05.
Januar 2002 – Angst vor Heißluftballon
Zu Beginn des heutigen Morgenspaziergangs sind wir
Bekannten begegnet, mit denen ich mich kurz unterhalten habe. Nachdem
der Dicke zuerst ruhig neben mir stand, hat er die Beiden dann doch zwei
Mal kurz angebellt. Obwohl ich etwas enttäuscht war, dass es nicht ganz
ruhig gegangen ist – schließlich ging es jetzt ja schon manchmal –
sehe ich schon, welche Fortschritte Rex macht. Er hat sich nicht in die
Sache reingesteigert und war dann auch wieder ruhig.
Bei unserem Weg über die Felder sind wir einem Heißluftballon
begegnet, der relativ nahe (aber doch bestimmt einen Kilometer entfernt)
und mit geringer Höhe neben uns her fuhr. Rex entdeckte den Ballon und
blieb stehen, um sich das Ganze anzuschauen. Ich lies ihn eine kurze
Weile schauen und ging dann weiter und rief ihn mit. Er kam auch,
starrte aber immer noch, Augen und Ohren auf den Ballon gerichtet, in
dieselbe Richtung. Der Ballon fuhr in etwa 1 km Abstand mit mäßiger
Geschwindigkeit neben uns her in die selbe Richtung. Bis ich mich wieder
umdrehte, weil der Dicke nicht mehr neben mir war, war er schon etwa 30
Meter Richtung zu Hause getrabt, den Ballon immer noch starr im Blick.
Auf meinen Pfiff hin kam er aber sofort, behielt allerdings den ach so
bedrohlichen Punkt am Himmel immer im Blick. Für das brave und zügige
Kommen gab’s ein Lecker und ein dickes Lob und wir marschierten
weiter. Rex ging kurz neben mir uns schlich sich dann zum zweiten Mal
nach hinten weg und trabte Richtung Heimat. Diesmal musste meinem Pfiff
schon ein energisches „Hier“ folgen, um ihn wieder zu mir zu
bringen. Bis dahin hatte er den Blick noch nicht einmal von dem Ballon
abgewendet. Ich behielt ihn mit „Hier bleiben“ neben mir und
schickte ihn nach ein paar Metern voraus. Um ihm nicht einzureden, er
sei im Recht mit seinem Misstrauen, ging ich gar nicht weiter auf sein
Verhalten ein. Er entfernte sich nicht allzu weit nach vorne (max. 4
Meter) und starrte die ganze Zeit weiterhin den Ballon an, der uns
mittlerweile langsam überholt hatte. Mein armer Hund hatte nicht einmal
Zeit, an den vielen sonst so interessanten Stellen zu schnüffeln und
entspannte sich erst wieder, als nach etwa 1 km der Ballon hinter einem
Hügel verschwand.
Ich fand die ganze Geschichte in sofern interessant,
als er sich normalerweise ja überhaupt nicht für Dinge interessiert,
die weiter weg sind und auch nie sonst vor irgendetwas davon läuft –
im Gegenteil. Ich erinnere mich aber, dass er vor einigen Monaten die
Hubschrauber, mit deren Hilfe der Wald hinter unserem Haus gekalkt
wurde, außerordentlich misstrauisch beäugt hat, wenn sie über unseren
Garten flogen. Ich dachte damals, es läge an dem lauten Geräusch aber
anscheinend machen ihm große „Tiere“ am Himmel doch Angst. Komisch,
was erwartet er? Flugsaurier? LKWs interessieren ihn ja auch nicht und
die kommen viel näher...
13.
Januar 2002 – Charlotta
Gestern nach dem Spaziergang hatten wir Iris mit
Charlotta getroffen und uns für heute zum Spaziergang verabredet.
Charlotta – kurz Lotte – ist eine jetzt 10 Monate alte Dobermannhündin
von unglaublichem Temperament aber sehr, sehr lieb. Rex kennt sie schon,
da wir öfter an Lottes Garten vorbei kommen. Bisher hat er die
„Kleine“ nicht sonderlich ernst genommen und fand sie auch nicht
allzu bedrohlich, so dass ich eigentlich ganz guter Dinge war, was den
Spaziergang anging. Rex musste, zur Sicherheit für alle Beteiligten,
mit Maulkorb gehen, was er ja aber immer mit Fassung trägt... Es lief
alles ziemlich gut: als wir los gingen, bellte Rex zwar einmal empört
in Richtung Lotte, lief dann aber brav bei
Fuß, den fremden Hund immer misstrauisch im Blick...
Auf dem Feldweg angekommen, leinten wir die Hunde ab
und von da an war es für meinen armen Hund mit der Ruhe vorbei:
Charlotta raste auf und ab, umkreiste ihn und versuchte ständig, ihn
zum Spielen aufzufordern. Rex war völlig verzweifelt und hatte eine
Heidenangst vor Lotte, hielt sich aber tapfer: er bellte überhaupt
nicht, sondern blieb immer, wenn Lotte angesaust kam, verzweifelt stehen
und schaute mich hilfesuchend an. Er traute sich nicht an ihr vorbei und
stand so lange stocksteif da, bis Lotte die Nase voll von ihm hatte und
weiter rannte. Das ging so den ganzen Spaziergang lang: mal war Lotte
weit voraus, dann entspannte sich Rexi etwas, mal kam sie wieder in
ihrem Wahnsinnstempo angerast und sprang um ihn herum, dann stand er da
wieder und traute sich kaum zu bewegen... Gegen Ende des Spaziergangs
wurde auch Lotte ruhiger, so dass auch Rex etwas mehr zur Ruhe kam und
sich ein wenig entspannen konnte. Mit der Zeit wird er sich sicher daran
gewöhnen und die Spaziergänge dann auch genießen können. Zumindest
lernt er so auch mal einen anderen Hund etwas kennen und kann lernen,
wie man so unter Hunden miteinander umgeht. Ich war auf jeden Fall sehr
stolz auf unseren Dicken, da er überhaupt nicht aggressiv reagiert hat,
obwohl im die ganze Sache überhaupt nicht geheuer war!
20.
Januar 2002 – Verlaufen
Christian
und Rex zogen heute Nachmittag alleine los, da ich noch arbeiten musste.
Eigentlich wollten sie nur eine kleine Runde im Übungsgelände drehen,
doch die beiden tauchten überhaupt nicht mehr auf! Endlich, nach 2 ½
Stunden, waren sie wieder da: die Beiden hatten sich im dichten Nebel völlig
verlaufen und fanden lange den Weg nicht zurück! Mein armer Hund war völlig
am Ende und konnte kaum mehr eine Pfote vor die andere setzen – so
langsam wird er eben doch alt!
25.
