einen
Hauch von frischer Landluft. Leider ist er heute auch ganz besonders anhänglich
und will immer gerade da liegen, wo wir auch sind, so dass wir ständig
von leichtem Kuhstallmief umgeben sind – suuuuuper!
Dafür
hat er den Reis gut vertragen und bisher noch nicht wieder mir Durchfall
zu kämpfen gehabt. Heute Morgen hat er dann auch eine Hand voll
Trockenfutter unter den Reis mit Brühe bekommen und auch das gut
vertragen. Das gibt’s heute Abend auch noch mal und dann können wir
ab morgen vielleicht schon wieder normal füttern. Ansonsten kommt ihm
das Wetter sehr entgegen: da es nicht mehr so heiß ist, ist er auch
gleich wieder viel munterer und ausdauernder. Zu meiner großen Freude
klappt draußen das Bei-Fuß-gehen ohne Leine mittlerweile sehr gut! Ich
muss ihn nur noch selten erinnern, dass er das Kommando nicht selber
aufheben darf (mittlerweile nur noch so alle 50 Meter und nicht mehr
alle 5 Schritte). Da er auch ausgesprochen gut und zuverlässig hört,
wenn er so nah bei ist, muss ich selbst bei Begegnungen mit Rehen oder
Hasen nicht fürchten, dass er neben mir durchstartet und kann im
Zweifel noch schnell zugreifen, falls es mal doch nicht klappt – das
hoffe ich zumindest! Für Begegnungen mit Passanten oder anderen Hunden
kommt diese Möglichkeit natürlich nicht in Frage, aber ich gehe davon
aus, dass selbst das lahmste Reh noch deutlich schneller weg ist, als
mein alter Hund hinterherlaufen kann.
Die
Quietschezeitung ist nach wie vor der Renner und er kann gar nicht genug
davon bekommen. Er spielt mit großer Begeisterung damit, vor allem natürlich
mit uns aber er holt sie sich auch oft alleine und kaut darauf rum. Ich
bin gespannt, wann der erste entnervte Nachbar fordert, der Quietsche
den Garaus zu machen.
Wir
haben eine Regenpause genutzt, um ins Panzerübungsgelände zum
Spazierengehen zu fahren. Rexi war völlig überdreht, als er merkte,
dass es mit dem Auto weggehen soll. Nur unter größtem Gezappel war es
möglich, ihm den Autogurt anzulegen und ihn dazu zu bringen, vor dem
Gartentor zu warten. Als er dann vor dem Auto stand, war das Warten auf
das Hopp auch noch eine echte Geduldsprobe für ihn. Als er dann endlich
reinspringen durfte, war er so schnell und schwungvoll, dass er es zum
ersten Mal in einem Satz bis ins Auto geschafft hat. Ich hatte mich
schon gebückt, um sein Hinterteil reinzuheben und griff völlig überrascht
ins Leere! Ich glaube, er war selber mindestens genau so verblüfft.
13.
Juli 2001 – Auf Mahibas Spuren
Als
ich heute meinen Hund suchte – er war etwa eine halbe Stunde alleine
im Garten, während ich im Haus war – konnte ich ihn im Garten
nirgends finden. Dafür trottete ein Schäferhund, der dem meinen verblüffend
ähnlich sah, bei Nachbars über den Rasen, die Nase tief am Boden und
ganz offensichtlich auf Mahibas Spuren. Zum Glück habe ich einen sehr
gehorsamen Hund und es genügte ein einziger Pfiff, um ihn zu mir an den
Zaun zu beordern. Er kam ganz fröhlich an, offensichtlich begeistert,
mich zu sehen. So schnell war ich noch nie über einen Zaun, wie da!
(Dafür habe ich auch einen schönen großen blauen Fleck als Erinnerung
behalten). Ich habe mir Rexi geschnappt und eiligst vorne herum durchs
Tor wieder auf unser Grundstück laviert! Nach dem ich den ersten
Schreck verdaut hatte (das Nachbargrundstück ist auch noch zur Straße
hin offen) kam auch schon ein Anruf vom Nachbarn, ob ich jemanden
vermissen würde... Nein, nein, ich hab ihn schon wieder, vielen Dank!
