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Rexis Tagebuch

 

2001

 

12. Januar 2001 – Autogeschirr für Rex erstanden

14. Januar 2001 – Gemeinsamer Spaziergang

21. Januar 2001 – Rex ist nicht fit

22. Januar 2001 – Alles wieder o.k.

23. Januar 2001 – Rexi humpelt wieder

26. Januar 2001 – Rex muss ins Gästezimmer!

28. Januar 2001 – Wiegen!

07. Februar 2001 – Armer kranker Hund

09. Februar 2001 – Dem Dicken geht’s besser

16. Februar 2001 – Resümee der ersten Wochen

21. Februar 2001 – Ein neuer Maulkorb

22. Februar 2001 – erster Versuch mit Maulkorb

23. März 2001 – Schon wieder Ohrenschmerzen

26. März 2001 – Rex fängt eine Maus!!!

19. Mai 2001 – Rexi als Hofhund

24. Mai 2001 – Der Härtetest beginnt

31. Mai 2001 – Das Tor ist fertig

01. Juni 2001 – Schon wieder Dauerregen!

28. Juni 2001 – Schwülheißes Wetter

30. Juni 2001 – Unter dem Küchentisch

1. Juli 2001 – Alte Freunde

3. Juli 2001 – Mal wieder die Wurfkette

5. Juli 2001 – Endlich Ferien!!!

6. Juli 2001 – Guter Gehorsam trotz Reh

7. Juli 2001 – Armer kranker Hund!

8. Juli 2001 – Frische Landluft

13. Juli 2001 – Auf Mahibas Spuren

21. September 2001 – Dreckwetter

23. September 2001 – etwas Muskelkater

24. Dezember 2001 – Lange Fahrt nach Aalen

25. – 27. Dezember – Schöne, ruhige Tage

28. Dezember 2001 - Rückfahrt

31. Dezember 2001 – Spielen und schlafen

 

12. Januar 2001 – Autogeschirr für Rex erstanden

 

Wir haben heute beim Fressnapf ein Autogeschirr für Rexi erstanden. Der Haltegurt war zwar schon ganz gut, führte aber dazu, dass Rexi immer mit vollem Schwung ins Halsband gesprungen ist. Da Rex es nicht zu begreifen scheint, dass das nichts bringt und er nicht raus springen kann und ich mir so langsam Sorgen mache, dass er sich irgendwann noch mal einen Halswirbel ausrenkt bei der Hampelei, musste eine andere Lösung her. Das neu erstandene Geschirr ist eigentlich dafür gedacht, dass der Hund auf der Rücksitzbank angeschnallt werden kann und hat noch mal genau so einen Gurt dran, wie der, den wir schon haben. Das Geschirr geht von einem Haken am Rücken einmal vorne am Hals und einmal unter dem Bauch lang und hat ein gepolstertes Zwischenstück an der Brust. Das Anziehen geht eigentlich ganz einfach und er hält den Hund etwas schonender zurück.

Leider führte das Geschirr dazu, dass sich Rexi noch mehr als ohnehin schon heillos im Gurt verheddert hat. Nach einigem Rumprobieren haben wir jetzt eine optisch zwar etwas seltsame aber sehr wirkungsvolle Lösung gefunden: ich nutze jetzt beide Gurte aneinander geschnallt und führe den so entstandenen längeren Gurt von der Sicherheitsgurtschnalle über eine höher gelegene Öffnung im Hundegitter, so dass der Gurt von oben kommt – sieht bekloppt aus, wenn kein Hund im Auto sitzt, ist aber die optimale Lösung, weil er sich jetzt drehen und wenden kann wie er will, ohne sich zu verheddern...

 

 

14. Januar 2001 – Gemeinsamer Spaziergang

 

Endlich hat uns auch mal wieder jemand von der gesamten Truppe angerufen und gefragt, ob wir mit spazieren gehen. Klar, wenn wir unseren Hund mitbringen dürfen... Es hatte eigentlich keiner was dagegen (zum Glück nicht einmal Katrin), solange der Dicke einen Maulkorb trägt. Ohne Maulkorb wäre es mir auch zu gefährlich und so haben wir uns um 15.00 Uhr bei Katrin getroffen. Spazieren gegangen sind wir schließlich von Landhausen aus. Ich hatte Rexi zuerst an der normalen Leine und er fühlte ich überhaupt nicht wohl. Er schaute ständig ängstlich nach hinten zu der doch recht großen Anzahl an Leuten hinter ihm und wollte eigentlich gerne viel mehr Abstand zwischen sich und die Spaziergänger bringen. Als er sich nach einer Weile etwas an die Situation gewöhnt hatte, durfte er mit der Flexi weiter vor laufen und war gleich deutlich glücklicher. Einige Zeit lang hielt er aber dennoch großen Abstand zu den Leuten und blickte sich ein paar Mal recht unsicher um. Dann gewann aber das Interesse für den interessanten Wegrand die Oberhand und er lief auch mal zurück und an den anderen vorbei. Alle haben sich bemüht, ihn gar nicht anzuschauen und völlig zu ignorieren und so interessierte sich Rexi auch nicht sonderlich für die Leute. Einige Male lief er kurz interessiert auf jemanden zu und ich habe ihn so bis auf 1 Meter rangehen lassen. Er war nicht aggressiv und sein Interesse erlahmte auch recht schnell wieder. Vielleicht sollte ich ihn beim nächsten Mal auch mal an jemandem schnuffeln lassen (Manne oder Oli sind ganz cool und haben keine Angst, wenn er den Maulkorb auf hat... Bei den anderen weiß ich nicht so recht – auch mit Maulkorb kann man sich ganz schön erschrecken, wenn er plötzlich auf denjenigen zuschießt und pöbelt! Nun, wir werden sehen...).

Das Einsteigen ins Auto verlief zum ersten Mal ohne großes Trara: er wollte zwar sofort reinspringen, ließ sich aber ohne größere „Diskussion“ dazu „überreden“, erst abzusitzen und auf das Hopp zu warten. Selbst die Rückfahrt ging die meiste Zeit ohne Gejammer und Gejaule. Ich glaube, so langsam gewöhnt er sich an die Regeln und ans Autofahren!

 

 

21. Januar 2001 – Rex ist nicht fit

 

Unser Dicker ist irgendwie nicht fit! Er hängt oft und lange recht apathisch in seinem Korb rum, schläft viel und zeigt für nichts rechtes Interesse. Selbst als Christian gekocht hat, hat er sich nicht aus dem Korb bewegt, obwohl er sich das sonst nie entgehen läßt (immer in der Hoffnung, er kriegt doch mal irgendwann was ab). Nachmittags sind wir nach Eisborn gefahren, um mal in einer anderen Gegend spazieren zu gehen. Rexi wollte zwar gerne mit, schaffte es aber kaum, die Vorderpfoten ins Auto zu stellen, damit ich ihn reinheben kann. Auf dem Spaziergang lief er zwar fröhlich voraus und jagte auch ein paar mal dem Kordelknoten hinterher, aber er hatte relativ schnell genug und machte einen erschöpften Eindruck. Hoffentlich wird uns der Dicke nicht krank! Gehumpelt hat er nicht...