Januar 2002 – Ohrenschmerzen
Rex
hat nun schon seit einigen Tagen wieder Ohrenschmerzen und die Tropfen
scheinen überhaupt nicht zu helfen. Also heute wieder einmal zum
Tierarzt. Leider ergab sich, dass seine Ohren völlig zusitzen und dank
seiner chronischen Ohrenentzündung die Erreger wohl schon resistent
gegen die Tropfen sind. Rex bekam also eine Zinksalbe in die Ohren
geschmiert und sieht nun dank der weißen Paste aus wie ein Clown. Das
Zeugs färbt höllisch ab und lässt sich nur schwer wieder aus den
Klamotten bringen, soll aber die Ohren trocken legen und so der Entzündung
ein Ende bereiten. Hoffentlich hilft es!
27.
Januar 2002 – Zweiter Versuch
mit Lotte
Heute dann der zweite Spaziergang mit Iris und ihrer
wilden Hummel Lotte. Rex ertrug die ganze Sache schon etwas entspannter,
auch wenn man ihm deutlich ansah, dass er ständig wünschte, Lotte würde
sich durch eine glückliche Fügung in Luft auflösen. Dieser hibbelige
und wibbelige Hund macht ihm immer noch gehörig Angst und er ist sehr
unsicher aber er knurrt oder bellt die kleine Maus überhaupt nicht an.
Wenn sie um ihn herum saust, bleibt er einfach stocksteif stehen und
wartet, bis sie wieder davon rast... Gegen Ende des Spaziergangs konnte
er den Wirbelwind aber schon ganz gut ignorieren und lies sich nicht von
ausgiebigen Schnüffeleien am Wegesrand abbringen.
29.
Januar 2002 – Zinksalbe in
großen Mengen
Unser
Tierarzt hat es heute sehr gut mit der Zinksalbe gemeint und eine große
Menge davon in Rexis Ohren gekleistert. Den ganzen Nachmittag war der
Hund nahezu taub und färbte fürchterlich ab: der Korb ist schon ganz
weiß und auch auf dem Küchenboden und auf Christians Teppich waren
deutliche Spuren zu sehen. Das Zeug klebt ziemlich und lässt sich
wirklich sehr schlecht wieder entfernen. Dafür bekommt der Hund dank
seiner leuchtend weißen Ohren auf dem Spaziergang eine Menge Beachtung
und trägt zur Erheiterung des ganzen Dorfes bei...
01.
Februar 2002 – Irgendwas ist
ja immer...
Hurra, Rexis Ohren sind deutlich besser! Heute das
letzte Mal Zinksalbe und dann müsste es eigentlich in Ordnung sein. Dafür
humpelt er wieder L!
Diesmal vorne links... Er soll die nächsten 10 Tage Rimadyl bekommen
und wir hoffen, dass es dann besser ist!
11.
Februar 2002 – Mit dem
Humpelhund zum Tierarzt
Das Humpeln ist auch mit Rimadyl nicht besser
geworden und so sind wir heute noch mal zum Tierarzt gefahren. Rex hat
nun auch eine Verdickung an der linken Pfote und musste geröntgt
werden. Es erwies sich als außerordentlich gut, dass Christian heute
frei hat und mit zum Tierarzt kommen konnte: es ist gar nicht so
einfach, einen sich heftigst wehrenden 40kg-Hund auf dem Röntgentisch
fest- und vor allem ruhig zu halten. Rex hat gut gekämpft, konnte aber
gegen eine Übermacht von drei Leuten nicht lange durchhalten und so
haben wir es mit vereinten Kräften geschafft, ein Röntgenbild von
seinen beiden Vorderpfoten zu machen. Leider, oder besser zum Glück für
den Dicken, erwies sich die ganze Plackerei dann als nicht sehr
ergiebig, da auf dem Röntgenbild nichts Auffälliges zu sehen war. Die
Veränderung betrifft also zumindest nicht das Gelenk sondern nur das
Gewebe und Rex hat nun für die nächsten Tage ein Antibiotikum
verschrieben bekommen und soll am Samstag zu weiteren Untersuchungen in
die Praxis kommen. Hoffentlich ist es nichts Ernstes! Rex quittierte
seine Niederlage zuerst mit heftigstem Knurren und als das alles nichts
half mit wehleidigem Geheule, das sicher bis auf die Straße zu hören
war. Überhaupt hat er sich seit dem denkwürdigen Tag, an dem ihm drei
mal Blut abgenommen werden musste, auf’s Jammern und Jaulen verlegt.
Das beginnt schon im Flur und nimmt seinen Höhepunkt bei der
Untersuchung durch den Tierarzt, völlig egal, wie schmerzlos diese
Untersuchung auch sein mag. Das ist der Sache leider nicht sehr
dienlich, da der Tierarzt so nicht gut herausfinden konnte, wie schmerz-
oder druckempfindlich die Verdickung an der Pfote ist – wir werden das
zu Hause in Ruhe mal ausprobieren müssen. Zwar hatten wir schon daran
herum gedrückt, aber wohl nicht mit genug Druck...
14.
Februar 2002 – Erstes
Interesse an Lotte
Abends kamen Iris und Lotte noch vorbei und haben uns
zu einer kleinen Runde über die Felder abgeholt. Rex, der Charlotta
einige Zeit nicht gesehen hatte, bellte sie zwar anfangs etwas an, war
dann aber ganz brav. Als wir die Hunde am Waldrand ableinten, zeigte
sich Rex schüchterner denn je und traute sich überhaupt nicht an der
wild hin und her tobenden Lotte vorbei. Nach einigen Minuten zeigte er
aber zum aller ersten Mal echtes Interesse an Lotte und schlich sich
ganz vorsichtig und langsam an die am Wegrand schnüffelnde Hündin an,
um zu schnuppern. Da Charlotta aber nie mehr als ein paar Sekunden an
ein und der selben Stelle stehen bleiben kann, war sie schon wieder
weiter gesaust, ehe Rex recht dazu gekommen war, auf seine vorsichtige
Art Kontakt aufzunehmen. Aber immerhin
zeigt er endlich einmal auch Interesse an Lotte und erträgt sie nicht
nur genervt...
15.
Februar 2002 – Frühlingswetter
Heute haben wir bei schönstem Sonnenschein im Übungsgelände
einen herrlichen, ausgedehnten Spaziergang gemacht. Mir scheint es so,
als wäre Rexis Humpeln besser geworden – mal sehen, was morgen der
Tierarzt sagt. Allerdings fällt mir auf, dass der Dicke noch
kurzatmiger geworden ist und sehr schnell außer Atem gerät. Wir haben
schon überlegt, ob es an den vielen Medikamenten liegen kann, die er
zur Zeit einnehmen muss. Vielleicht wird er aber auch einfach alt. Uns fällt
auf, dass Rex immer in Schüben altert. Urplötzlich ist er dann auf
einmal nicht mehr so fit wie vorher. Das hält dann immer ein paar
Wochen an, wird dann wieder etwas besser aber im Endergebnis ist er dann
doch weniger fit und irgendwie „älter“ als vorher... Den letzten
großen „Alterungsschub“ hatte er im Herbst, als er so schlimm
Durchfall hatte. Davon hat er sich irgendwie nicht mehr so richtig
erholt und seine Kondition ist seit dem deutlich schlechter. Zum Glück
betreffen diese Alterserscheinungen nur seine Kondition und nicht seine
Lebensfreude: unser Hund ist fröhlich und zufrieden wie eh und je.
