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Rexis Tagebuch

 

2003

 

05. Januar 2003 – Erst Diana, dann auch noch Nero

06. Januar 2003 – Spaziergang mal 2

18. Januar 2003 – Zusammenstoß mit Gina

20. März 2003 – Schmerztherapie

17. März 2003 – Zeckenalarm

19. März 2003 – Ausflug ans Meer

30. April 2003 – Kleine Pannen

10. Mai 2003 – Gezicke

13. Juni 2003 – Napfständer

16. Juni 2003 – Angriff eines Schafs

19. Juni 2003 – Unangenehme Alterserscheinungen

6. Juli 2003 – Schwer krank!

11. Juli 2003 – Unglücklicher Rex!

18. Juli 2003 – Alles o.k.

 

05. Januar 2003 – Erst Diana, dann auch noch Nero

Dianas „garantiert hundesicherer Zaun“ (Zitat Besitzer Diana) ist vor Diana unheimlich sicher – mehr aber auch nicht. Als wir gestern unten am Waldhaus vorbeikamen flog ein braunweißer Schatten in hohem Bogen über den Zaun und Diana stand vor uns: sie hat den hundesicheren Zaun bei ihrem Sprung nicht einmal berührt J! Rex war empört, sehr empört! Wirklich sehr empört! Und er tobte an der Leine! Nun wäre Diana nicht Diana, wenn sie sich von Rexi beeindrucken lassen würde und so tobte sie unbekümmert und glücklich um den Dicken herum. Rex schien es so langsam zu dämmern, dass dies der Hund ist, der sich nicht abschütteln lässt und zeigte schon recht bald Ermüdungserscheinungen und stellte das Gekläffe ein. Da Diana sowieso nicht aufgibt und sich definitiv nicht aufhalten lässt, habe ich den Dicken abgeleint und Diana mit auf den Spaziergang genommen (was heißt schon mitgenommen, sie geht ohnehin, wohin sie will und das ist nun einmal immer da, wo Rex ist – weiß der Himmel, was sie an ihm findet, so wie er sich aufführt). Die Beiden haben dann sogar – man höre und staune – ganz toll und ausgiebig miteinander Nachlaufen gespielt. Rex hatte zwar einerseits einen Heidenspaß Diana zu jagen oder sich von ihr jagen zu lassen und zeigte auch mehrmals Spielaufforderungen aber so ganz sicher war er sich nicht. Wenn Diana, die nun einmal ein wirklicher Wirbelwind ist, zu hektisch auf ihn zukam, ihn anrempelte oder in die Ohren zwickte, stellte der Dicke den Pelz und knurrte sie an. Diana flitzte meistens ein Stück weg oder warf sich auf den Rücken – letzteres verblüffte Rex am meisten und er schaute erst die liegende und fiepende Diana an, dann mich, dann wieder Diana und sah ziemlich ratlos aus...

Da Diana immer noch nicht von alleine nach Hause trabt und nach wie vor nicht autosicher wirkt, haben wir die Kleine auf dem Feldweg unter Vermeidung des Dorfes nach Hause gebracht und abgeliefert und wie sollte es anders sein: sie war noch nicht einmal vermisst worden...

 

Das wirkliche Weihnachtswunder ereignete sich aber heute morgen: als wir über die Wiese in Richtung Felder loszogen – Rex ging schon ohne Leine – kam auf einmal Nero angesaust, ein Nachbarsrüde und schon öfter einmal Rexis „Bellopfer“. Da Nero eigentlich normalerweise sehr schüchtern ist und Abstand hält und Rex ohne Leine viel entspannter ist, habe ich den Dicken nicht angeleint und siehe da: Nero, der völlig untypisch für ihn, schnurstracks auf Rex zulief, durfte völlig unbehelligt an Rex herumschnüffeln, was er auch sehr ausgiebig an allen Enden tat. Rex stand ganz locker ohne zu drohen da (er hat nicht einmal den Pelz aufgestellt!!!) und lies die Untersuchung reglos über sich ergehen. Was ist denn mit dem Hund los??? Es geschehen noch Zeichen und Wunder!