 

 

22. Januar 2001 – Alles wieder o.k.

 

Was immer es war, heute geht’s dem Dicken wieder gut! Er ist fit wie eh und je und für jedes Spiel und jeden Spaziergang zu haben! Auch sein Interesse für alles Fressbare ist wieder erwacht: als Christian heute kochte, wich ihm der Dicke nicht von der Seite und beobachtete jeden Arbeitsgang ganz genau! Die Mühe hat sich gelohnt: mehrere Stückchen Paprika (die mag er ganz besonders gerne), etwas trockenes Brot und eine Scheibe Schinken (welch ein Glück!) wechselten den Besitzer.

So lange er sich immer wieder brav auf seine Decke schicken lässt, ist ja auch nichts dagegen einzuwenden, dass er die Kocherei so sorgsam überwacht und auch mal was abstaubt...

 

 

23. Januar 2001 – Rexi humpelt wieder L

 

Seit heute humpelt Rex wieder vorne rechts! Uns bleibt nichts anderes übrig, als wieder Rimadyl zu geben. Ich hoffe sehr, dass das Wetter bald besser wird und nicht mehr so nass ist. Dann wird sicherlich (hoffentlich!!!) die Humpelei auch besser!

 

 

26. Januar 2001 – Rex muss ins Gästezimmer!

 

Heute feierte Christian nun endlich seinen Geburtstag nach. Da Rexi ja überhaupt nicht gästetauglich ist, musste er den Abend im Gästezimmer eingesperrt verbringen. Nach einem ausgiebigen Spaziergang am Nachmittag war er auch entsprechend müde. Er bekam seinen Korb ins Gästezimmer gestellt und einen riesigen Kauknochen. Allerdings dachte er gar nicht dran, den Kauknochen zu bearbeiten (er war wohl etwas unglücklich und irritiert darüber, dass er so lange eingesperrt sein musste), statt dessen hat er dem Türkeil den Garaus gemacht – ein herber Verlust, da gedrechselt, sehr schön und schon lange in Familienbesitz.

Christian ist dann während des Abends zwischendurch noch einmal mit ihm auf eine kleine Runde gegangen und da die Gäste auch nicht soooo lange geblieben sind, hat der Dicke es ganz gut überstanden.

Geschlafen hat er vor lauter Unglücklichsein wohl sehr wenig: er war so steinmüde, als er endlich raus durfte, dass er während unserer gesamten Aufräumaktion tief und fest gepennt hat und nichts mehr mitkriegte.

Eine kleine Entschädigung hat er sich noch erbeutet: er war, endlich aus dem Gästezimmer entlassen, so wieselflink in Christians Zimmer gesaust, dass er sich aus der auf dem Couchtisch stehenden Haribo-Coloradomischung bedienen konnte, bevor wir es gemerkt haben. Er kaute zwar ziemlich hoch auf den Gummibärchen, war aber sichtlich zufrieden mit seiner Beute! Sobald sein Korb wieder am gewohnten Platz stand, legte er sich hinein und fing umgehend an, laut zu schnarchen. Während wir mit allerlei Gläsern, Flaschen, Tüten und leckeren Dingen um ihn herum turnten, schlief er tief und fest und kriegt noch nicht einmal mit, dass wir ihn fotografiert haben. Zur Entschädigung für den Abend im Gästezimmer wird er den Rest des Wochenendes auch kräftig mit Spaziergängen und Streicheleinheiten in Hülle und Fülle verwöhnt!

 

 

28. Januar 2001 – Wiegen!

 

Heute haben wir – nachdem er so gut abgenommen hatte – nun endlich den Hund einmal gewogen. Eigentlich wollte ich das machen:

1)      mich wiegen,

2)    Hund auf den Arm nehmen,

3)    uns beide wiegen

4)    Differenz errechnen

Guter Plan! Er scheiterte an Punkt zwei! Also das Ganze noch mal, aber diesmal nahm Christian die Sache in Angriff! Es ging ganz gut – Rex ist ja (meistens!) so ein geduldiger Hund. Die Aktion wäre dann beinahe daran gescheitert, dass ich mich vor lachen kaum noch auf den Beinen halten konnte: der Hund hing wie ein nasser Sack mit absolut unglücklichem Gesichtsausdruck in Christians Armen, Christian stöhnte und ächzte unter der Last und lief puterrot an vor Anstrengung, fand die Waage nicht, weil er dank des Hundes nichts mehr sehen konnte und schimpfte wie ein Rohrspatz, weil ich erst noch ein Foto machen wollte, bevor ich die Waage abzulesen gedachte...

Rexi wiegt immer noch fast 40 kg und das, obwohl er schon so schön abgenommen hat!!! Also weiter reduzierte Kost!

 

 

07. Februar 2001 – Armer kranker Hund

 

Unser armer Rex ist krank: er hat ganz fürchterlichen Durchfall!!! Nachdem er die Gummibärchen so gut überstanden hatte, hat ihn nun ein Virus erwischt. Futter ist erstmal gestrichen und vom Tierarzt haben wir jede Menge Medikamente bekommen – darunter auch eine Paste (Canikur), mit der wir ab morgen wieder vorsichtig anfüttern sollen. Zum Glück ist unser Rex ein guter Fresser, so dass es nicht schwierig sein sollte, das Zeugs in ihn hinein zu bekommen!

 

 

09. Februar 2001 – Dem Dicken geht’s besser

 

Die Medis haben ganz gut geholfen und unserm Dicken geht’s wieder richtig gut! Große Erleichterung bei den Alphas!

 

 

16. Februar 2001 – Resümee der ersten Wochen

 

Wir haben unseren Rex jetzt genau 8 Wochen! Zeit für ein kleines Resümee:

1.       Hunde allgemein und unserer im Besonderen haaren ganz fürchterlich und die Anschaffung eines neuen Staubsaugers mit mehr als 1400 Watt scheint angebracht!

2.     Der Morgenspaziergang muss sein – auch wenn Herr und (!) Hund in der Tür stehen und nicht raus wollen, weil es im Bettchen viel schöner war...!

3.     Erfreulich: Rex hört im Haus super. Draußen auch – aber nur wenn gerade nichts anderes anliegt! Wir arbeiten dran... Das Hier! ohne Ablenkung klappt zuverlässig, bei mittlerer Ablenkung mäßig, bei spannenden Dingen überhaupt nicht! Positiv: er läuft nie weg und bleibt immer in der Nähe.

