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Rexis Tagebuch

 

Im Tierheim

 

03. September 2000 – Liebe auf den ersten Blick

09. September 2000 – Vorfreude

10. September 2000 – Erstes Kennenlernen

11. September 2000 – Kaufrausch

16. September 2000 – Zaunpause dank Regen

17. September 2000 – Endlich „Besuchstag“

23. September 2000 – Endlich Fortschritte beim Hundezaun

24. September 2000 – Ein unfreiwillig langer Besuch!

30. September 2000 – Und wieder mal ein Besuch im Fressnapf...

01. Oktober 2000 – Regen!!!

03. Oktober 2000 – Neue Gefilde

05. Oktober 2000 – Langer Spaziergang

08. Oktober 2000 – Schöner Spaziergang

13. Oktober 2000 – Noch mehr schöne Dinge für Rex

14. Oktober 2000 – Besuchstag

22. Oktober 2000 – Ein unfreiwilliges Bad und schlechte Manieren

29. Oktober 2000 – Soooooo ein braver Hund!

01. November 2000 – Feiertag = Rextag

05. November 2000 – Immer wieder sonntags...

12. November 2000 – Christian in Milano, ich in Hürth!

16. November 2000 – Rex bekommt Post aus Mailand

 

3. September 2000 – Liebe auf den ersten Blick

 

Wir sind heute zum Tag der offenen Tür ins Tierheim Helenenhof nach Köln-Hürth gefahren. Es ist ein nettes, kleineres Tierheim, recht sauber mit neu angelegten Auslauf-Gehegen.

 

Christian hat sich spontan in Rex verliebt: Schäferhund, 9 ½ Jahre alt und aus sehr schlechter Haltung. Von mehreren Tierheim-Mitarbeitern erfahren wir, dass Rex die ersten 8 Jahre seines Hundelebens mit in einer Waschküche zugebracht hat, die er wohl auch fast nie verlassen durfte. Die Familie kam mit dem Hund nicht zurecht, zudem waren noch zwei kleinere Hunde da, die in der Familie lebten. Rex ist – wer will ihm das verdenken – ein eher schwieriger Hund, der auch schon gebissen hat. Seit etwa einem Jahr lebt er jetzt im Tierheim.

Ausgerechnet Christian, der sonst bei der Hundefrage so zurückhaltend ist, machte gleich für den nächsten Sonntag einen Termin im Tierheim aus, um Rex näher kennenzulernen! Ich bin mir nicht so sicher, ob wir mit Rex nicht vielleicht mehr Probleme ins Haus holen, als wir bewältigen können...

 

 

9. September 2000 - Vorfreude

 

Haben heute den ganzen Nachmittag Zaun gezogen und sind immer noch nicht fertig! Und das alles für einen Hund, den wir noch nicht einmal haben...

Habe mich die ganze Woche intensiv mit der „Rex-Frage“ auseinander gesetzt und bin mittlerweile der Meinung, dass wir das ganz gut schaffen können. Zwar ist unser Wissen über Hunde – und gerade über schwierige Hunde – bisher nur rein theoretisch, aber ich glaube, wir haben beide genug Geduld, Ruhe und Hundeverstand, dass wir das alles in den Griff bekommen können.

Wir freuen uns beide auf den Spaziergang mit Rex morgen!

 

 

10. September 2000 – Erstes Kennenlernen

 

Rex ist ein toller Hund! Sind heute das erste Mal mit ihm draußen gewesen – erst mit Mitarbeitern, die den Hund gut kennen, dann auch allein – und sind sehr begeistert.

Als wir im Tierheim ankamen, lag Rex in der gewohnten, gleichgültigen Manier im Zwinger und blickte uns gelassen an. Als dann die Mitarbeiter auftauchten, kam plötzlich Leben in den Hund. Kaum hatte er „seine“ Spaziergänger entdeckt, rannte er fröhlich wedelnd zum Gitter und konnte es kaum abwarten, endlich loszugehen. Zunächst hat Rex von uns überhaupt keine Notiz genommen (wieso sollte er auch, er kennt uns ja nicht...), wichtig war für ihn nur der Spaziergang. Einige Leckerchen später (er ist sehr (!) bestechlich...) galten seine Blicke dann auch schon uns („Kommt da noch ein Leckerchen her?“) und bald lief er ganz lieb auch mit mir am anderen Ende der Leine. Angeblich hat er Probleme mit anderen Rüden (wir sind keinem begegnet...), aber wenn man ihn kurz nimmt, ist er wohl gut zu halten.