 

 

06. Januar 2003 – Spaziergang mal 2

Daniel ist krank und hat mich heute gebeten, Sagus mit zum Spaziergang zu nehmen. Also habe ich Sagus abgeholt und auf der Rückbank untergebracht (mein schönes sauberes Auto!!!) und bin zum Übungsgelände gefahren. Die erste Schwierigkeit bestand im Aussteigen: mit beiden Rüden an der Leine ist es immer schwierig, weil sie da ihren Abstand nicht einhalten können. Also erst Rex raus, am ausgestreckten Arm so weit wie möglich vom Auto ferngehalten, mit der anderen Hand versucht, Sagus anzuleinen und aus dem Auto zu bugsieren – war zwar akrobatisch, klappte aber!

Im Gelände dann Leinen los und das lief super! Erste entgegenkommende Gruppe: Rex anleinen, am ausgestreckten Arm so weit wie möglich von Sagus fernhalten, mit dem anderen ausgestreckten Arm Sagus anleinen – ich habe mittlerweile Arme wie ein Orang Utan!!! Wenn dann mal beide angeleint sind, geht es gut: einer rechts bei Fuß, der andere links, da herrscht dann zum Glück Ruhe! Das Spielchen mussten wir dann wegen eines Joggers noch einmal machen und da ich so relativ lange brauchte, der Jogger aber näher kam, habe ich beide nur am Halsband bzw. Geschirr gepackt und festgehalten: das ging nicht ganz so gut und beide mussten kurz knurren und bellen, mit einem scharfen Nein war aber Ruhe. Leider merkt sich Sagus so etwas ja immer, mit dem Erfolg, dass er am Ende des Spaziergangs nicht mehr so nahe an Rex ranwollte zum Anleinen... Also erst Rex angeleint und ins Platz gedonnert, dann Sagus abgeholt, angeleint und mit Sagus Rexi abgeholt – was für ein Umstand, aber es klappt!

 

 

18. Januar 2003 – Zusammenstoß mit Gina

Auf dem Abendspaziergang hatte Rex einen kleinen Zusammenstoß mit Gina: Schon fast wieder zu Hause angelangt, schnüffelte der Dicke ausgiebig an einer seiner Lieblingsschnüffelstellen als urplötzlich eine Katze dicht an seiner Nase vorbeischoss. Rex, der die Katze vorher nicht bemerkt hatte, war erstens überrascht und zweitens empört! Selbstverständlich schickte er dem dreisten Tier ein wütendes Gebell hinterher. Dies brachte nun Gina auf den Plan, die weder die Katze noch Rex bemerkt hatte.

Gina ist eine eigentlich sehr nette und verträgliche Deutsch-Kurzhaarhündin, die es allerdings nicht besonders schätzt, von unserem Charmeur angekläfft zu werden. Unterstützt wird Gina von einem kleinen Jack-Russel-Mix, der sie bei allem mit großem Getöse anfeuert, sich selbst aber nie in Gefahr begibt J... Gina stand nun also friedlich weiter oben am Hang, auf ihrer Abendrunde im heimischen Garten, bis Rex plötzlich loskläffte.

Selbstverständlich bezog sie das Gekläff auf sich und war erstens überrascht und zweitens empört! Gina ließ eine solche Frechheit natürlich nicht auf sich sitzen und schoss los den Hang hinunter, durchbrach mehr oder weniger ungebremst die Hecke, die das Grundstück begrenzt und prallte mit fast unverminderter Geschwindigkeit in meinen verdutzten Hund! Es folgte ein kurzes Gerangel, dann ertönte der energische Ruf von Ginas Besitzern und die Hündin – wohlerzogen, wie sie nun einmal ist – verschwand so schnell, wie sie aufgetaucht war.

Zurück blieb mein völlig überforderter Hund, der einem so raschen Geschehen nun beim besten Willen nicht mehr folgen kann und sich wahrscheinlich immer noch fragt, wie sich diese freche Katze so schnell in einen großen Hund verwandeln konnte... Eine nähere Untersuchung zu Hause ergab, dass Gina ihm nur einige Fellbüschel am Hals ausgerissen, ihn aber nicht verletzt hatte. Er sah allerdings noch eine ganze Weile reichlich verdattert aus...!