4.     Der neue Befehl Warten! klappt sehr gut! Das ist ungeheuer praktisch, wenn man den schlammverkrusteten Hund vor der Tür parken kann, bis man ihn einigermaßen sauber hat...

5.     Das Sitz! Bleib! und das Platz! Bleib! klappen schon besser – endlich sind auch mal Fotos vom ganzen Hund möglich und nicht nur vom Schnauzenabdruck auf dem Objektiv... Gut klappt es dank beharrlichen Übens vor dem Futternapf.

6.     Es geht nicht ohne professionelle Hilfe, was seine Aggression gegenüber Fremden angeht! Ich hoffe, wir kriegen das irgendwann in den Griff, ich mache auf jeden Fall einen Termin beim Verhaltenstherapeuten.

7.     Der Befehl Langsam! verhindert mittlerweile, dass man bei Straßenglätte an der Kurve vom Märchenwald auf dem Hintern landet, weil Rex es eilig hat – sehr (!!!) wichtiger Fortschritt, nur die Nachbarn haben weniger zu lachen...

8.     Die Liebe zum Hund verhindert nicht die Mordgedanken, die man hegt, wenn der Hund  die letzten Lieblingskekse aus der Packung klaut, trotz Verbot mit Schlammpfoten ins Haus stiefelt und man danach zum x-ten mal am Tag wischen kann, einen trotz laut gebrüllten Langsam! von den Füßen holt, sich nach dem Spaziergang im Auto so heftig schüttelt, dass der Dreck bis ans Armaturenbrett fliegt, die Ohren auf Durchzug stellt, obwohl man sich fast die Lunge aus dem Hals brüllt... sie verhindert aber ihre Durchführung!

 

 

21. Februar 2001 – Ein neuer Maulkorb

 

Da der Drahtmaulkorb für die Wohnung nicht geeignet ist (er scheppert damit überall dagegen, weil er nicht begreift, dass seine Schnauze nun breiter und länger ist) und er den engen Nylonmaulkorb nicht gut haben kann, haben wir wieder einmal einen Abstecher zum Fressnapf gemacht, um nach einer anderen Lösung zu suchen. Ich hatte erst an einen Ledermaulkorb gedacht aber da passte keiner auch nur annähernd. Jetzt haben wir uns für einen zweiten Nylonmaulkorb entschieden aber diesmal eine Nummer größer, so dass er etwas bequemer sitzt. Er kann damit das Maul zumindest so weit öffnen, dass er schlecken und kleine Leckerchen fressen kann. Dafür ist er natürlich nicht so hundertprozentig sicher – man muss schon etwas auf die Finger aufpassen aber zupacken kann er nicht. Rex trägt ihn mit Fassung und kratzt nicht dran rum. Ich denke, es ist ein ganz fairer Kompromiss...!

Bei der Gelegenheit haben wir auch noch neue Kauknochen gekauft und den Vorrat an Schweineohren aufgefüllt.

 

 

22. Februar 2001 – erster Versuch mit Maulkorb

 

Es liegt wieder einmal richtig Schnee, so etwa 15 Zentimeter hoch! Rex und ich haben heute morgen schon den Samstag genutzt und einen ausführlichen Morgenspaziergang über die Felder gemacht. Nachmittags sind wir dann im Panzerübungsgelände noch eine große Runde gegangen. Dort ist zwar am Wochenende und bei so gutem Wetter immer unheimlich viel los – viele Hundebesitzer aber auch Familien mit Kinder etc. – aber wenn man den großen Weg außen herum nimmt, begegnet man eigentlich fast niemandem mehr. Rex konnte die meiste Zeit ohne Leine laufen und wir mussten nur selten anderen Hundebesitzern ausweichen oder den Dicken festhalten, wenn doch mal jemand vorbei kam. Der Spaziergang hat bei dem Schnee und dem tollen sonnigen Wetter richtig Spaß gemacht!

Christian hat Rex einen neuen Spielknochen mitgebracht: endlich haben wir einen guten Ersatz für den alten, der schon bald auseinander fällt!

Abends kam Oli noch kurz vorbei, um sein neues Auto zu zeigen. Rex hatte zum Glück gerade seinen Kauknochen aufgefressen und so haben wir beschlossen, ihn nicht ins Gästezimmer zu sperren sondern es einmal mit dem neu erstandenen Maulkorb zu versuchen. Er hat, als er Oli gesehen hat, fürchterlich gebellt und geknurrt. Als Oli ihn überhaupt nicht beachtet hat und ich ihn auf so ca. 2m Abstand gebracht hatte, gab er dann aber Ruhe und hat sich neben meinem Sessel abgelegt. Er schaute demonstrativ in eine andere Richtung und beachtete Oli seinerseits auch nicht. Nur beim Aufstehen und Rausgehen hat er ziemlich gepöbelt. Ich hatte ihn am Halsband festgehalten und da fühlt er sich ja immer besonders stark. Loslassen wollte ich ihn aber doch nicht... Als wir dann noch in der Diele standen und er sich setzen musste, hat das Gepöbel dann auch sofort aufgehört – im Sitzen bellt es sich so schlecht...! Für den Anfang war es ganz o.k., denke ich. Wir werden Oli bitten, jetzt einfach öfter mal auf einen Sprung bei uns rein zu schauen, dann wird er sich schon dran gewöhnen (Rex, nicht Oli...J).

 

 

23. März 2001 – Schon wieder Ohrenschmerzen

 

Heute morgen hatte Rex schon wieder Ohrenschmerzen, diesmal aber am linken, also dem nicht operierten, Ohr. Auf dem Morgenspaziergang war noch alles in Ordnung aber als ich mittags nach Hause kam, hielt er den Kopf schief und schüttelte ihn ständig. Nach einem deshalb etwas kürzer aufgefallenen Mittagsspaziergang sind wir direkt zum Tierarzt gefahren – schließlich steht, wie immer bei solchen Dingen, das Wochenende vor der Tür und da wollte ich nicht abwarten. Dr. Sülberg hat beide Ohren gespült und noch mal Ohrentropfen aufgeschrieben aber es war zum Glück nicht schlimm sondern nur der äußere Gehörgang betroffen.

Seit heute sind die Panzerübungsgelände in Deilinghofen und Ost-Sümmern wegen der Gefahr der Einschleppung der Maul- und Klauenseuche gesperrt. Im Sommer sollen dort Schafe weiden und man fürchtet, dass Spaziergänger mit oder ohne Hunde die Erreger einschleppen könnten. Damit sind unsere wichtigsten Regenspazierplätze geschlossen! Jetzt stapfen wir halt bei Dreckwetter durch den Schlamm: die Wiesen und Feldwege stehen dank der anhaltenden Regenfälle so hoffnungslos unter Wasser, dass selbst der kleinste Spaziergang sofort in einem riesigen Schlammbad endet. Rex hat den Dreck bis auf dem Rücken und hinter den Ohren und dick schlammverkrustete Beine und ich kann meine Sachen nach jedem (!) Spaziergang auch sofort in die Waschmaschine schmeißen... was waren doch die schönen asphaltierten Wege im Übungsgelände für ein Dreckwetter-El Dorado!!! 