Beim Spazierengehen merkt man, dass er doch schon ein alter Herr ist, er wird schnell müde und nach einer ¾ Stunde hatte er auch sichtlich genug von der Lauferei. Er hat schon große Probleme mit seinen Hüftgelenken aber wir hoffen, dass es mit einem anderen Zusatzfutter doch noch um einiges besser wird.

Nach dem Spaziergang haben wir im Auslauf noch ausgiebig mit Rex gespielt. Er ist für sein Alter sehr verspielt und eine richtige Schmusebacke! Er scheint keine Scheu vor uns zu haben und hatte sichtlich Spaß am Stöckchen holen und am Rangeln!

Kleine Panne: Rex sprang fröhlich in ein etwa knietiefes Loch im Auslauf und kam dank seiner HD prompt nicht mehr heraus! In einer Gemeinschaftsaktion (ich vorne mit Leckerchen locken, Christian hinten schieben) haben wir ihn aus seiner misslichen Lage befreit!

Im Gespräch mit einem Mitarbeiter habe ich auch noch mehr über seine „Beißattacke“ erfahren: er war ganz neu im Tierheim, hatte vor allem und jedem Angst und ziemliche Schmerzen dank einer chronischen Ohrenentzündung (ist mittlerweile operiert und völlig ausgeheilt). Als dann gleich zwei Mitarbeiter in seinen engen Zwinger kamen, war er wohl völlig überfordert und hat ordentlich zugebissen.

Er wird in Situationen, die neu für ihn sind, einfach viel Zeit und Rückzugsraum brauchen! Daran müssen wir denken, wenn er zu uns kommt!

Wir haben uns richtig in den alten Herrn verliebt und wollen ihn sobald es geht mitnehmen! Bis dahin werden wir ihn jeden Sonntag besuchen (leider sind es 120 Entfernungskilometer, daher geht es nicht öfter).

 

 

11. September 2000 - Kaufrausch

 

Bin heute in einen echten Kaufrausch verfallen: bei real gab`s günstig Hundedecken – habe gleich 4 (!!!) davon gekauft. Und wo ich schon mal da war, fanden auch noch diverse Leckerli den Weg in den Einkaufskorb. Wenn das so weiter geht, haben wir gar keinen Platz mehr für einen Hund, wenn es endlich so weit ist (Leine und Halsband haben wir auch schon – wir können`s einfach nicht mehr abwarten...).

Habe  im Forum bei Hunde.com mal nachgefragt, was man bei HD tun kann und viele gute Tipps bekommen.

 

 

16. September 2000 – Zaunpause dank Regen

 

Leider ist Teil zwei der Zaun-Aktion wegen Regen buchstäblich ins Wasser gefallen, was gar nicht so schlecht war, weil Bernd (NetterNachbarmitAhnungvonfastallem) so, statt mit uns den Zaun zu ziehen, zum ersten Handballspiel seiner Tochter gehen konnte. Zwar drängt die Zeit etwas aber wir werden den Zaun schon noch rechtzeitig  fertig bekommen, bevor Rexi zu uns kommt.

Statt dessen standen wir Ewigkeiten im „Fressnapf“, um ein geeignetes Spielzeug für Rex auszusuchen. Nach langem Hin und Her (Nein, er bekommt auf gar keinen Fall ein rosa Quietschekrokodil und auch die diversen Kitschfiguren mit Haltekordel fallen weg...) haben wir in einer Kiste (gaaanz unten) einen prima Kordelknoten für Zerrspiele entdeckt und erstanden!

 

 

17. September 2000 – Endlich „Besuchstag“

 

Relativ früh aufgestanden, schnell gefrühstückt und nichts wie los zu Rex! Ich freue mich schon immer die ganze Woche auf den „Besuchstag“. Als ich beim Frühstück erwähne, dass es für mich das Highlight der Woche ist, lacht mich Christian nur aus und lästert ganz fürchterlich. Allerdings hatte er, noch bevor wir was zu frühstücken bekamen, bereits die Leckerli-Tüten für Rex gepackt...