Die Schilddrüsentabletten tun ihm sichtlich gut: sein Fell ist
wieder wunderschön geworden und es ist auffällig, dass er nicht mehr
so viel schläft und nicht mehr so träge ist. Er will wieder mehr
spielen (auch wenn er nicht mehr so lange durchhält und schnell aus der
Puste ist) und beobachtet seine Umwelt wesentlich wacher.
Als der Dicke entspannt in seinem Korb lag, habe ich
noch einmal seinen Knubbel an der Pfote untersucht und bin zu dem
Schluss gekommen, dass es ihm zwar unangenehm ist, wenn man daran rumdrückt,
aber wohl nicht sonderlich weh tut.
16.
Februar 2002 – Weiter
Antibiotika
Der Tierarztbesuch hat nichts Neues ergeben aber da
das Humpeln besser geworden ist, wird die Antibiotikabehandlung nach
einmal 5 Tage fortgesetzt. Wir müssen also am Mittwoch noch mal hin.
Rex hat sich einigermaßen manierlich benommen, obwohl ihm auch noch das
Ohr ausgeputzt werden musste (die Reste der Zinksalbe störten ihn und
er schüttelte ständig den Kopf).
Dafür gab’s noch einen ausgiebigen Spaziergang im
Übungsgelände bei schönstem Sonnenschein! In der Sonne sind die
Temperaturen schon ganz angenehm und es war für alle ein schöner
Spaziergang.
22.
Februar 2002 – Immer noch
nicht humpelfrei
Rexis Humpeln ist zwar deutlich besser geworden, aber
immer noch nicht weg. Dafür ist die Schwellung auch schon etwas zurück
gegangen. Er bekommt jetzt für die nächsten 10 Tage ein Penicillinpräparat
und dann haben wir das Ganze hoffentlich endlich hinter uns! Dafür bin
ich jetzt auch noch krank und Christian liegt seit Montag im Krankenhaus
– viel schlimmer kann’s eigentlich nicht mehr kommen!
23.
Februar 2002 – Ein
Fernsehsessel für Rex
Auf dem Rückweg vom Arzt habe ich heute einen
kleinen Abstecher zum Fressnapf gemacht und für Rex einen weiteren Korb
(also auch so eine Plastikwanne) erstanden. Das Ding ist eine Nummer
kleiner und eigentlich für den Wohnwagen gedacht, in den der große
Korb nicht reinpasst. Diesen neuen Korb gab’s im Angebot mit einem schönen
weichen Kissen drin... Zu Hause angekommen, habe ich Rexi natürlich
sofort sein neues Möbelstück (bei einem Hund dieser Größe darf man
einen Hundekorb schon ein Möbelstück nennen) gezeigt und er hat ihn
sofort geliebt. Nun steht der Korb in Christians Zimmer vor dem
Fernseher und Rexi liegt beim Videoschauen zufrieden drin – ein echter
Fernsehsessel! Wahrscheinlich endet es damit, dass das Ding da stehen
bleibt und ich noch einen (!!!) Korb für den Wohnwagen erstehen
werde...
24.
Februar 2002 – Rückkehr zum
Halsband und Krankenbesuch
Heute habe ich Rex mit zum Krankenbesuch nach Menden
genommen. Er musste zwar im Auto warten, aber immerhin konnte Christian
das Krankenhaus kurz verlassen und den Dicken begrüßen: große Freude
auf beiden Seiten! Rex ist nicht sonderlich zufrieden, wenn einer von
uns länger weg ist. Zu Hause weicht er mir nicht von der Seite und hat
offensichtlich Sorge, dass ich ihm auch noch abhanden komme. Als ich
gestern in der Badewanne lag, hat er sich trotzdem ich reichlich
eingeheizt hatte, die ganze Zeit nicht von der Badematte gerührt...
Ansonsten geht Rex nun nicht mehr am Halti sondern
wieder am ganz normalen Halsband. Sein Verhalten hat sich so super
gebessert, dass er auch am Halsband gut zu korrigieren ist bzw. er gar
nicht erst rüpelt. Das Ganze hat sich die letzten Tage zumindest gut
bewährt.
01.
März 2002 – Gekläffe
Auf unserem heutigen Spaziergang im Panzerübungsgelände
hat sich Rex seit ganz langer Zeit mal wieder einen echten Ausraster in
Sachen Leinenrüpeln geleistet. Direkt am Anfang schon kam uns ein
Golden Retriever entgegen, der frei lief. Natürlich hörte er überhaupt
nicht auf seine Besitzerin und kam fröhlich auf uns zu getrabt und so
bis auf etwa 1,5 Meter heran. Rex, der komischerweise fast immer mit
Gekläffe auf Golden reagiert, warf sich in die Leine und tobte los, was
das Zeug hielt und war überhaupt nicht zur Ruhe zu bringen. Da auch der
Golden nicht bereit war, sich auch nur ein paar Schritte von uns zu
entfernen ging das leider eine ganze Weile so.
Ich war reichlich enttäuscht und sauer, da ich eigentlich
dachte, das hätten wir hinter uns. So trug Rex auch natürlich nicht
das Halti sondern nur sein Geschirr und war damit auch nicht zur Ruhe zu
bringen, auch der Schnauzengriff interessierte ihn überhaupt nicht.
Erst als der Golden endlich seinem längst entschwundenen Frauchen
hinterher trottete, kehrte
Ruhe ein.
Allerdings ist der Dicke dann an allen anderen
Hunden, die uns begegnet sind, ruhig und brav bei Fuß vorbei gegangen. Somit werden wir trotz des blöden
Zwischenfalls heute erst mal beim Halsband oder beim Geschirr bleiben
und nicht sofort wieder das Halti einsetzen. Mal sehen, wie’s die nächsten
Tage so läuft.
02.
März 2002 – Gutes Benehmen
Auf dem heutigen Spaziergang hat sich der Dicke
wieder gut benommen. Ein einziges Mal hat er einen anderen Hund angekläfft,
aber das beschränkte sich auf ein einziges kurzes Bellen, bei dem er
aber gut an der Leine weiter vorbei ging – nicht zu vergleichen mit
dem Theater von gestern. Ansonsten ist er an allen anderen Hunden und
auch an allen tobenden Kindern ruhig und friedlich vorbeigegangen und
musste nicht einmal ermahnt oder abgelenkt werden.
Da er heute so ausgesprochen guter Stimmung war, habe
ich zu Hause mit ihm noch einmal geübt, an den Schafen auch dann ruhig
vorbei zu gehen, wenn sie dicht an der Straße am Zaun stehen. Das
konnte er im letzten Sommer sehr gut, aber da sich die Schafe über den
Winter nie so nah am Zaun aufgehalten haben, fällt es ihm nun wieder
schwerer. Aber er hat die Übung heute super gemacht und kein einziges
Mal gebellt, obwohl einer der beiden Schafböcke die ganze Zeit über
direkt am Zaun stehen blieb. Rex schaut zwar noch etwas irritiert, aber
auf ein einfaches Nein hin hört er auf zu Fixieren und geht mit abgewendetem Kopf
ruhig vorbei (ab und an schielt er dann schon hin, aber das ist ja auch
o.k.). Wenn ich denke, was das anfangs immer für ein Theater war, bin
ich sehr stolz auf den Dicken!