Gute Nachricht: Rex ist jetzt schon so lange humpelfrei und läuft so gut, dass wir das Rimadyl erst mal wieder abgesetzt haben. Hoffentlich erleben wir nicht wieder einen Rückschlag!!!

 

 

26. März 2001 – Rex fängt eine Maus!!!

 

Nachdem unser Dicker sonst immer so völlig erfolglos in Mäuselöchern buddelt, hat er heute tatsächlich eine Maus gefangen! Allerdings nicht beim Buddeln sondern im offenen Feld. Nachdem er schon ausgiebigst in verschiedenen Mäuselöchern gebuddelt hatte, sprang er plötzlich mit zwei großen Sätzen aufs Feld und nach zweimaligem Nachsetzen konnte ich schon am Quieken hören, dass er die Maus wohl erwischt hatte. Damit hätte ich nun wirklich zu allerletzt gerechnet! Wahrscheinlich haben die Mäuse zur Zeit wegen des ausgiebigen Regens und er unter Wasser stehenden Felder weniger Fluchtgänge als sonst zur Verfügung und sind nicht so schnell weg. Rex trabte auf jeden Fall ganz stolz mit seiner Maus im Maul herum und kuckte mich ganz triumphierend an. Er lies sich nur recht widerwillig heranrufen und verstaute die Maus sicherheitshalber noch ganz im Maul, bevor er bei mir ankam... nur der Schwanz hing noch vorne raus (igiiiittt!). Gefressen hatte er sie zum Glück nicht. Ich habe gelesen, dass Hunde Vergiftungserscheinungen bekommen können, wenn sie Mäuse fressen, weil sie sie im Ganzen runterschlucken und nicht wie Katzen die Galle ausspucken. Rex war dann auch bereit, die Maus gegen ein Leckerchen einzutauschen. Ich glaube nicht, dass er sie tatsächlich fressen wollte und der Tausch kam ihm wohl ganz gelegen. Für die Maus kam der Tauschhandel allerdings zu spät!

Im Anschluss hat er sich bei einem besonders interessanten Mausloch seit längerem mal wieder erlaubt, auf „Hier!“ nicht zu hören und statt dessen in aller Seelenruhe weiter zu buddeln. Auch mein zügiges Entfernen von ihm brachte ihn nicht in Bewegung! Als ich grade schon beschlossen hatte, ihn wohl oder übel abzuholen, kam er gaaaaanz gemächlich angetrottet! Ich hätte ihn am liebsten erwürgt, konnte aber nicht mal mit ihm schimpfen, da er ja freiwillig zurück gekommen war. In solchen Momenten ist mir noch nicht ganz klar, wie man am Besten verfährt. Ich war schon zu weit weg gewesen, um ihn gleich abzuholen und einfach weiter gehen kann ich ja auch nicht – es könnte ja doch mal sein, dass ein anderer Spaziergänger naht oder dass Rex mich nicht mehr findet und alleine nach Hause trapsen will... Ich bin, als er endlich geruhte zu kommen, einfach kommentarlos mit ihm weiter marschiert und habe danach das „Hier!“ verstärkt geübt. Es hatte vorher, auch auf diesem Spaziergang, so gut geklappt: er lies sich auch auf weitere Entfernung von interessanten Mauslöchern abrufen und ich war schon so stolz auf meinen Hund und dann das!!! Hätte er näher in meiner Reichweite nicht gehört, hätte ich ihn mir schnappen und entsprechend schimpfen können – so dumm isser aber nich!!!! Er kam jedes Mal ganz brav und mit Unschuldsmiene an... Ich habe ihn für jedes Kommen eifrigst gelobt und auf zügiges Kommen auch ein Leckerli spendiert, mich aber im Stillen immer noch maßlos geärgert! So langsam müsste das doch mal zuverlässig funktionieren!!!

Eine erfreuliche Nachricht gibt es auch: beim Ohrentropfen verteilen geht es mittlerweile auch ohne Maulkorb, wenn das Ohr entzündet ist. Er will mich zwar nicht gerne dran lassen und versucht, sich aus dem Staub zu machen oder legt das Ohr ganz fest an. Wenn ich trotzdem darauf bestehe, die Tropfen möglichst weit in den Gehörgang zu träufeln, jault er zwar, als würde er geschlachtet aber ein Knurren leistet er sich nicht mehr – hurra!!!

 

 

19. Mai 2001 – Rexi als Hofhund

 

Leider ist unser Tor ja immer noch nicht fertig und damit wir das schöne Wetter auch mit Hund draußen genießen können, haben wir das lange Seil aus der Hütte mit einem Karabinerhaken verbunden und können Rex nun so im Hof anbinden wie einen Hofhund. Er hat so etwas Bewegungsfreiheit im ganzen Hof und kann auch ein Stück in den Garten runter gehen, kommt aber nicht bis oben an die Straße. So kann er mit draußen sein, wenn wir im Hof sitzen, ohne dass irgend etwas passieren kann.

Er hat den für die Diele erworbenen Teppich nun für draußen bekommen: der Teppich hat sich drinnen nicht bewährt, da die Hundehaare, die Rex großzügig darauf verteilt, überhaupt nicht mehr ab zu bekommen sind – es sei denn, man rutscht auf den Knien darauf herum und säubert ihn quadratzentimeterweise mit der Fusselrolle. Der Staubsauger kommt bei diesem Teppich auf jeden Fall nicht gegen Rexis Haare an. So erfüllt der neue Teppich immerhin noch den Zweck, dass Rex draußen bequem liegen kann...

 

 

24. Mai 2001 – Der Härtetest beginnt

 

Das verlängerte Wochenende ist nun zu Rexis Härtetest auserkoren worden: das Familienfest in Aalen naht und zumindest einen kleinen Probelauf bezüglich Rexis Verträglichkeit mit meiner Familie wollte ich doch unbedingt vorher noch machen, damit ich zumindest eine leise Ahnung habe, was mich erwartet. Christian ist das lange Wochenende über segeln und Rex und ich sind also nach Steinenbronn gefahren. Alle Beteiligten waren ziemlich nervös: Rex, weil ihn die lange Autofahrt schon sehr Nerven gekostet hat und ihm schon beim Packen klar war, dass hier was nicht stimmt und es nicht nur zum Spazierengehen geht, ich, weil ich überhaupt nicht einschätzen kann, ob es auch nur annähernd erträglich wird oder ob Rex nur Stress macht, mein Vater, weil er (berechtigte) Sorge hat, dass unser Hund es auch weiterhin unmöglich macht, dass sich die Familie regelmäßig sieht und Esther, weil sie nicht nur die Tochter ihres neuen Freundes kennenlernen soll, sondern diese auch noch einen schwierigen Hund mitbringt – alles in allem also optimale Voraussetzungen für ein wirklich entspanntes Wochenende!