Als wir ankamen, stand Rex erwartungsvoll an der Zwingertür und konnte den Spaziergang kaum abwarten. Der Mitarbeiter kam nur die ersten Meter mit, dann sind wir mit Rex alleine los. Rex stört das überhaupt nicht: die erste Viertelstunde ist es ihm sowieso egal, wer am anderen Ende der Leine hängt – Hauptsache raus! – und ansonsten hat er sich, glaube ich, sogar schon ganz gut an uns gewöhnt.

Wieder zurück gab`s im Auslaufgehege noch eine ausführliche Spiel- und Streicheleinheit. Rex spielt recht gerne mit dem neu erworbenen Spielzeug aber allzu lange ist er dann auch nicht mehr zu motivieren. Immerhin waren wir nun so lange da, dass sich der Hund sichtlich entspannte und es wagte, auch einfach einmal eine Weile liegen zu bleiben und sich kraulen zu lassen. Letzte Woche war er dazu noch viel zu hektisch und sprang ständig auf, immer in der Sorge, man geht schon wieder und er muss in den Zwinger zurück.

Ansonsten war er verfressen wie eh und je und ständig auf ein Leckerchen gefasst (was er auch prompt bekommen hat). Wenn er erst einmal bei uns ist und begriffen hat, dass er hier zu Hause ist, müssen wir die Leckerchen etwas einschränken! Er sollte auch dringend etwas abspecken. Als er im Tierheim ankam, war er wohl nur Haut und Knochen und musste aufgepäppelt werden. Das ist so gut gelungen, dass er mittlerweile ein paar Kilo zu viel auf den Rippen (und vor allem auf den HD-geplagten Hüften) hat.

Immerhin sind wir nach diesem Besuch zumindest beruhigt, was das Autofahren angeht. Als wir vom Spaziergang kamen, wollte ich sein Spielzeug aus dem Auto holen. Sobald die Heckklappe nur ein paar Zentimeter aufging, hatte Rex schon die Nase drin und ehe wir richtig wussten, was los war, war schon der halbe Hund freudig wedelnd und sichtlich begeistert im Auto verschwunden. Nur sein Hinterteil kriegt er selbst nicht mehr so weit hoch... Wir können also davon ausgehen, dass er gerne Auto fährt (gut, ich hatte mir schon ernsthaft Gedanken gemacht, wie man einen Hund dieser Größe verlädt, wenn er nicht will...).

 

 

23. September 2000 – Endlich Fortschritte beim Hundezaun

 

Dank einer am Freitag Nachmittag spontan gestarteten Zaunaktion aufgrund des plötzlich doch schönen Wetters und Bernds und Sandras tatkräftiger Hilfe, sind wir mit dem Zaun nun doch endlich ein großes Stück weiter gekommen. So haben wir es am Freitag trotz einiger Schwierigkeiten tatsächlich geschafft, beide langen Zaunstücke auf voller Länge zu ziehen. Es war eine ziemlich anstrengende Turnerei um verschiedene Bäume herum, die mitten im Weg stehen und auf eine relativ weite Strecke mussten wir den Zaum etwa 15 cm tief eingraben (ausgerechnet rund um die Heckenrose...!), da die Pfähle mittlerweile schon ein ganzes Stück im Boden „verschwunden“ sind (dort, wo Beete aufgefüllt wurden). Am Samstag haben Christian und ich noch eine ganze Weile daran gearbeitet, den Draht oben, unten und in der Mitte am Spanndraht zu befestigen, sind aber noch nicht allzu weit. Immerhin haben wir noch einen Großteil der vorletzten Hecke pflanzen können. So langsam wird der Garten „Rex-tauglich“!

 

 

24. September 2000 – Ein unfreiwillig langer Besuch!

 

Wie mittlerweile jeden Sonntag sind wir (ausgerechnet wir passionierten Langschläfer) früh aufgestanden, um auch ja pünktlich bei Rex zu sein. Hat trotz Sperrung einer Autobahn und sehr dichtem Verkehr auch ganz gut geklappt. Angekommen schnell in die anderen Schuhe, Kameratasche schultern und los zu Rex. Rex hat uns tatsächlich wiedererkannt und kam freudig wedelnd ans Gitter und ließ sich kraulen und streicheln!!! Als er uns dann auch noch mit einer Leine in der Hand sah, war die Freude natürlich riesig!