Wir haben uns dann am Zaun getroffen und untersucht, wo der Dicke ausgebüxt
sein könnte. Er hatte sich – und ich hätte nie für möglich
gehalten, dass das überhaupt irgendwie geht – unter dem Zaun durch
gequetscht. An einer einzigen Stelle sitzt der Zaun nicht direkt auf dem
Boden auf und es ist eine Lücke von maximal 15-20cm. Dass da ein
ausgewachsener (hüftkranker und recht alter) Schäferhund durch passen
soll, ist schwer zu glauben aber er hat es ja ganz offensichtlich
geschafft. Bisher hatte er noch nie auch nur annähernd Ambitionen
gehabt, dem Zaun auch nur nahe zu kommen, aaaaaber: Lady Mahiba ist läufig!
Das ist natürlich ein großer Anreiz! Jetzt wird erst mal der Zaun
abgedichtet und Rexi darf auch dann nicht mehr alleine raus – es hätte
ja auch was passieren können!!! Dieser Hund raubt mir noch den letzten
Nerv!!!
21.
September 2001 – Dreckwetter
Nach
dem wir nun seit Wochen Glück hatten und immer in einer ausreichend
langen Regenpause unseren Spaziergang machen konnten, ohne nass zu
werden, hat es uns heute gründlich erwischt! Wir waren noch nicht ganz
die Hälfte der Strecke gegangen, als sich der leichte Nieselregen zu
einem echten Gewitter ausgedehnt hat.
So nass sind wir schon lange nicht mehr geworden!!! Der Guss
dauerte nur etwa 10 Minuten, reichte aber aus, um uns gründlich zu
durchweichen – selbst Rexis gute Dreckwetterlaune war dahin: mit
gesenktem Kopf trottete er neben mir her nach Hause!
Mich
hat der heutige Spaziergang dazu gebracht, noch am selben Nachmittag
wasserdichte Goretexhosen zu bestellen.
23.
September 2001 – ausgedehnte Spaziergänge und etwas Muskelkater
Seit
zwei Tagen hält sich das Wetter etwas besser und wir machen mindestens
zwei lange Spaziergänge am Tag! Rexi hat morgens dementsprechend ein
klein wenig Muskelkater und geht etwas steif aber nach ein paar
Schritten gibt sich das und er trabt fröhlich und locker drauf los. Ich
glaube nicht, dass ich ihn ernstlich überfordere und er läuft bei den
Spaziergängen bis zum Ende fröhlich voraus.
24.
Dezember 2001 – Lange
Fahrt nach Aalen
Heute
sind wir nach einem ausgiebigen Morgenspaziergang nach Aalen zu meiner
Tante abgefahren. Rex hatte, da er dort noch keinen eigenen Korb hat,
hinten im Kombi in seinem Korb reisen können, was eigentlich ganz
praktisch ist für die lange Fahrt, da er im Korb einfach besser liegt
und keine Rückenschmerzen bekommt. Allerdings muss dann seine Box mit
den diversen Leinen etc. noch mit auf die Rückbank, was uns arge
Platzprobleme bescherte – unser Hund reist mit deutlich mehr Gepäck
als wir: Futter, Medikamente, Leinen, Spielzeug, Leckerchen usw. passten
so grade eben in zwei Klappboxen!
Leider
schneite es auf der Fahrt ziemlich, so dass wir nur schlecht voran kamen
und mit zwei relativ kurzen Schneesturmspaziergangspausen fast 7 Stunden
gebraucht haben. Angekommen haben wir mit meiner Tante und Rex erst
einmal einen kurzen Spaziergang gemacht und sie ist dann mit Rex ins
Haus gegangen. Es ging eigentlich erstaunlich gut: anfangs haben wir Rex
noch festgebunden, aber dann durfte sich der Dicke, zur Sicherheit mit
Maulkorb versehen, frei in der Wohnung bewegen und von meiner Tante füttern
lassen. Er war zwar ziemlich hektisch und wollte überhaupt nicht in
seinem Korb liegen bleiben, zeigte aber keinerlei Aggression.