Als wir ankamen, haben wir erst mal einen ausgiebigen Spaziergang mit Rex gemacht. Er ist draußen einfach immer viel entspannter und durch die interessanten Gerüche auf dem Spaziergang auch abgelenkt. Der Spaziergang verlief sehr gut und völlig entspannt. Rex hatte seinen Drahtmaulkorb auf, so dass auch für ausreichend Sicherheit gesorgt war. Der Maulkorb sieht zwar gewaltig aus, behindert ihn aber fast gar nicht und Rex nimmt ihn unheimlich gut an. Die Hitze macht meinem armen Hund zu schaffen aber ansonsten hat er sich prima gehalten:

Innerhalb von zwei Stunden entspannte sich der Dicke völlig und wir verbrachten ein schönes, maulkorbfreies Wochenende zusammen, bei dem sich mein Hund vorbildlich verhalten und nichts und niemanden angebellt hat.

 

 

31. Mai 2001 – Das Tor ist fertig

 

Heute wurde – dank Allroundgenie Menne! – endlich unser lang ersehntes Gartentor fertig! Nachdem nun etwa 3 Wochen lang die Zaunpfähle wie Mahnmale in der Landschaft standen hängt nun unser Hoftor. Es sieht richtig gut aus (trotz des umgehend angebrachten Warnschildes) und endlich muss Rex nicht mehr wie ein Hofhund angebunden werden, wenn er mit raus soll. Wir haben das Tor sofort eingeweiht und ohne Leine ausgiebig im Hof gespielt. Christian hat auch noch das fehlende Zaunteil auf der anderen Seite des Hauses angebracht, so dass Rex jetzt auch unbeaufsichtigt durch den Garten laufen darf – natürlich nur, wenn wir in der Nähe sind! Aber man muss sich jetzt zumindest nicht mehr ständig umschauen, wo der Hund ist und kann auch mal in Ruhe im Garten arbeiten, etwas aus dem Haus holen, etwas dösen.... ohne dass Rex abhanden kommen kann.

Rexis größte Freude wird sein, dass jetzt auch Mahiba, eine kleine Tricolor-Border Collie Dame aus der Nachbarschaft, die gerne mal streunen geht, nicht mehr in seinem Garten markieren kann (ganz nebenbei gesagt freut mich das auch sehr, ich habe nämlich keine Lust, ständig Mahibas Hinterlassenschaften einzusammeln – sie findet, unser Garten wäre doch auch ein prima Klo).

 

 

01. Juni 2001 – Schon wieder Dauerregen!

 

Rex und ich sind heute im Dauerregen wieder einmal mehrfach bis auf die Knochen nass geworden! Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass nun doch endlich neue und gute (soll heißen teure) Wanderschuhe hermüssen, in der Hoffnung, dass die dann auch wirklich länger als 8 Wochen dicht sind... Das Wetter soll über das ganze Pfingstwochenende so bleiben – na super!

 

 

28. Juni 2001 – Schwülheißes Wetter

 

Seit einigen Tagen haben wir fürchterlich schwülheißes Wetter und die Luft ist sehr drückend. Für Rex ist dieses Wetter überhaupt nichts: er ist ziemlich matt und kommt sehr schnell aus der Puste. Zwar hat er immer Lust auf einen Spaziergang, aber die große Runde schafft er bei diesen Temperaturen kaum! Wir gehen jetzt immer mittags nach der Schule nur eine kleine Runde von maximal einer halben Stunde und dann lieber abends noch mal länger. Ansonsten genießt er vor allem nach dem Spaziergang die kühlen Fliesen im Flur sehr zum Abkühlen. Mir ist das gar nicht so recht, denn seine Liegeschwielen waren gerade so viel besser geworden, aber auf eine Decke liegen mag er dann einfach nicht. Ich reibe die Stellen nun immer regelmäßig mir Ringelblumensalbe ein und hoffe eben, dass er sich mit seiner Fliesenliegerei nicht die gerade neu nachwachsenden Härchen wieder abscheuert!

Wenn er nicht gerade erhitzt vom Spaziergang nach Hause kommt, ist der Rasen unter dem Goldregen sein neuer Lieblingsplatz. Da liegt er schön weich im Schatten und kann trotzdem den gesamten Hof und die Straße vor dem Haus überblicken. Oft schläft er da so tief und fest ein, dass er es völlig verpasst, wenn der Stadtspiegelbote kommt – so ein Ärger, das ist sonst eines der Highlights der Woche für den Dicken J...

Überhaupt nutzt Rex so langsam den Garten recht intensiv. Zu Anfang des Frühjahrs ging er, auch wenn die Türe, wie jetzt fast immer, den ganzen Nachmittag offen stand, eigentlich nur dann raus, wenn ich auch nach draußen gegangen bin. Ansonsten lag er in seinem Korb und schaute von dort aus raus. Mittlerweile geht er, nachdem er mich begrüßt hat, wenn ich von der Arbeit komme, direkt raus und legt sich draußen hin oder macht einen Kontrollgang durch den oberen Garten. Dort wartet er dann, bis ich endlich komme, um mit ihm spazieren zu gehen. Auch nachmittags liegt er gerne draußen. In den unteren Teil des Garten geht er jedoch nach wie vor nur mit uns zusammen oder wenn wir den Ball runter werfen. Zum Ballwerfen eignet sich der Garten ausgesprochen gut: durch die Hanglage kann man schön weit werfen und Rex saust mit größtem Vergnügen hinterher!

 

 

30. Juni 2001 – Ein Nachmittag unter dem Küchentisch

 

Nachdem es morgens sehr schwüles und drückendes Wetter hatte, setzten gegen Nachmittag heftige Gewitter ein – kein Wunder, in Brockhausen ist heute Waldfest und da regnet es ja bekanntlich immer!

Rex, der zunächst ganz entspannt neben dem Küchentisch gelegen hatte, während wir am Tisch saßen, bekam nach einer Weile dann doch Angst vor dem Gewitter und verzog sich mit angelegten Ohren unter den Küchentisch, wo er auch beharrlich liegen blieb. Unter dem Tisch und vor allem zwischen unseren Beinen schien ihm das Gewitter nicht mehr ganz so viel auszumachen: er legte die Schnauze auf meinen Fuß und lag dann aber mehr oder weniger entspannt unter dem Tisch. Zumindest hat er sich diesmal nicht bis unter die Eckbank verzogen... Zum Auslecken des Fruchtquarkbechers kam er sogar freiwillig kurz unter dem Tisch hervor, wollte dann aber anschließend doch lieber wieder unter dem Tisch liegen. Vielleicht geht es ihm ja auch wie Majestix und er hat Angst, dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt J!