 

 

20. März 2003 – Schmerztherapie

 

Seine HD und die Spondylose machen Rex nun doch sehr zu schaffen und ohne Schmerzmittel geht es nicht mehr. Leider verträgt Rex die meisten Schmerzmittel sehr schlecht und reagiert mit Durchfall und so versuchen wir nun seit 3 Monaten eine gute, dauerhafte Schmerztherapie zu finden, die nicht zu große Nebenwirkungen hat.

Die ersten Tabletten vertrug Rex überhaupt nicht und er reagierte mit heftigem Durchfall. Da sich auch keine zufriedenstellende Wirkung einstellte, probierten wir das nächste Mittel.

Rex bekam nun alle zwei Tage eine Spritze und die Wirkung war phantastisch: er tobte wieder herum, lief viel besser und schien nahezu schmerzfrei zu sein. Natürlich wollten wir nicht jeden zweiten Tag zum Tierarzt und haben deshalb angefangen, das Mittel zu Hause selbst zu spritzen. Die ersten beiden Male war das ein ziemlicher Kampf, bei dem Christian versuchte, den zappelnden und jammernden Hund still zu halten und ich derweil versuchte, das Mittel zu spritzen. Nach einer Woche hatte ich eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung ausgearbeitet: Rex wurde überhaupt nicht festgehalten und statt dessen platzierte ich ein großes (und sehr begehrtes) Leckerchen auf dem Fußboden vor seinen Pfoten. Rex bekam den Befehl Warten! und fixierte von da an das Leckerchen mit festem Blick – was ich derweil an seinem Nacken zu pieksen hatte, interessierte ihn so gut wie nicht mehr: er wartete nur auf das erlösende Nimm! Da machen sich die vielen Mühen in Sachen Erziehung doch endlich mal bezahlt! Leider war diese Lösung auch nicht von langer Dauer, denn der Dicke bekam immer häufiger Durchfall. Wir probierten es noch eine Weile, aber die Durchfälle wurden immer stärker und schließlich mussten wir die Therapie abbrechen. In den schlimmsten Tage weckte uns Rex mehrmals nachts und selbst ständiges Aufpassen konnte nicht verhindern, dass unser einziger (aber teurer) Teppich einer dieser Durchfallanfälle zum Opfer fiel L.  Zudem bildeten sich an den Einstichstellen allergische Hautreaktionen, die große verkrustete Stellen bilden, unter denen die Unterhaut fest und „knubbelig“ wird.

Der nächste Versuch mit einem flüssigen Mittel, das ins Futter verabreicht wird, endete gestern. Das Mittel war zwar einfach zu geben, schmeckte wohl auch nicht schlecht (zumindest hat Rex es willig gefressen) und wurde vom Dicken recht gut vertragen – allerdings war die Wirkung gleich null!

Seit heute versuchen wir die nächsten Tabletten und hoffen auf gute Verträglichkeit und eine hoffentlich ähnliche Wirkung wie bei den Spritzen – wir halten die Daumen, dass es damit klappt!

 

 

17. März 2003 – Zeckenalarm

 

Rex hat die erste Zecke des Jahres mit nach Hause gebracht und dann auch noch an einer ganz blöden Stelle: mitten im Gesicht seitlich an der Wange. Da wachsen seine Haare so dicht, dass man das blöde Tier kaum finden konnte und auch nicht recht ran kam. Zudem hatte sich die Zecke noch nicht vollgesogen und war sehr schlecht zu packen. Auf jeden Fall war es eine Riesenprozedur mit viel Gefummel bei uns und viel Gejaule bei Rex, der das Spiel überhaupt nicht lustig fand, nur mit viel Geschimpfe zum Stillstehen zu bewegen war und immer im entscheidenden Moment zuckte, so dass wir von neuem suchen mussten. Diese nervende Aktion brachte bei uns die Frage der Zeckenprophylaxe auf den Plan. Rex hat im Nacken ja immer noch große nekrotische Stellen von den Spritzen. Das geht so tief, wie die Spritzen gingen und wächst nur langsam heraus. Es ist dort zwar nicht akut entzündet aber wir sind auch nicht sicher, ob wir ein Spot on-Mittel auftragen sollen. Leider war die Tierärztin, die die Nekrose behandelt hat, nicht zu erreichen und so verschieben wir die Sachen mit dem Zeckenmittel lieber noch ein paar Tage und fragen erst nach...