29. Mai 2002 –
Party
An
meinem Geburtstag war heute für den Dicken leider ein etwas trister
Abend angesagt: wir bekamen jede Menge Gäste und haben im Garten
gefeiert. Für unseren nicht ganz so gästetauglichen Hund hieß das,
dass er in Christians Zimmer eingesperrt werden musste und wenig vom
Abend hatte. Er hat dann auch prompt eine Weile geschmollt und sich,
statt sich in seinen Korb zu legen, direkt hinter der Tür postiert und
dort sicherlich etwas unbequem gelegen.
Später
durfte er allerdings noch seine alte Freunde aus dem Tierheim begrüßen,
was er auch mit großer Freude und Begeisterung gemacht hat. Er hat alle
gut wieder erkannt und sich riesig gefreut. Anschließend war er dann
auch so müde von der ganzen Aufregung, dass er den weiteren Abend
friedlich in seinem Körbchen verschlafen hat.
3. Juli 2002 – gebissen!
Auf
dem Spaziergang im Übungsgelände ist Rexi heute von einem Schäfermix
überfallen worden. Ein Ehepaar mit zwei Schäfermixen kam uns entgegen
und ich leinte Rex frühzeitig an. Wir kennen die Leute und ihre Hunde
vom Sehen und ich habe mich auch schon einmal kurz mit ihnen
unterhalten. Die Hunde laufen immer frei und hören ausgesprochen
schlecht. Allerdings sind sie bisher Rex auch nie zu nahe gekommen und
so habe ich auch nicht darum gebeten, dass sie die Hunde anleinen, als
sie näher kamen. Sie riefen die Hunde zu sich und ließen sie Bei-Fuß-gehen.
Als wir noch etwa 4 Meter von einander entfernt waren, schoss der Rüde
der Beiden urplötzlich auf Rex zu, riss ihn zu Boden, biss ihn in die
Flanke und verschwand genauso schnell, wie er gekommen war, wieder zu
seinem laut schreienden Frauchen. Rex hatte überhaupt nicht kapiert,
was da passiert war: er hatte nicht provoziert und in eine völlig
andere Richtung geschaut und so den Angriff nicht einmal kommen sehen.
Er war so perplex, dass er sich nur hat zu Boden fallen lassen und
ansonsten überhaupt nicht reagiert hat: kein Knurren, kein Bellen, kein
Jaulen, nichts! Als der andere Hund weg war, rappelte er sich langsam
wieder auf und schaute etwas verunsichert in die Gegend, ging dann aber
ruhig mit mir mit.
Wir
sind dann ein Stück weitergegangen, bevor wir Rexi untersucht haben, da
die Herrschaften auch nach diesem Überfall keinerlei Anstalten machten,
ihren Hund anzuleinen und ich verhindern wollte, dass das Ganze noch mal
passiert. Bis wir Rexi auf Macken untersucht hatten, waren die netten
Leute schon verschwunden, ohne sich auch nur einmal zu erkundigen, ob
unserem Hund etwas passiert ist oder sich zu entschuldigen.
Es
scheint, als hätte Rex nur ein Büschel Haare eingebüst und hätte es
ansonsten gut überstanden...! Hoffentlich geht nun das Angstgebelle
nicht wieder von vorne los: wir waren gerade so weit, dass er an fast
allen Hunden (außer Golden Retrievern) gut und ruhig vorbei geht. Ich
hoffe ja sehr, dass er diese schlechte Erfahrung gut weg steckt und auch
es weiterhin dabei bleibt.
5. Juli 2002 – Doch nicht gut
ausgegangen!
Der
Biss von Mittwoch ist doch nicht gut ausgegangen. Rexi fing an zu
humpeln und an der Stelle zu lecken, so dass wir ein etwa 2Cent großes
Loch an der Leiste entdeckten. Wir waren damit beim Tierarzt und der
Dicke musste heute operiert werden: der tiefe Bisskanal wurde
ausgeschnitten und genäht. Nun prangt an seiner Seite eine 8cm lange
Naht, die hoffentlich gut verheilen wird!
Große
Probleme hatte unser Hund mit der Narkose: eigentlich sollte es nur eine
Kurznarkose sein, wobei er nach ca. 2 Stunden wieder auf den Beinen sein
sollte. Leider hat er die Narkose nicht sehr gut vertragen und war auch
nach 5 Stunden noch völlig leblos. Da er auch kalte Pfoten bekam und
unter seiner Decke abzukühlen schien, haben wir nachts um 23.00 Uhr
noch bei einem diensthabenden Tierarzt in Menden angerufen, der uns aber
nach dem Messen der im Normbereich liegenden Körpertemperatur beruhigen
konnte. Ich habe daraufhin eine Matratze aus dem Gästebett neben Rexis
Körbchen gelegt und dort die Restnacht verbracht. Mit Schlaf war zwar
nicht viel, da Rex recht unruhig wurde, aber immerhin stand er dann
morgens um 5.00 Uhr das erste Mal und schien sich deutlich besser zu fühlen.
Um 7.30 Uhr haben wir dann schon einen kurzen Gang zum Waldrand gemacht
und gegen Mittag war er schon wieder ganz der Alte. So viel zum Thema
„Kurznarkose“...!
Die
Naht scheint ihm nicht weh zu tun und das Schlecken daran lies er sich
mit einem kurzen Nein!
austreiben, so dass wir ihm weder ein T-Shirt anziehen müssen noch
einen Kragen umbinden. Wenigstens da hat er dann also seine Ruhe.
12. Juli 2002 – Verband entfernt
Heute
wurde die Verbandnaht entfernt und die darunter liegende Wundnaht sieht
sehr gut und trocken aus. Montag werden dann die Fäden gezogen und dann
sollte die Sache entgültig überstanden sein.
Leider
haben wir die anderen Hundebesitzer nicht mehr getroffen: die nicht ganz
preisgünstige OP hätte dann ja eigentlich deren
Haftpflichtversicherung tragen müssen...! Vielleicht sehen wir sie ja
die Tage noch, wir werden auf jeden Fall die Augen offen halten.
Beim
Tierarzt haben wir noch einmal Blut abnehmen lassen, um den
Hormonspiegel der Schilddrüse nochmals zu überprüfen. Trotz der
Tabletten fängt es nun schon wieder so an, dass Rexi die gesamte
Unterwolle verliert. Eventuell muss die Dosis erhöht werden.