Leider ist der Gewitterregen gegen später in den typischen sauerländer Landregen übergegangen, so dass mit dem schönen Gartenwetter erst mal wieder Schluss ist. Am späten Nachmittag haben wir eine Regenpause für einen ausgiebigeren Spaziergang genutzt. Rex wollte allerdings erst gar nicht mit. Er blieb liegen, während ich mir Jacke und Schuhe anzog und seine Leine holte – so was hat es ja noch nie gegeben! Ob’s am Gewitterwetter lag? Allerdings war das Gewitter schon eine ganze Weile vorbei... Er drehte, als ich ihn rief sogar vor der Tür wieder ab und ging zurück auf seine Decke. Ich musste ihn richtig energisch heran pfeifen! Als wir dann aber erst mal auf dem Feldweg waren, war er auch wieder ganz fröhlich voraus.

Wir haben das dusslige Reh wieder getroffen: es saß fast an der selben Stelle etwa 2 Meter vom Wegrand entfernt im Feld. Ich hatte es auch erst gesehen, als wir schon fast auf gleicher Höhe waren, rief Rex heran und führte ihn am Genickriemen vom Halti vorbei. Er schaute natürlich ganz aufgeregt um sich („irgendwas muss ja sein, wenn sie mich schon festhält...“), entdeckte aber das Reh, das diesmal ruhig stehen blieb, zum Glück nicht.

Endlich habe ich ein robustes Quietschespielzeug gefunden, das die Quietsche so am Ende angebracht hat, dass Rexi mit seinen Zähnen nicht rankommt – zumindest hoffe ich das! Er ist sehr begeistert davon und lässt das gute Stück, eine Zeitung, nicht mehr aus den Augen und schleppt es überall hin mit. Hoffentlich hält die Quietsche nun auch wirklich einmal länger als nur ein paar Tage!

 

 

1. Juli 2001 – Alte Freunde

 

Heute sind wir bei schönstem Wetter spontan zu einem Besuch ins Tierheim Hürth aufgebrochen, von wo wir Rex haben. Zugegeben waren wir etwas nervös, ob sich Rex wohl noch an seine alten Freunde erinnern oder aggressiv reagieren würde. Sicherheitshalber haben wir es mit Maulkorb getestet und siehe da: unser Dicker scheint ein hervorragendes Gedächtnis zu haben. Er hat alle Leute, die er damals akzeptiert hatte (so viele waren es ja nicht...J) ausgesprochen freudig und lieb begrüßt und sich anfassen und knuddeln lassen, obwohl er sie ja auch seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen hatte. Im Tierheim haben sich auch alle gefreut, den Dicken mal wieder zu sehen (und so freundlich von ihm begrüßt zu werden – vor allem Jochen wäre wohl recht beleidigt gewesen, wenn Rex ihn nicht mehr erkannt hätte...).

Unser TA hatte da ja große Bedenken gehabt aber zum Glück scheint es wirklich so zu sein, dass er, wenn er jemanden mal akzeptiert hat, sich dann auch nach längerer Zeit noch dran erinnert. Das läßt ja auch hoffen, dass Besuche von der Familie – sollte er sie jemals akzeptieren – relativ problemlos auch nach etwas längerer Zeit erfolgen können. In diesem Sinne sollten wir verstärkt daran arbeiten, die Beziehung zwischen Rex und meiner Familie noch etwas auszubauen!

 

 

3. Juli 2001 – Seit langem Mal wieder die Wurfkette

 

Nachdem wir jetzt schon wochenlang ohne die Wurfkette ausgekommen waren, kam sie heute beim Abendspaziergang mal wieder zum Einsatz: auf dem Feldweg von der Burg Klusenstein hörte Rex im Feld ein Reh und trabte zügig und fleißig fixierend los! Sowohl mein Pfiff als auch ein Hier! störten ihn überhaupt nicht. Zum Glück halte ich seit unserer Rehbegegnungen auf dieser Strecke die Kette schon immer in der Hand und konnte einen ziemlich guten Wurf landen: die Kette schlug mit lautem Klirren etwa 20 cm neben seiner linken Schulter auf und der Dicke hat sich ordentlich erschreckt! Er bremste sofort und schaute mich verwirrt an *ggg*! Auf das Hier! kam er sofort und sichtlich irritiert (Feiiiiiiiiin!!!! + Leckerchen). Leider war es mittlerweile schon etwas dämmrig und ich musste richtig lange suchen, bis ich die Kette auf dem Schotterweg wieder gefunden hatte. Rex beobachtete die Suchaktion aus dem Platz! Bleib! sehr interessiert (und ich meinte, ein schadenfrohes Grinsen auf seinem Gesicht gesehen zu haben...J).

 

 

5. Juli 2001 – Endlich Ferien!!!

 

Erster Ferientag und brüllend heißes Wetter! Rex freute sich sichtlich, dass er den ganzen Tag jemanden zu Hause hatte, aber ob des heißen Wetters haben wir’s langsam angehen lassen, nur kurze Spaziergänge unternommen und ansonsten den ganzen Tag friedlich zusammen unter’m  Apfelbaum gelegen. Rex hatte einen dicken Rinderknochen gekriegt und war äußerst glücklich damit. Ein paar Mal habe ich ihn unter dem Kirschbaum weggerufen, wo er die herunter gefallenen Kirschen aufgesammelt hat. Ich will nicht, dass er zuviel davon frisst und eventuell wieder Durchfall bekommt – er ist da ja etwas empfindlich.

Den Mittagsspaziergang haben wir den Waldweg hoch gemacht (und waren beide ziemlich fertig, als wir oben waren, aber wenigstens war der Weg schattig...), wo wir am Bach oben eine längere Rast eingelegt haben: ich konnte gemütlich unter den Bäumen sitzen und Rex lag etwa 20 Minuten im Bach und kühlte so langsam wieder ab. Erst als er nicht mehr gehechelt hat, haben wir den Rückweg angetreten. Zu mehr Aktivität ist es einfach zu heiß!!!

Mittlerweile klappt es hervorragend, dass Rex sich immer schön umschaut, wenn wir spazieren gehen. Vor allem bei den abschüssigen Waldwegen musste man ihn sonst immer mit Laaaangsam! bremsen, weil er sonst zu weit voraus lief. Langsam laufen kann er bergab nicht so gut, aber er hält jetzt immer schön von selbst an, schaut sich um und wartet, so dass er nicht zu weit voraus läuft. Das ist ein sehr schöner Erfolg und ich bestätige ihn jedes Mal auch mit einem dicken Lob und ab und an mit einem Leckerchen. Wenn uns jemand hören könnte, würde er uns sicher für völlig verrückt halten *gg*!