 

 

19. März 2003 – Ausflug ans Meer

 

Wir haben heute spontan einen Ausflug nach Holland ans Meer gemacht. Der Dicke war, nachdem er die Hinfahrt bis auf einen kurzen Stop verschlafen hat, super gut drauf und ging bei schönstem Sonnenschein eine halbe Stunde munter am Meer spazieren. Dann wurde er so langsam müde und wir haben noch eine kurze Eispause gemacht (Rex bekam natürlich auch seinen Anteil Vanilleeis...J), bevor es über die steile Düne zurück zum Auto ging – selbst die Steigung hat Rex ganz gut geschafft (ich hatte schon befürchtet, wir müssten ihn hochtragen – das wäre eine tolle Show geworden...!).

In Alkmar haben wir zum Glück ein schön kühles Parkhaus gefunden. So durfte der Dicke im angenehm kühlen Auto auf seiner Matratze schlafen, während wir uns die Stadt angeschaut haben. Abends noch ein schöner Hafenspaziergang mit Rexi in Enkhuizen und dann wieder zurück – ein rundum schöner Ausflug!

 

 

30. April 2003 – Kleine Pannen

 

Ich habe heute das schöne Wetter genutzt und endlich die Zaunlatten für die Erweiterung des Kaninchengeheges gekauft und sie im Hof mit Holzlasur gestrichen. Rex lag friedlich in der Küche und tat das, was er fast immer tut: er schlief tief und fest. Christian war gerade dabei, dem Rasen den ersten Schnitt zu verpassen – trotz der Höhe des Rasens mit dem Mulchmesser, was wahre Berge von kleingehächseltem Gras erzeugte.

Im allerunpassendsten Moment erschien dann auch unser Hund auf der Bildfläche: er hatte ausgeschlafen und die Tür war nicht fest verschlossen. Er trappste fröhlich auf mich zu und ehe ich Halt! befehlen konnte, stand er schon mitten in der Holzlasur und wedelte mich freundlich an. Dort befolge er mein Halt! sofort. Als er merkte, dass er nicht sehr freundlich begrüßt wird, zog er sich auch gleich wieder – bei jedem Schritt dunkelbraune Tappsen hinterlassend – in Richtung Haus zurück. Auf mein aufgeregtes Rufen reagierte er zwar etwas irritiert (Wissen die denn nie, was sie wollen???) aber brav und kehrte wieder zu mir um. Eigentlich wollte ich Rex weiter hinten im Hof abliegen lassen, da ich aber mit Pinsel und Eimer in der Hand nicht hinterher laufen wollte, fiel meine Richtungsanweisung etwas vage aus und Rex legte sich – absolut in der Überzeugung, ein ganz braver Hund zu sein – auf den frisch gemulchten Rasen und wälzte sich erst ein mal. Das Ergebnis war ein grüngesprenkelter Hund mit braunen, klebrigen Pfoten, der wieder einmal überhaupt nicht verstehen konnte, warum Menschen immer gleich so aufgeregt sind...

 

 

10. Mai 2003 – Gezicke

 

Zickenalarm auf dem gemeinsamen Spaziergang mit Sagus. Schon direkt nach dem Aussteigen aus dem Auto musste unser Dicker den völlig überraschten Sagus anknurren – weiß der Himmel, was ihm nun wieder nicht passte. Der Abstand, den die beiden Rüden heute brauchten, war auch gleich deutlich größer als sonst. Auf halbem Weg fand Rex eine große, leere Wurstpelle, die er nur mit traurigem Blick hergab. Weil wirklich gar nichts mehr dran war, habe ich sie ihm wieder gegeben und er trug sie eine ganze Weile mit herum. Bei solchen Sachen, die nicht wirklich essbar sind aber gut riechen, kann ich mich ganz gut drauf verlassen, dass er sie nur eine Zeit lang mitschleppt und dann irgendwann fallen lässt – soll er doch seinen Spaß haben. Als allerdings Sagus nach einiger Zeit auf ihn zulief, fing er natürlich sofort an, die Pelle zu fressen und ich musste sie ihm doch wegnehmen. Da er unter besonderer Beobachtung stand, hat er nichts davon verschluckt.