Das wärmere Wetter tat Rex sichtlich gut: er lief viel besser, bewegte die Hinterbeine nicht so steif und war deutlich fitter als bei unserem letzten Besuch. Wir sind dann mit ihm eine große Runde gegangen, haben auf dem Spaziergang noch ein paar Leckerli-Suchaktionen eingebaut (er liebt dieses Spiel sehr, ist dann aber so aufgeregt, dass er vor lauter Rumhampeln nicht mehr richtig aufpasst und das Leckerchen meistens auch nicht alleine findet...) und haben auf dem Rückweg sogar noch eine kleine Zusatzrunde eingebaut – unser Rex war munter und ausdauernd wie selten und schien überhaupt nicht müde zu werden. Wir waren fast 1 ½ Stunden unterwegs – eine ganz ordentliche Leistung für unseren „alten Herrn“! Sicherlich wird sich mit der Zeit, wenn er regelmäßiger raus kommt, seine Kondition auch noch deutlich bessern. Auf der großen Wiese – die liebt er sehr, weil es da immer so viel zu schnüffeln und zu untersuchen gibt – hat Rex dann ein „Stöckchen“ entdeckt und hätte es am liebsten durch die Gegend getragen. Leider war sein „Stöckchen“ ein kleiner Baumstamm und er konnte ihn nicht einmal hochheben...

 

 

Anschließend haben wir noch mal so lange mit ihm im Auslauf gesessen und gespielt und Streicheleinheiten verteilt. Das rief bei der Hundemeute, die im daneben gelegenen Auslauf war, einige Eifersüchteleien hervor und führte 2-3 Mal zu kleineren „Giftereien“ durch das Gitter – eine Herausforderung, die Rex natürlich nicht auf sich sitzen lassen kann! Er war aber durch quietschen mit dem Quietscheigel leicht von den Radaubrüdern abzulenken und so kehrte bald wieder Ruhe ein. Der Quietscheigel ist eine Neuerwerbung – eine Kapitulation vor dem Kitsch: er ist leuchtend gelb, hat ein hässliches, lächelndes Gesicht und quietscht in den hellsten Tönen, wenn man ihn drückt. Also genau die Art von Spielzeug, die unser Hund, da waren wir uns einig, nie bekommen würde. Rex hat uns mittlerweile überzeugt: er liebt den Igel und das Quietschen und ich fürchte, er wird im Laufe seines Hundelebens noch einiges von dieser Art Spielzeug bekommen...!

Nach drei Stunden ausgiebigem spazieren gehen, toben, spielen und schmusen mit Rex waren sowohl wir als auch der Hund müde und K.O. und wir wollten dann eigentlich den Heimweg antreten – eigentlich!!! Auf dem Weg zum Auto merkte ich, dass ich meinen Autoschlüssel nicht finden konnte!!! Ein schöner Schreck! Hoffentlich nicht irgendwo auf dem Spaziergang verloren... Nein, so war’s dann doch nicht: vor lauter Eile und Vorfreude auf Rex hatte ich den Schlüssel nach dem Schuhwechsel mit ins Auto geworfen, Heckklappe zu und da lag er dann...! Beim ADAC angerufen, wer weiß, vielleicht können die einem ja auch bei so einer Panne helfen. Eine sehr freundliche Dame beruhigte mich, ja, ja, bisher hätten ihre Fahrer noch jedes Auto aufbekommen, nur könne es gut eine Stunde dauern, bis ein Fahrer da sei. Na gut! Es dauerte dann allerdings fast anderthalb Stunden. Wer sich richtig freute war unser Rex, der für die ganze Zeit Gesellschaft in seinem Zwinger bekam und von Christian ausgiebig gekrault und verwöhnt wurde (so hat eben alles auch seine guten Seiten, es kommt nur auf den richtigen Standpunkt an...) Das Aufmachen des Autos dauerte dann auch noch einmal eine gute halbe Stunde (mir schwante schon nichts Gutes, als der Pannenhelfer weidwund aufstöhnte „Oh je, ein Astra, die gehen schwer auf...“) und ging leider auch nicht ohne Schaden am Auto ab. Nun habe ich zwar wieder ein funktionstüchtiges Auto, oder besser gesagt, ich kann dasselbe benutzen aber ich nenne auch ein paar neue und tiefe Kratzer im Lack mein Eigen.