 

 

6. Juli 2001 – Guter Gehorsam trotz Reh

 

Rex konnte sich wohl noch gut an die Wurfkette erinnern: als heute einige Meter vor ihm wieder einmal ein Reh im Feld herumstapfte, konnte ich meinen durchstartenden Hund mit einem scharfen Na! als Warnruf zur sofortigen Vollbremsung bewegen. Große Freude bei mir und dickes Lob und der Jackpot (alle restlichen Leckerchen aus der Hosentasche) für den Dicken!

 

 

7. Juli 2001 – Armer kranker Hund!

 

Heute Morgen überraschte mich ein Blick in den Flur mit der Tatsache, dass Rex wohl über Nacht schon wieder Durchfall bekommen hat! So begann das Wochenende für uns mit Aufwischen und für Rex mit einer Nulldiät – wie schön!!! Gepriesen seien die Fliesen im Flur und die Tatsache, dass der Dicke nicht noch groß rumgelatscht ist und alles verteilt hat.

Ansonsten war er aber ganz fröhlich und lief auch zwei Mal die große Runde locker mit. Abends habe ich ihm eine Portion Reis mit Hühnerbrühe gegeben und wir hoffen nun, dass er es gut verträgt und vor allem die Nacht über durchhält. Christian ist mit ihm sehr spät noch eine kurze Abendrunde gegangen und wenn ich morgen sehr früh mit ihm gehe, wird es hoffentlich gut gehen...

 

 

8. Juli 2001 – Frische Landluft

 

Leider hat Rex heute vor mir gemerkt, dass eine der Wiesen, an denen wir auf der großen Runde vorbeikommen, frisch gedüngt ist und hat sich mit Wonne darin gewälzt. Als ich ihn herangerufen hatte, war es schon zu spät! Da heute kühles Nieselwetter ist, will ich ihn auch nicht baden – er hat mit seinem Durchfall genug zu tun und eine Erkältung will ich nicht riskieren... Nun verbreitet der Dicke, wo immer er geht und steht einen Hauch von frischer Landluft. Leider ist er heute auch ganz besonders anhänglich und will immer gerade da liegen, wo wir auch sind, so dass wir ständig von leichtem Kuhstallmief umgeben sind – suuuuuper!

Dafür hat er den Reis gut vertragen und bisher noch nicht wieder mir Durchfall zu kämpfen gehabt. Heute Morgen hat er dann auch eine Hand voll Trockenfutter unter den Reis mit Brühe bekommen und auch das gut vertragen. Das gibt’s heute Abend auch noch mal und dann können wir ab morgen vielleicht schon wieder normal füttern. Ansonsten kommt ihm das Wetter sehr entgegen: da es nicht mehr so heiß ist, ist er auch gleich wieder viel munterer und ausdauernder. Zu meiner großen Freude klappt draußen das Bei-Fuß-gehen ohne Leine mittlerweile sehr gut! Ich muss ihn nur noch selten erinnern, dass er das Kommando nicht selber aufheben darf (mittlerweile nur noch so alle 50 Meter und nicht mehr alle 5 Schritte). Da er auch ausgesprochen gut und zuverlässig hört, wenn er so nah bei ist, muss ich selbst bei Begegnungen mit Rehen oder Hasen nicht fürchten, dass er neben mir durchstartet und kann im Zweifel noch schnell zugreifen, falls es mal doch nicht klappt – das hoffe ich zumindest! Für Begegnungen mit Passanten oder anderen Hunden kommt diese Möglichkeit natürlich nicht in Frage, aber ich gehe davon aus, dass selbst das lahmste Reh noch deutlich schneller weg ist, als mein alter Hund hinterherlaufen kann.

Die Quietschezeitung ist nach wie vor der Renner und er kann gar nicht genug davon bekommen. Er spielt mit großer Begeisterung damit, vor allem natürlich mit uns aber er holt sie sich auch oft alleine und kaut darauf rum. Ich bin gespannt, wann der erste entnervte Nachbar fordert, der Quietsche den Garaus zu machen.

Wir haben eine Regenpause genutzt, um ins Panzerübungsgelände zum Spazierengehen zu fahren. Rexi war völlig überdreht, als er merkte, dass es mit dem Auto weggehen soll. Nur unter größtem Gezappel war es möglich, ihm den Autogurt anzulegen und ihn dazu zu bringen, vor dem Gartentor zu warten. Als er dann vor dem Auto stand, war das Warten auf das Hopp auch noch eine echte Geduldsprobe für ihn. Als er dann endlich reinspringen durfte, war er so schnell und schwungvoll, dass er es zum ersten Mal in einem Satz bis ins Auto geschafft hat. Ich hatte mich schon gebückt, um sein Hinterteil reinzuheben und griff völlig überrascht ins Leere! Ich glaube, er war selber mindestens genau so verblüfft.

 

 

13. Juli 2001 – Auf Mahibas Spuren

 

Als ich heute meinen Hund suchte – er war etwa eine halbe Stunde alleine im Garten, während ich im Haus war – konnte ich ihn im Garten nirgends finden. Dafür trottete ein Schäferhund, der dem meinen verblüffend ähnlich sah, bei Nachbars über den Rasen, die Nase tief am Boden und ganz offensichtlich auf Mahibas Spuren. Zum Glück habe ich einen sehr gehorsamen Hund und es genügte ein einziger Pfiff, um ihn zu mir an den Zaun zu beordern. Er kam ganz fröhlich an, offensichtlich begeistert, mich zu sehen. So schnell war ich noch nie über einen Zaun, wie da! (Dafür habe ich auch einen schönen großen blauen Fleck als Erinnerung behalten). Ich habe mir Rexi geschnappt und eiligst vorne herum durchs Tor wieder auf unser Grundstück laviert! Nach dem ich den ersten Schreck verdaut hatte (das Nachbargrundstück ist auch noch zur Straße hin offen) kam auch schon ein Anruf vom Nachbarn, ob ich jemanden vermissen würde... Nein, nein, ich hab ihn schon wieder, vielen Dank! Wir haben uns dann am Zaun getroffen und untersucht, wo der Dicke ausgebüxt sein könnte. Er hatte sich – und ich hätte nie für möglich gehalten, dass das überhaupt irgendwie geht – unter dem Zaun durch gequetscht. An einer einzigen Stelle sitzt der Zaun nicht direkt auf dem Boden auf und es ist eine Lücke von maximal 15-20cm. Dass da ein ausgewachsener (hüftkranker und recht alter) Schäferhund durch passen soll, ist schwer zu glauben aber er hat es ja ganz offensichtlich geschafft. Bisher hatte er noch nie auch nur annähernd Ambitionen gehabt, dem Zaun auch nur nahe zu kommen, aaaaaber: Lady Mahiba ist läufig! Das ist natürlich ein großer Anreiz! Jetzt wird erst mal der Zaun abgedichtet und Rexi darf auch dann nicht mehr alleine raus – es hätte ja auch was passieren können!!! Dieser Hund raubt mir noch den letzten Nerv!!!