Am Auto angekommen, öffnete Daniel an seinem Auto die hintere Tür, um Sagus einsteigen zu lassen. Rex war plötzlich absolut davon überzeugt, es wäre unser Auto und wollte seinerseits einsteigen. Da Sagus auch brav angetrabt kam, meinte Rex dann, Daniels Auto gegen Sagus verteidigen zu müssen und ließ diesen nicht in die Nähe. Sagus verstand die Welt nicht mehrJ! Wir haben Rex zurück gerufen aber er knurrte die ganze Zeit, während Sagus verladen wurde. Er war erst zufrieden, als Christian in zu unserem Auto rief und ihm da die Tür aufmachte – unser Hund wird wirklich so langsam senil!

 

 

13. Juni 2003 – Napfständer

Da der Dicke sich immer schlechter zum Napf runter beugen kann, haben wir ihm einen Napfständer gekauft (dem Preis nach könnte man meinen, er sei vergoldet aber es war schon der billigste, der zu haben war...).  Rex fand das Ding toll, nur wir haben noch so unsere Probleme: die Sauerei, die ein Hund macht, der aus einem erhöhten Napf trinkt, ist bemerkenswert (alle Mann in die Boote!!!) und es stockt uns immer noch der Atem, wenn Rex nun statt eines leeren Fressnapfes einen ganzen Napfständer durch die Küche schiebt, um das letzte Krümelchen zu erwischen... Da muss man allerdings sagen, dass die Dinger erstaunlich standhaft sind. Rex hat es zumindest noch nicht geschafft, das Ding umzuwerfen.

16. Juni 2003 – Angriff eines Schafs

Bevor hier Missverständnisse entstehen: Rex hat diesmal nichts angestellt! Er war vielmehr das Opfer eines hinterhältigen Angriffs durch ein gefährliches Killerschaf J...

Alles fing damit an, dass wir im Panzerübungsgelände eine kleine Runde spazieren gehen wollten. Zur Zeit befindet sich dort eine große Herde Schafe nebst Schäfer, für die sich Rex allerdings nie besonders interessiert. Ich hatte die Schafherde auch schon in weiter Ferne weit verstreut grasend entdeckt (es ist erstaunlich, wie weit sich Schafe trotz Herdentrieb in kleinen Gruppen verteilen, wenn der Schäfer oder sein Hund sie gerade einmal nicht im Auge hat) und ging auch in die Richtung. Die Schafe waren noch so weit weg, dass ich Rex nicht heran gerufen hatte.

Rex schnüffelte intensiv am Wegesrand vor der Wiese. Auf die Wiese geht er momentan nicht, weil das Gras so hoch ist (es reicht im bis über den Rücken) und selbst der interessanteste Geruch könnte meinen faulen Hund nicht dazu bringen, sich durch die Halme zu kämpfen. Ich war schon etwas voraus und wollte den Dicken gerade heran rufen, da tauchte plötzlich direkt hinter Rex ein Schafskopf aus den dichten Halmen auf. Rex merkte nichts, bis es plötzlich einen halben Meter hinter ihm blökte. Mein armer Hund riss den Kopf hoch und sprang vor lauter Schreck gut einen Meter zur Seite auf den Weg. Da er nicht mehr so der sportliche Typ ist, endete dieser Satz in einer Bruchlandung und der Dicke ging zu Boden! Das Schaf – in keiner Weise beunruhigt – schaute interessiert und ging einen Schritt auf Rex zu. Noch bevor ich pfeifen oder rufen konnte, rappelte sich der Dicke auf und hastete humpelnd und keuchend wie eine Lokomotive zu mir und versteckte sich erst einmal hinter meinen Beinen. Für mein schallendes Gelächter hatte er wenig Sinn – er drängt deutlich hektisch zum Weitergehen... J!  Auf dem restlichen Spaziergang schaute er sich öfter um und beäugte den Wiesenrand misstrauisch, bevor er irgendwo schnüffeln ging...