15. Juli 2002 – Fäden ziehen
Heute
wurden die Fäden gezogen und die Naht sieht sehr gut aus. Nun müssen
nur noch wieder Haare drüber wachsen und der Dicke ist wie neu! Der
Hormonspiegel ist tatsächlich deutlich zu niedrig und wir haben nun die
Tablettenmenge erhöht. Ob es damit besser wird, wird sich allerdings
erst in 6 Wochen rausstellen – die Erhöhung der Kosten (Himmel, ist
das Zeug teuer...!) haben wir allerdings sofort feststellen könnenJ
12. Juli 2002 – Kanincheninvasion
Heute ist der gesamte Schulzoo für die Sommerferien
bei uns eingezogen und so tummeln sich in verschiedenen Käfigen auf der
überdachten Terrasse nun mehrere Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse und
Ratten.
Rex beobachtete diese Invasion der Nager mit
sichtlichem Interesse, großer Erregung und einem deutlichen „Och-wie-lecker-und-das-ist-nun-alles-für-mich!“-Gesicht.
Ich musste meinen hocherfreuten Hund enttäuschen und wir übten eine
halbe Stunde lang, dass kucken zwar erlaubt ist, fiepen, bellen und die
Nase ans Gitter strecken aber nicht! Rex hat die Regeln akzeptiert, die
Kaninchen sind auf der Interesseskala aber gleich wieder ein paar
Prozentpunkte nach unten gerückt... Wenn man sie nicht fressen darf,
wozu soll man sie dann anschauen??? Er hat die Terrasse nun zwar auf die
Liste der zu kontrollierenden Plätze bei Gartenausflügen gesetzt,
flaniert aber nur kurz dran vorbei, wirft ein paar begehrliche Blicke
auf die Nager und marschiert weiter. Ab und an legt er sich vor die Käfige,
aber mit Blick auf den Garten und den Rücken zu den Käfigen, so dass
ich mir keine allzu großen Sorgen mache. Trotzdem bleibt er natürlich
unter strenger Beobachtung.
16.
Juli 2002 – Noch mehr leckere
Nager...
Heute sind noch ein Gastkaninchen mit dazugehörigem
Meerschweinchen und zwei weitere Gastmeerschweinchen eingetroffen und
haben sich zu den bereits vorhandenen Nagern auf die Terrasse gesellt.
Rexis Interesse war schon so deutlich geschwunden, dass er den
Neuzuwachs kaum beachtet hat. Er fragt sich sicher, wozu seine Alphas ständig
leckere Tierchen anschleppen, sie dann aber offensichtlich nicht fressen
wollen...!
20.
Juli 2002 – Rülpsender Dieb
Nachdem er sich so schön an die Kaninchen gewöhnt
hat, hat unser verfressener Hund heute das Kaninchenfutter entdeckt. Wir
saßen zusammen in der Küche und Rex lag auf seiner Decke neben dem Küchentisch,
als er plötzlich aufstand und samt Quietschehotdog rausmarschierte. Er
legt sich bei schönem Wetter ja ganz gerne mal für eine halbe Stunde
nach draußen, auch wenn wir drinnen sitzen aber ich bin nach 1-2
Minuten doch mal hinterher gegangen, um zu schauen, was er so macht. So
ganz vertraue ich ihm in Sachen Hoppler dann doch nicht... Aber nein,
mein Hund findet die Karnickel mittlerweile nur noch mäßig
interessant, hat dafür aber den Sack Kaninchenfutter in der Hütte
ausfindig gemacht! Als ich kam, stand er bis zum Hals im Sack
verschwunden in der Hütte und kaute ausgiebig. Es scheint zu schmecken,
denn er lies sich nur widerwillig abrufen und kaute auf dem Weg zu mir
noch ausgesprochen genüsslich!!! Leider mussten wir kurz darauf
feststellen, dass Kaninchenfutter für Hundemägen wohl doch nicht so
ganz geeignet ist, denn fortan rülpste unser Hund alle paar Minuten
laut und vernehmlich... Besonders peinlich war mir das, als wir am Übungsgelände
spazieren waren und er am Tor einen entgegenkommenden Herrn mit Hund
nicht anbellte, nein, sondern laut und deutlich anrülpste!
Der so angesprochene Herr wirkte etwas irritiert...J
Abends hat Rexi es dann tatsächlich noch einmal
geschafft, von dem leckeren Kaninchenfutter zu stibitzen: den Sack habe
ich zwar ordentlich verschlossen aber im Zubehörkorb des Gastkaninchens
fand sich noch eine Tüte derselben Sorte – welch ein Glück für
unser Fressmonster! Und welch ein Pech für uns, denn obwohl er nur ein
Maul voll erwischt hat, bevor ich es bemerkte, ging die Rülpserei
sofort wieder los...!
21.
Juli 2002 –
Verdauungsprobleme?
Auf dem Morgenspaziergang fraß unser Dicker heute jede Menge Gras.
Wahrscheinlich liegt ihm das gestohlene Kaninchenfutter von gestern
schwer im Magen...! Ansonsten scheint er seinen Raubzug aber recht
unbeschadet überstanden zu haben und ist gesund und munter...
24. Juli 2002 – Humpeln
Oh je, hoffentlich geht die Humpelei nicht wieder
los! Nach dem Ausladen aus dem Auto habe ich den Dicken vor dem
Spaziergang noch einmal kurz abgelegt und angebunden, um das Auto
umzuparken (Politessen L!) und als er wieder aufstand, fing er ganz fürchterlich an zu humpeln.
Wieder vorne links, also das „Problembein“, mit dem er schon öfter
Schwierigkeiten hatte. Wir sind dann ganz langsam ein paar Meter
gelaufen und es schien mit der Zeit etwas besser zu werden. Allerdings
kann ich mich noch gut an das letzte Mal erinnern, wo wir dann 4 Wochen
lang ständig beim Tierarzt waren und die Humpelei nicht so richtig in
den Griff bekommen haben...
Abends sind wir dann noch mal eine etwas längere
Runde gegangen und das Humpeln war fast gar nicht mehr zu sehen.
Vielleicht hat er sich doch nur beim Aufstehen die Pfote vertreten. Wenn
es morgen nicht ganz weg ist, gehe ich aber doch mit ihm zum Tierarzt...
25. Juli 2002 – Zum Glück wieder alles in Ordnung
Anscheinend hatte sich der Dicke wirklich nur die
Pfote vertreten. Heute war auf jeden Fall wieder alles in Ordnung und er
ging die große Runde humpelfrei und fröhlich mit! Mit dem Alter wird
er nur deutlich kurzatmiger und der Anstieg auf dem Rückweg bringt ihn
deutlich mehr außer Atem als noch vor einem Jahr...!
Die Kanincheninvasion breitet sich immer noch aus:
heute hat die Häsin 6 quicklebendige, niedliche Hasenbabies bekommen
– ganz offensichtlich kam die Kastration des Männchens etwas zu spät!
Na hoffentlich finden sich Abnehmer für die Kleinen, wenn es soweit
ist. Sonst muss sich Rexi eben dran gewöhnen, dass ein Gehege für die
Hoppler in seinen Garten kommt und die Kaninchen auf Dauer hier
einziehen...