 

 

30. September 2000 – Und wieder mal ein Besuch im Fressnapf...

 

Es scheint, als könnte kein Samstag vergehen, ohne das wir ein halbes Monatsgehalt im Fressnapf lassen. Die Ausbeute dieser Woche: eine doppelseitig benutzbare Hundebürste für kurz- oder stockhaarige Hunde, ein Massagestriegel (nur schlappe 9 DM für ein lappriges Gummiteil made in China – als Hundezubehörhersteller kann man offensichtlich gut verdienen...), zwei Metallnäpfe für mittelgroße bis große Hunde und ein spezielles Hundehandtuch, das unseren pfützenliebenden Schlammteufel vor Betreten der Wohnung wieder in einen Schäferhund normaler Färbung verwandeln soll.

Des weiteren verbrachten wir eine gute ¾ Stunde versunken in die Inhaltsbeschreibungen einer unglaublichen Menge an Hundenahrung der verschiedensten Firmen, auf der Suche nach einem preiswerten Futter mit der dennoch optimalen Zusammensetzung und den richtigen Prozentzahlen bezüglich Eiweiß, Fett und ähnlichem. Schon nach 20 Minuten wurde uns klar, dass preiswert ein sehr relativer Begriff ist, wenn man versucht, seinen Hund sinnvoll und gesund zu ernähren. Wir sind schließlich bei Eucanuba senior hängen geblieben, welches mir auch schon von vielen Hundebesitzern wärmstens empfohlen wurde – nur schlappe 90 DM kostet ein 15 Kilo Beutel. Dieser Hund wird besser ernährt sein als wir!!!

Nach dieser Einkaufsaktion waren wir so erledigt, dass wir jeden Gedanken an weitere Arbeiten am Zaun weit von uns wiesen...

 

 

01. Oktober 2000 – Regen!!!

 

Im strömenden Regen nach Köln losgefahren, in strömenden Regen angekommen, mit den Tierheim-Mitarbeitern Kaffee getrunken, in strömenden Regen spazieren gegangen, bei Nieselregen im völlig überschwemmten Auslauf mit Rex gespielt...

... und ausgesehen wie die Erdschweine!

Rex störte das Wetter überhaupt nicht – er war gut drauf wie eh und je! Seine gute Laune hat uns angesteckt und so hatten wir trotz des blöden Wetters einen sehr schönen Sonntagsausflug!

Die neu erworbene Bürste ist bei Rex auf keine besondere Begeisterung gestoßen, aber immerhin hat er sich widerwillig bürsten lassen. Nötig war’s!

 

 

03. Oktober 2000 – Neue Gefilde

 

Wir haben kurz entschlossen den Feiertag mit Rex verbracht (so langsam wird die Fahrerei ein echter Kostenfaktor mit immerhin fast 40.- DM pro Besuch!). Das Wetter war ganz passabel, zwischendurch kam sogar die Sonne raus. Rex war bester Laune und schien auch überhaupt keine Beschwerden zu haben, also haben wir beschlossen, unsere Spaziergänge einmal über das bekannte Revier auszuweiten und uns über die Straße und die Schienen zu wagen. Hinter besagten Eisenbahnschienen tut sich ein weiteres riesiges Gebiet mit Waldwegen und Wiesen auf, wo man herrlich kilometerweit laufen kann. Rex schien noch nie in diesem neuen Gebiet gewesen zu sein und es war recht interessant, ihn zu beobachten. Unser Rexi, der sonst nur Augen für die Landschaft hat und immer so weit voraus und zurückläuft, wie es die Leine gerade noch zu läßt, blieb auf einmal sehr in unserer Nähe und suchte ständig Blickkontakt zu uns! Bald siegte jedoch die Neugierde und er untersuchte alles ganz genau!