 

 

 

19. Juni 2003 – Unangenehme Alterserscheinungen

 

Tja, unser Dicker wird alt! Seit einiger Zeit schon geht er zwar gerne spazieren, schafft aber nur noch Runden von max. 20-25 Minuten. Wird es länger, dann atmet er deutlich schwerer und es knicken ihm immer wieder die Hinterbeine weg. Bei warmem oder schwülem Wetter kürzt sich die Spaziergehzeit sogar auf 5-10 Minuten – was unweigerlich dazu führt, dass er sich abends nicht ausgelastet fühlt und entsprechend quengelig ist (und das, obwohl wir dann sehr oft für 10 Minuten aufbrechen...). Auch zu Hause bewegt er sich deutlich weniger: Gänge durch den Garten finden fast gar nicht mehr und nur noch in meiner Begleitung statt und die meiste Zeit liegt Rex herum und döst oder betrachtet müde die Gegend. Erfreulich ist, dass sich sein Bewachertick in angenehme Bahnen lenkt: er beobachtet im Hof liegend zwar immer noch alles interessiert, bedrohliche Subjekte (Spaziergänger, andere Hunde und und und) werden aber nicht mehr durch Gekläffe, sondern nur noch durch verstärktes Fixieren und leises Brummeln angezeigt – schööön! 

Allerdings muss man dazu sagen, dass Rexis Augen immer schlechter werden und er vieles auch einfach nicht mehr sieht... Selbst uns erkennt er auf eine Entfernung von ein paar Metern nicht sicher. So lange er aber auf Spaziergängen noch erkennt, wo er lang läuft, ist er durch seine schlechten Augen eigentlich nicht sehr beeinträchtigt.

Etwas nerviger ist die Tatsache, dass der Dicke ausgesprochen schwerhörig geworden ist. Ich meine damit nicht die selektive Taubheit, die ihn immer dann befällt, wenn er etwas einfach nicht hören will J... Mittlerweile muss man ihn schon richtig anbrüllen, wenn man ihm mitteilen will, dass es Futter gibt, zum Spaziergang los geht usw. Wir stellen immer mehr auf Handzeichen um und es macht sich sehr bezahlt, dass wir bereits von Anfang an die Hörzeichen mit einem bestimmten Handzeichen verbunden haben. Der Haken an der Sache ist allerdings, dass die Handzeichen nur funktionieren, solange der Dicke uns auch anschaut... So behält er uns beim Spaziergang zwar eigentlich immer im Auge, wenn es allerdings etwas besonders interessantes zu schnüffeln gibt, vergisst er das schon mal. Kommt gerade dann ein Jogger, Spaziergänger oder Radfahrer, muss man schon richtig laut brüllen, damit Rex es mitbekommt. Mir ist das ausgesprochen peinlich, weil es immer so aussieht, als wäre mein Hund schlecht erzogen – ich war bisher immer so stolz, dass Rex bei jedem Pfiff sofort Blickkontakt aufgenommen hat und brav angetrabt kam, brüllen musste man eigentlich nie! Echte Sorgen macht mir allerdings die Frage, ob der Dicke bald ganz taub sein wird. Das wäre wirklich schlimm, weil ich ihn dann nicht mehr ableinen könnte und er doch viel Freiheit einbüßen würde. Er geht zwar gut an der Leine, auch an der Flexi aber es fällt schon auf, dass er an der Leine weniger fröhlich interessiert rumschnuppert und mehr auf dem Weg trottet.