26. Juli 2002 – Sagus
Gestern Abend kam noch ein Bekannter von uns mit
seiner neuen Errungenschaft vorbei: Sagus, ein etwa 10 Jahre alter Schäferhundrüde
aus dem Tierschutz. Eigentlich soll Sagus erst einmal zwei Wochen zur
Probe bei Daniel einziehen und dann sollte sich entscheiden, ob Daniel
den Hund behalten will. Sagus scheint ein cleveres Kerlchen zu sein,
denn als Daniel mit ihm bei uns ankam, kannten die Beiden sich erst ein
paar Stunden aber der Hund hatte Daniel schon fest um die Pfote
gewickelt – ich denke, er wird trotz aller eventuellen Schwierigkeiten
bleiben dürfen. Das hat er sicher auch verdient, denn Sagus ist ein
ganz armer Kerl: völlig abgemagert, struppig und haarend wie Rexi in
seinen besten Zeiten sieht er ein bisschen aus wie eine Vogelscheuche.
Er macht aber alles wieder wett durch seinen Charme: Sagus ist ein
unglaublich lieber, freundlicher und gehorsamer Hund, der sich mit
seiner netten Art und dem schäferhundtypischen Augenaufschlag sofort in
jedes Herz schleicht!
Heute war Sagus erst einmal beim Tierarzt. Er scheint
leichte HD zu haben, kommt aber damit gut zurecht und es wird abzuklären
sein, ob seiner Haarerei eine Schilddrüsenerkrankung (Na, das kennen
wir doch irgend woher...) oder eine Pankreaserkrankung zu Grunde liegt.
Und natürlich soll er erst einmal ein bisschen was auf die Rippen
kriegen – das dürfte kein Problem sein, er ist ein typischer Schäferhund
und damit ein hervorragender Fresser!
Wir konnten die Beiden heute direkt zu einem
Spaziergang im Übungsgelände überreden und Rex hat sich relativ gut
benommen. Sagus fuhr bei uns im Kombi auf der Rückbank mit und beide
haben sich kurz durch das Gitter angeknurrt, legten sich dann aber
friedlich ab. Im Übungsgelände durfte zunächst Rexi frei laufen und
Sagus blieb an der Flexi, später liefen beide Hunde frei. Rex hat Sagus
zwei/drei Mal ordentlich angebellt und angefletscht aber der blieb völlig
gelassen, so dass mein alter Stänkerer dann auch Ruhe gegeben hat. Die
Beiden konnten nachher sogar dicht aneinander vorbei und nebeneinander
herlaufen, ohne dass Rexi gepöbelt hat – dafür, dass Sagus ein
unkastrierter Rüde ist, lief das sagenhaft gut! Vielleicht wird ja noch
eine Freundschaft draus, Rexi ist zumindest sehr an Sagus interessiert
und wenn er sich an ihn gewöhnt hat und diese Angstbellerei sein lässt,
dann klappt das ja vielleicht noch besser.
02. August 2002 – Die Saguskrise
Rex hat eine sehr unschöne Gewohnheit entwickelt:
die Tatsache, dass Sagus sich nicht wehrt, scheint ihm die feste Überzeugung
zu geben, dass man Sagus ungestraft tyrannisieren darf. Auf den Spaziergängen
wird Sagus von Rexi nun regelmäßig angegriffen, wenn er sich Rex nähert
oder einem schönen Schnüffelstein nähert oder ein besonders tolles
Grasbüschel markiert oder... Meistens reicht es, wenn ich mit einem
lauten Nein dazwischen gehe, sobald ich merke, dass er durchstarten will
aber oft muss ich ihn auch wegholen, wenn er mit lauten Gebell auf Sagus
losgeht und Scheinangriffe startet. Sagus steht nur immer völlig
irritiert da und weiß mit dem schlechten Benehmen meines Hundes ganz
offensichtlich nichts anzufangen. Hoffentlich wird das noch wieder
besser.
14. _August 2002 – Ende der Tyrannei
Heute hat der Dicke die Ansage seines Lebens
bekommen. Wir waren mit Sagus spazieren und wie üblich passte nach
einigen Minuten meinem Tyrannen nicht, dass Sagus sich das Recht nahm,
auch einmal ausgiebig an einem Stein schnüffeln zu wollen, den Rexi
sich schon auserkoren hatte. Mit wütendem Gebell stürzte Rex auf Sagus
zu und hatte wohl erwartet, dass der wie immer ruhig stehen bleibt und
sich das gefallen lässt. Nur hatte Sagus heute wohl ein für alle Mal
genug von dem Theater und so wurde es laut zwischen den Beiden! Der
Zusammenstoß war kurz und heftig, sehr laut und sah gefährlich aus
aber danach war die Sache ausdiskutiert: Rexi war sichtlich beeindruckt
und wich mir erst einmal nicht mehr von der Seite, Sagus trabte von
dannen und war nicht weiter an einer Auseinandersetzung interessiert.
Keiner der Hunde hat auch nur einen Kratzer abbekommen aber von da an
verlief der Spaziergang friedlich: Sagus vermied es, auf Rexi zuzulaufen
und Rex machte jedes Mal einen Riesenbogen, wenn er in die Nähe von
Sagus kam. An Schnüffelstellen hatte Sagus von da an Vortritt und
ansonsten teilte man sich den Weg so, dass einer auf der rechten
Wegseite lief und der andere auf der linken. Es herrschte herrlicher
Waffenstillstand zwischen den beiden Rüden und wir hoffen nun, dass es
so bleibt.
Ansonsten geht es meinem Hund hervorragend: letzte
Woche war meine Tante für fast eine ganze Woche da und Rex wich ihr
nicht von der Seite! Die Tante war nämlich mit vielen, vielen
Leckereien angereist und lies sich auch durch unsere Proteste nicht
abhalten, den Hund damit zu verwöhnen. Für Rex war die Woche natürlich
der Himmel auf Erden und wir nennen ihn seit dem nur noch
„Mastschwein“... Leider hat sich der Dicke da auch das Betteln angewöhnt
aber zum Glück konnten wir ihm mit Abreise seiner Lieblingstante klar
machen, dass nun auch die Bettelei ein Ende haben muss – bis zum nächsten
Besuch!
Ja, und nun ist schon der nächste Besuch da: mein
Vater ist ebenfalls für eine Woche angereist und verwöhnt Rex mit
vielen, vielen Streicheleinheiten, Spielchen und Extraspaziergängen –
unser Hund kann sein Glück kaum fassen!
16. August 2002 – Fauler Urlaubstag
Es ist wieder richtig heiß geworden und Rexi
streikte schon beim Morgenspaziergang: bis in den Wald war er noch guter
Dinge aber als ich dann die Runde ausdehnen wollte, strebte er nach
Hause. Da er schon heftig hechelte, sind wir dann auch umgekehrt und
haben uns statt dessen in den Garten gelegt. Dort haben wir einen
richtig schön faulen und gemütlichen Urlaubstag unter dem Sonnenschirm
verbracht: ich lesend auf der Liege und Rex dösend auf seinem Teppich
daneben, haben uns die letzten Strauchtomaten geteilt und sind erst
abends zu einer größeren Waldrunde aufgebrochen. Rex war so k.o. vom
Wetter, dass er sogar auf Kontrollgänge im Garten und am
Kaninchengehege verzichtet hat...