25.
– 27. Dezember – Schöne, ruhige Tage
Rex
hat sich vorbildlich benommen! Er war nur lieb und durfte in der Wohnung
dann auch völlig frei und ohne Maulkorb gehen. Mein Vater und Esther
kamen noch dazu und wir gewöhnten ihn auch da zunächst mit einem
gemeinsamen Spaziergang und einigen Leckerchen an die Beiden. Ich
glaube, an meinen Vater hat er sich erinnert, den kannte er ja auch
schon etwas länger. Es waren sehr schöne und ruhige Tage und der Dicke
entspannte sich von Stunde zu Stunde mehr! Man kann dort sehr schöne
und lange Spaziergänge machen und es lag jede Menge Schnee, so dass
unser Hund, ausgelastet und rechtschaffen müde, in der Wohnung sehr
ruhig und zufrieden war.
Zu
lange dürfen wir nicht bleiben: meine Tante kann Rexis Augenaufschlag
nie widerstehen und füttert ihn ständig mit leckeren Sachen, so dass
wir bald ein Mastschwein an der Leine haben!
28.
Dezember 2001 - Rückfahrt
Die
Rückfahrt war deutlich angenehmer als die Hinfahrt und mit 5 Stunden
Fahrt inclusive zweier Pausen sind wir ganz gut durchgekommen. Rex hatte
in Aalen noch einen langen Morgenspaziergang bis zur Skipiste und war
entsprechend müde. Er hat in seinem Korb ganz gut geschlafen und überhaupt
nicht gejammert. Trotzdem ist es natürlich schon eine lange und
anstrengende Tour, auch für den Dicken. Da wir erst abends ankamen,
bekam er nur noch einen kleinen Spaziergang zu Hause, schien aber damit
auch völlig zufrieden. Den Rest des Abends verbrachte er selig
schlafend im Korb.
29. Dezember 2001 – Erholungstag zu Hause
Wir
haben heute einen ruhigen Erholungstag eingelegt. Auf dem ausgiebigen
Morgenspaziergang musste Rex an jeder Ecke eine Menge schnüffeln und
eben waren wir noch im Übungsgelände, seinem absoluten
Lieblingsgebiet. Rex macht den Eindruck, als sei er ganz froh, wieder zu
Hause zu sein und schläft viel.
Seinem
Gehorsam haben die letzten Tage nicht gut getan: man muss alles zwei Mal
sagen! Ab jetzt herrschen wieder strengere Sitten, dann wird’s schon
wieder gehen...
31.
Dezember 2001 – Spielen und
schlafen
Rex
liebt Schnee über alles – wenn er nicht zu hoch liegt! Natürlich
darf auf keinen Fall der Bauch nass werden und so sind die 10 cm Schnee,
die hier momentan liegen, genau richtig für den Dicken! Er ist
verspielt wie selten und tobt auf den Wiesen urplötzlich los und will
unbedingt fangen spielen. Zum Glück ist er noch schneller k.o. als
ich...
Man
merkt ihm seine 11 Jahre doch schon deutlich an und wenn ich so zurückblicke,
wie es noch vor einem Jahr war, dann ist er eben doch älter geworden
und kann nicht mehr so lange spazieren gehen oder spielen. Er schläft
viel über den Tag und wenn er dann so gemütlich in sein Körbchen
eingemuckelt da liegt, sieht er so zufrieden aus, dass es eine Freude
ist, ihn zu beobachten. Vor allem wenn ich daran denke, dass die ersten
neun Jahre seines Lebens überhaupt nicht gut waren, hoffe ich sehr,
dass ihm noch einige zufriedene und schöne Jahre bleiben. Er hat sie
wirklich verdient!