Tja, und seit er dank der Kortisontabletten – die übrigens wunderbar gegen seine Schmerzen wirken und die er gut verträgt (bisher zumindest) – mehr trinkt und entsprechend mehr pinkelt, ist er nachts auch nicht mehr so ganz lange dicht.  Es war schon eine ganze Weile so, dass er immer wenn er länger gelegen hatte, beim Aufstehen etwas getröpfelt hat. Das ist nicht weiter schlimm, zum Glück haben wir fast überall Fliesen. Nun hält er aber am Wochenende die Nacht wohl nicht mehr durch (zumindest hat er uns an den vergangenen Langschlaftagen einmal wachgejammert und musste raus und einmal haben wir ihn wohl nicht gehört, was in einer großen Pfütze auf seiner Matratze endete. Nun heißt es also auch am Wochenende: Morgens um 6.00 Uhr klingelt der Wecker und der Hund wird in den Garten begleitet (alleine will er da ja nicht gehen)... Und das uns alten Langschläfern!!!

6. Juli 2003 – Schwer krank!

Wir haben eine fürchterliche Woche hinter uns, in der uns unser alter Hund echte Sorgen machte: Es begann damit, dass wir am Freitag vor einer Woche beim Nachhausekommen feststellen mussten, dass Rex schlimmen Durchfall hat. Also hat Christian geputzt und ich bin mit dem Dicken, der sehr matt und schwach war, zum Tierarzt gefahren. Rex ging es so schlecht, dass er sofort an den Tropf gehängt wurde und zwei Infusionen bekam. Mein armer Hund war völlig apathisch und kraftlos und wehrte sich nicht einmal gegen die Spritzen und das Gefummel an seinen Vorderbeinen für die Infusion. Er ließ sich sogar von der Ärztin am Kopf streicheln und kraulen, was sonst sofort in einem Riesengetöse geendet hätte...

Leider ging es ihm auch an den folgenden Tagen nicht besser, so dass wir Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag noch einmal zu Infusionen und Spritzen in die Praxis mussten. Am Mittwoch ging es dann so langsam aufwärts, er bekam noch eine Spritze und die Infusionsnadel konnte gezogen werden (so langsam schien ihm die Stelle weh zu tun). Seit Donnerstag kommen wir mit Tabletten aus und der Durchfall scheint so weit vorbei zu sein, Rex ist aber immer noch sehr matt und entsprechend wacklig auf den Beinen.

Seit gestern bekommt er neben Reis und Huhn auch wieder etwas Trockenfutter und ich hoffe sehr, dass er bald wieder zu Kräften kommt. Zum Glück ist das Wetter deutlich kühler geworden – dieses heiße Sommerwetter verträgt der Dicke ohnehin schon schlecht.

 

 

11. Juli 2003 – Unglücklicher Rex!

Christian ist seit neun Tagen im Krankenhaus und so langsam ist unser Hund ausgesprochen unglücklich! Die ersten Tage war er nur abends etwas unruhig, aber je länger sein Herrchen nicht da ist, umso verzweifelter wird mein armer Hund... Bei jedem Auto, das vorbei fährt, springt er auf und rennt zur Tür – das unglückliche Gesicht, wenn es wieder nicht der erhoffte Wagen war, ist kaum noch mit anzuschauen... Zum Glück kommen bei uns nicht allzu viele Autos vorbei! Christian wird frühestens am Ende der nächsten Woche nach Hause kommen und ich wünschte wirklich, ich könnte das dem Dicken erklären!!!

Seit Christian weg ist, hat unser Dicker auch offensichtlich Sorgen, dass ich auch noch verschwinden könnte: er hängt mir ständig auf den Fersen! Momentan kann ich nicht einmal aufs Klo gehen, ohne dass Rexi auf der Badematte liegt und mich sorgenvoll anschaut, vormittags schläft er auf der Fußmatte vor der Haustür statt im Korb und ist entsprechend verspannt und humpelt, wenn ich nach Hause komme...

 

 

18. Juli 2003 – Alles o.k.

Christian ist wieder zu Hause und der Hund wieder rund um zufrieden! Bei dem heißen Wetter liegt er fast nur in der Küche und Spaziergänge wagen wir nur morgens und abends, wenn es etwas kühler ist...

 

 

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