8. September 2002 – Besuch
in Hürth und ein kleiner Rückblick
Nun ist es schon zwei Jahre her, dass wir unseren Rex
am Tag der offenen Tür
im Tierheim Hürth entdeckt haben. Natürlich sind wir auch dieses Jahr
zur Feier des Tages wieder hingefahren! Es war recht viel los und ich
glaube, die ganze Aktion war noch größer, als beim letzten Mal. Wir
haben einige alte Bekannte wieder getroffen – Rexi natürlich auch –
und uns einen netten Nachmittag gemacht.
Rex war mit dem Tagesverlauf wohl auch recht
zufrieden, denn schließlich gab es dort einen kleinen Spaziergang in
alten Gefilden (leider war es für den Dicken schon eher zu warm und so
war es nur eine kurze Runde...) und ein paar Streicheleinheiten von
alten Freunden. Auf dem Rückweg hat er noch ein paar Pommes abgestaubt,
die er eigentlich nicht fressen soll aber halt so gerne mag – da kann
man schon mal eine Ausnahme machen – und einen längeren Spaziergang
im Übungsgelände gemacht. Das Abendessen aus Trockenfutter, Pansen und
einem gekochten Ei fand ebenfalls seine Zustimmung und nun liegt er
zufrieden auf seiner Matratze und hält ein kleines Verdauungsschläfchen
– Hund müsste man sein!
Zwei Jahre Tyrannosaurus Rex in unserem Haushalt sind
aber auf jeden Fall einen kleinen Rückblick wert:
Da wäre zum Beispiel das Verhalten fremden Menschen
gegenüber. Während er im Tierheim ja eigentlich an der Leine ein recht
friedlicher Hund war, der sich den meisten Fremden gegenüber mit
neutralem Desinteresse verhalten hat, blühte er im neuen Zuhause erst
richtig auf. Da hatten wir die Phase, in der er jeden Fremden an der
Leine wütend verbellte und wir jedes Mal die Straßenseite wechseln
mussten, wenn jemand entgegen kam. Dank stetigem Üben und vielen,
vielen Leckerchen konnte man ihn dann irgendwann am Straßenrand
absetzen, bis das „Ärgernis“ vorüber war. Allerdings kannte
inzwischen jeder im Dorf unseren Hund und so hatten wir dann die Phase,
in der jeder Passant freiwillig die Straßenseite wechselte, wenn wir
mit unserem Untier ankamen. Begegnungen mit Katzen und spielenden
Kindern waren stressig und Rex nur am Halti gut zu führen. Heute können
wir uns das eigentlich gar nicht mehr vorstellen und Rex geht an allen
Leuten gut und sicher an der durchhängenden Leine vorbei, niemand wird
angebellt und es ist jeder Zeit möglich, mit fremden Menschen ein Gespräch
zu führen: Rexi legt sich dann neben mir ab und wartet geduldig, bis es
weiter geht.
Für die Begegnung mit anderen Hunden gilt eigentlich
das Gleiche, es sei denn, ein Golden Retriever kommt entgegen... Weiß
der Himmel, was er gegen die hat aber immerhin reicht in den meisten Fällen
ein scharfes Nein! und
wir kommen zwar mit hochaufgestelltem Pelz und einem vernehmlichen
Knurren bei Rex und einem entschuldigenden Lächeln bei mir einigermaßen
problemlos dran vorbei.
Pöbeleien am Gartentor gehören ebenfalls der
Vergangenheit an, es sei denn, der Briefträger wagt es, Post
einzuwerfen oder die Zeitung kommt. Aber im Gegensatz zu den Machtkämpfen,
die wir früher ausgetragen hatten, lässt sich der Dicke mittlerweile
ins Haus auf seine Decke schicken und kläfft nur noch mal über die
Schulter im Gehen, um den Postboten von weiteren Frechheiten abzuhaltenJ.
Musste man noch vor einem Jahr damit rechnen, mit
einer ausgekugelten Schulter nach Hause zu kommen, wenn unser Hund eine
der vielen Dorfkatzen auf dem Spaziergang entdeckte so bleibt es jetzt
beim Fixieren und Fiepen und da arbeiten wir dran.
Er lässt ja inzwischen sogar die Familie ins Haus
und wer will eigentlich sonst schon ständig Besuch haben... J! Nun ja, wenn jemand kommt, den er nicht kennt und der unseren Hund nicht
kennen lernen will – immer noch eine langwierige und mühsame Prozedur
– dann muss der Dicke eben mal einige Zeit eingesperrt werden. Solange
man ihn mit einem Schweineohr zusammen einsperrt, hat er auch überhaupt
keine Probleme damit!
Alles in Allem ist er unheimlich umgänglich und
ruhig geworden und man könnte fast fürchten, es würde langweilig mit
ihm J... aber da sind ja immer noch seine Leidenschaft für Igel (die es nicht
sehr schätzen, wenn er sie nachts aus dem Gebüsch zerrt und
herumkugelt – zum Glück überstehen sie das unbeschadet), seine
sprichwörtliche Gefräßigkeit, dank der wir auf dem Spaziergang jedes
Gebüsch auf essbare Abfälle kontrollieren (und er trotz unserer
Umsicht immer mal wieder „Beute“ macht), sein nicht ganz tadelloses
Benehmen beim Tierarzt (allein die Tatsache, dass wir dort zu den besten
Kunden gehören verhindert, dass die Praxis immer genau dann überstürzt
schließt, wenn wir auf den Parkplatz fahren...) und und und...
14. Oktober 2002 – Diana
Heute haben wir – nicht ganz freiwillig – Diana
kennen gelernt. Diana ist eine sehr niedliche 3 Monate alte Deutsch
Kurzhaarhündin und wohnt seit einiger Zeit in der weiteren
Nachbarschaft in einem Haus im Wald, an dem wir immer vorbei kommen.
Diana hört auf alles, nur nicht auf das, was sie soll und Rexi hatte
sie vor ein paar Wochen schon einmal wütend angebellt, als sie
unbedingt an seinem Hinterteil schnüffeln wollte (etwas, was er überhaupt
nicht leiden kann und sich nicht einmal von Charlotta gefallen lässt).
Und heute war Diana nun allein unterwegs und das auch recht weit von
ihrem Zuhause entfernt. Sie entdeckte Rexi beim Spaziergang über die
Felder und meinte, dies sei nun der geeignete Spielkamerad für sie.