 

 

21. September 2001 – Dreckwetter

 

Nach dem wir nun seit Wochen Glück hatten und immer in einer ausreichend langen Regenpause unseren Spaziergang machen konnten, ohne nass zu werden, hat es uns heute gründlich erwischt! Wir waren noch nicht ganz die Hälfte der Strecke gegangen, als sich der leichte Nieselregen zu einem echten Gewitter ausgedehnt hat.  So nass sind wir schon lange nicht mehr geworden!!! Der Guss dauerte nur etwa 10 Minuten, reichte aber aus, um uns gründlich zu durchweichen – selbst Rexis gute Dreckwetterlaune war dahin: mit gesenktem Kopf trottete er neben mir her nach Hause!

Mich hat der heutige Spaziergang dazu gebracht, noch am selben Nachmittag wasserdichte Goretexhosen zu bestellen.

 

 

23. September 2001 – ausgedehnte Spaziergänge und etwas Muskelkater

 

Seit zwei Tagen hält sich das Wetter etwas besser und wir machen mindestens zwei lange Spaziergänge am Tag! Rexi hat morgens dementsprechend ein klein wenig Muskelkater und geht etwas steif aber nach ein paar Schritten gibt sich das und er trabt fröhlich und locker drauf los. Ich glaube nicht, dass ich ihn ernstlich überfordere und er läuft bei den Spaziergängen bis zum Ende fröhlich voraus.

 

 

24. Dezember 2001 – Lange Fahrt nach Aalen

 

Heute sind wir nach einem ausgiebigen Morgenspaziergang nach Aalen zu meiner Tante abgefahren. Rex hatte, da er dort noch keinen eigenen Korb hat, hinten im Kombi in seinem Korb reisen können, was eigentlich ganz praktisch ist für die lange Fahrt, da er im Korb einfach besser liegt und keine Rückenschmerzen bekommt. Allerdings muss dann seine Box mit den diversen Leinen etc. noch mit auf die Rückbank, was uns arge Platzprobleme bescherte – unser Hund reist mit deutlich mehr Gepäck als wir: Futter, Medikamente, Leinen, Spielzeug, Leckerchen usw. passten so grade eben in zwei Klappboxen!

Leider schneite es auf der Fahrt ziemlich, so dass wir nur schlecht voran kamen und mit zwei relativ kurzen Schneesturmspaziergangspausen fast 7 Stunden gebraucht haben. Angekommen haben wir mit meiner Tante und Rex erst einmal einen kurzen Spaziergang gemacht und sie ist dann mit Rex ins Haus gegangen. Es ging eigentlich erstaunlich gut: anfangs haben wir Rex noch festgebunden, aber dann durfte sich der Dicke, zur Sicherheit mit Maulkorb versehen, frei in der Wohnung bewegen und von meiner Tante füttern lassen. Er war zwar ziemlich hektisch und wollte überhaupt nicht in seinem Korb liegen bleiben, zeigte aber keinerlei Aggression.

 

 

25. – 27. Dezember – Schöne, ruhige Tage

 

Rex hat sich vorbildlich benommen! Er war nur lieb und durfte in der Wohnung dann auch völlig frei und ohne Maulkorb gehen. Mein Vater und Esther kamen noch dazu und wir gewöhnten ihn auch da zunächst mit einem gemeinsamen Spaziergang und einigen Leckerchen an die Beiden. Ich glaube, an meinen Vater hat er sich erinnert, den kannte er ja auch schon etwas länger. Es waren sehr schöne und ruhige Tage und der Dicke entspannte sich von Stunde zu Stunde mehr! Man kann dort sehr schöne und lange Spaziergänge machen und es lag jede Menge Schnee, so dass unser Hund, ausgelastet und rechtschaffen müde, in der Wohnung sehr ruhig und zufrieden war.

Zu lange dürfen wir nicht bleiben: meine Tante kann Rexis Augenaufschlag nie widerstehen und füttert ihn ständig mit leckeren Sachen, so dass wir bald ein Mastschwein an der Leine haben!

 

 

28. Dezember 2001 - Rückfahrt

 

Die Rückfahrt war deutlich angenehmer als die Hinfahrt und mit 5 Stunden Fahrt inclusive zweier Pausen sind wir ganz gut durchgekommen. Rex hatte in Aalen noch einen langen Morgenspaziergang bis zur Skipiste und war entsprechend müde. Er hat in seinem Korb ganz gut geschlafen und überhaupt nicht gejammert. Trotzdem ist es natürlich schon eine lange und anstrengende Tour, auch für den Dicken. Da wir erst abends ankamen, bekam er nur noch einen kleinen Spaziergang zu Hause, schien aber damit auch völlig zufrieden. Den Rest des Abends verbrachte er selig schlafend im Korb.

 

 

29. Dezember 2001 – Erholungstag zu Hause

 

Wir haben heute einen ruhigen Erholungstag eingelegt. Auf dem ausgiebigen Morgenspaziergang musste Rex an jeder Ecke eine Menge schnüffeln und eben waren wir noch im Übungsgelände, seinem absoluten Lieblingsgebiet. Rex macht den Eindruck, als sei er ganz froh, wieder zu Hause zu sein und schläft viel.

Seinem Gehorsam haben die letzten Tage nicht gut getan: man muss alles zwei Mal sagen! Ab jetzt herrschen wieder strengere Sitten, dann wird’s schon wieder gehen...

 

 

31. Dezember 2001 – Spielen und schlafen

 

Rex liebt Schnee über alles – wenn er nicht zu hoch liegt! Natürlich darf auf keinen Fall der Bauch nass werden und so sind die 10 cm Schnee, die hier momentan liegen, genau richtig für den Dicken! Er ist verspielt wie selten und tobt auf den Wiesen urplötzlich los und will unbedingt fangen spielen. Zum Glück ist er noch schneller k.o. als ich...

Man merkt ihm seine 11 Jahre doch schon deutlich an und wenn ich so zurückblicke, wie es noch vor einem Jahr war, dann ist er eben doch älter geworden und kann nicht mehr so lange spazieren gehen oder spielen. Er schläft viel über den Tag und wenn er dann so gemütlich in sein Körbchen eingemuckelt da liegt, sieht er so zufrieden aus, dass es eine Freude ist, ihn zu beobachten. Vor allem wenn ich daran denke, dass die ersten neun Jahre seines Lebens überhaupt nicht gut waren, hoffe ich sehr, dass ihm noch einige zufriedene und schöne Jahre bleiben. Er hat sie wirklich verdient!

 

 

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