Rexi, zunächst an der Leine, tobte los und veranstaltete einen Zirkus,
wie wir ihn schon lange nicht mehr hatten und was macht Klein-Diana? Mit
der Unbekümmertheit eines Welpen tobt sie freudig kläffend um den
Dicken herum, in keiner Weise sonderlich beunruhigt und sichtlich
begeistert von dem tollen Bellspiel, das sie noch um ein paar Zwicker in
Rexis Hinterbeine und Ohren erweiterte...! Ich hatte meine helle Mühe,
die kleine Maus davon abzuhalten, direkt in Rex geöffnetes Maul zu
springen und vor Schaden zu bewahren aber das Hundchen hatte keine
Sorgen. Und sie ging nicht. Auch nach 10 Minuten noch nicht. Aber mein
Dicker wurde so langsam müde. Sein Protestgebell wurde schon reichlich
lustlos und da wir ja nun nicht ewig so weitermachen konnten und Rex
ohnehin ohne Leine viel entspannter ist, entschied ich mich schließlich
fürs Ableinen... Und es klappte ganz prima! Rex startete einen seiner
Standardscheinangriffe, mit denen er alle Hunde beglückt, die ihn
freilaufend erleben dürfen und Diana – ich bin absolut sicher –
lachte sich darüber nur kaputt...J! Was soll mein armer alter Hund bei so viel unbekümmertem Übermut noch
machen als aufgeben?!? Fortan hatte das Gekläffe ein Ende, Diana durfte
sogar – nur von einem unwilligen Brummen seitens Rexi begleitet – am
heiligen Hinterteil meines Hundes schnüffeln und ansonsten herrschte
Ruhe.
Zwei mal noch versuchte er, die Kleine zu vertreiben,
was er aber nach einem energischen Nein! sein lies und der Rest des Spaziergangs verlief eigentlich
recht harmonisch. Zurück im Dorf gab`s dann allerdings noch einmal
kurze Unstimmigkeiten: ich hatte gehofft, Diana würde dann den Heimweg
antreten, sie dachte aber gar nicht daran. Und da sie auf jedes Auto zu
lief und ich Sorge hatte, sie landet drunter und Rexi nun einmal auch
nicht ohne Leine im Dorf laufen kann, mussten sich die beiden Hunde dann
Rexis Leine teilen und das fand mein Hund dann doch etwas viel des Guten
und startete erneut sein Protestgebell. Einen Hund rechts neben mir bei
Fuß und den anderen ebenfalls kurz gehalten auf der anderen Seite
ging`s dann allerdings ganz gut und den nächsten Wutanfall bekam Rex
erst, als Diana auch noch mit auf`s Grundstück ging. Um meinem Hund
einen Herzinfarkt zu ersparen, wurde die Kleine dann aber vor dem Tor
angebunden, während Rexi dankbar ins Haus verschwand und sich das Ärgernis
nicht weiter anschaute.
Ein kurzer Anruf bei Dianas Zuhause klärte, dass der
neue, ausbruchssichere Zaun ganz offensichtlich versagt hatte, die
Kleine noch gar nicht vermisst worden war und sofort abgeholt wurde. Rex
braucht jetzt erst einmal ein ausgiebiges Schläfchen auf den Stress und
träumt wahrscheinlich davon, der Kleinen einmal richtig Bescheid zu
geben – diesmal mit mehr Erfolg!
17. Oktober 2002 – Autobox
Nachdem ich ja nun seit einer Woche ein neues Auto
habe, ist heute auch die bestellte passenden Hundebox für Rexi
eingetroffen. Nach den Erfahrungen mit dem letzten Auto hatte ich
beschlossen, dass Rex nur noch in einer Box im Auto mitfahren darf: zwar
nagt er nichts an, zerkratzt nichts und macht auch nichts kaputt aber
die Sauerei, die er im Auto anrichtet, ist schon beachtlich. Überall
fliegen seine Haare rum und bohren sich so in die Polster, dass man sie
auch mit dem stärksten Staubsauger nicht mehr entfernt bekommt. Dort,
wo er im Kofferraum des Kombis gelegen hat, hat er kiloweise Haare bis
tief in die Veloursbezüge hinein gerieben und die einzige Möglichkeit,
sie noch zu entfernen, ist die Zuhilfenahme einer Pinzette. Dazu kommt,
dass der nasse und schlammige Hund sich nach Dreckwetterspaziergängen
besonders gerne an die Polster lehnt – klar, die sind ja dann auch schön
weich und trocken – und die Polster dann eben auch entsprechend
aussehen (Zum Glück konnten wir ihm abgewöhnen, sich im Auto zu schütteln
und so selbst auf den Vordersitzen unter einer Schlammlawine begraben zu
werden).
Nee, die Box ist schon eine gute Idee! Zudem lässt
sie sich auch prima als kurzzeitige Unterbringungsmöglichkeit in Hotels
oder im Vorzelt des Wohnwagens verwenden und enthebt uns der manchmal
schwierigen Verpflichtung, unseren nicht ganz sicheren Hund immer und überall
und in jeder Zehntelssekunde im Blick zu haben oder ihn eben
entsprechend im Auto zu „parken“ – was bei Sommerwetter ja gar
nicht immer geht.
Selbstverständlich soll er es ja bequem haben und so
haben wir die größte Standartbox gekauft, die es gab (eigentlich für
zwei Hunde, da wird unserer ja wohl reinpassen) und sofort eine maßgeschneiderte
Schaumstoffmatratze erworben, die jetzt noch einen muckelig weichen
Bezug bekommt. Hoffentlich geht er freiwillig rein...!
20. Oktober 2002 – Besuch in Steinenbronn
Das Wochenende haben wir, da wir in der Nähe zu
einem Geburtstag eingeladen waren, bei meinem Vater und Ester in
Steinenbronn verbracht. Die lange Fahrt (dank Stau auch trotz des neuen
Autos 4,5 Stunden) hat Rex in seiner Box ganz gut verbracht: die
Matratze schein bequem zu sein und ich habe den Eindruck, dass die Box für
seinen Rücken eine bessere Stütze bietet, als er das vorher im
gesamten Kofferraum hatte. Zumindest sprang er sehr locker aus dem Auto
und war lange nicht so verspannt wie sonst nach langen Autofahrten. Die
Sorgen darüber, dass er nicht in die Box wollen könnte, waren auch völlig
überflüssig: der Dicke stieg ohne das leiseste Zögern in seine Box
ein, als wäre er nie anders gefahren!
Wir haben uns riesig gefreut, dass der Dicke sowohl
meinen Vater als auch Ester sofort erkannt und freudigst begrüßt hat
– damit fallen die Zwangsspaziergänge direkt zur Ankunft weg und
alles läuft viel entspannter. Das Wochenende war für unseren Hund natürlich
ganz toll: alles drehte sich um ihn, Ester verkämpfte sich ständig für
eine zusätzliche Leckerei für den Dicken, es wurde viel gespielt, viel
spazieren gegangen und viel gekrault – so lässt es sich leben! Am
Freitag war Rexi noch sehr hektisch, aber das ist er ja immer, wenn wir
unterwegs sind, aber den Rest des Wochenendes verbrachte er sehr
entspannt und fröhlich. Nur k.o. war er dann eben nach 3 Tagen voller
Aufmerksamkeit und Aktion. Dementsprechend hat der die Rückfahrt dann
auch komplett verschlafen und tauchte erst zu Hause das erste Mal wieder
auf.
22. Oktober 2002 – Schlafen, schlafen, schlafen