 

 

05. Oktober 2000 – Langer Spaziergang

 

Da ich Ferien und damit viel freie Zeit habe, bin ich heute alleine zu Rex gefahren, während Christian arbeiten musste. Unter der Woche herrscht ein fürchterlicher Verkehr auf den Autobahnen und ich kam recht spät und reichlich genervt in Hürth an. Rex wurde unterwegs von einem freilaufenden Terriermix angegiftet. Der Hund kam kläffend auf uns zu, Frauchen etwa 100 Meter weiter hinten. Die Frau versuchte zwar auf meine Aufforderung hin, ihren Kläffer einzufangen, der hörte aber überhaupt nicht und dachte gar nicht daran, Rex in Frieden zu lassen. Rex blieb so lange zwar interessiert aber einigermaßen ruhig, bis der Hund auf ca. 1,5 Meter heran war und immer noch keine Anstalten machte, zu bremsen. Der fremde Hund rannte kläffend um uns herum, während ich versuchte Rex, den ich am Halsband gepackt und so hochgezerrt hatte, dass seine Vorderbeine bereits in der Luft hingen, am Zurückgiften und Toben zu hindern. Rex machte einen Aufstand, als wolle er den Terrier fressen und ich bin nicht sicher, ob er nicht genau das getan hätte, hätte ich ihn losgelassen... Zum Glück trollte sich der Kläffer angesichts Rex drohenden Knurrens und Bellens und augenblicklich kehrte Ruhe ein. Die Hundebesitzerin, der es immer noch nicht gelungen war, ihren Hund wieder einzufangen, meckerte noch über Rex schlechte Erziehung, während sie laut rufend hinter ihrem ach so wohl erzogenen Hund her rannte. Auf den Gedanken, dass ihrer angefangen hatte und dass das Verhalten ihres Hundes auch nicht unter gut erzogen fällt, kam sie wohl gar nicht erst! Alle weiteren Rüdenbegegnungen verliefen friedlich. Rex zeigte sich zwar interessiert, gab aber keinen Ton von sich und ging brav bei Fuß, die anderen zogen auf der anderen Wegseite vorbei, ohne allzu nahe zu kommen oder zu knurren. Na also, geht doch!

 

 

08. Oktober 2000 – Schöner Spaziergang

 

Habe alleine, da Christian in Holland zum Segeln ist, Rex besucht und bei einigermaßen trockenem Wetter einen langen Spaziergang mit unserem „Dicken“ unternommen. Rex wird so langsam tatsächlich richtig dick und muss dringend abspecken – es wird Zeit, dass er nach Hause kommt!

 

 

13. Oktober 2000 – Noch mehr schöne Dinge für Rex

 

Nachdem es mir nach meiner Zahn-OP einigermaßen gut ging sind wir noch zu einer kleinen Shoppingtour für Rex aufgebrochen. Diesmalige Beute: eine lange Flexileine (8m) und zwei muckelige Wolldecken von Ikea für seinen (noch zu erstehenden) Korb. Letzte Woche habe ich bereits einen Großeinkauf in einem Futtermittelgeschäft in Menden gemacht, das wegen Geschäftsaufgabe alles reduziert hatte: 2 große und 5 mittelgroße Kauknochen, ein Halti (um 10 DM heruntergesetzt!), ein schwerer Gummiball zum Apportieren (auch wenn Rex immer noch nicht einsehen will, dass er die Sachen, die er bringt, auch wieder hergeben muss... naja, irgendwann wird er’s schon begreifen!) und ein kleiner Beutel Leckerli. Ach ja, und beim Schlüsseldienst habe ich noch eine schöne Plakette mit seinem Namen und unser beider Handy-Nummern gravieren lassen, damit man uns auch sofort erreicht, sollte Rexi mal verloren gehen (und sollte er dann irgend jemanden nahe genug an sich heranlassen, dass dieser jemand die Nummer auch lesen kann...)!

Es wird wirklich Zeit, dass der Hund nach Hause kommt – schon damit diese „Übersprungshandlungen“ meinerseits endlich aufhören!

 

 

14. Oktober 2000 – Besuchstag

 

Rexi erkennt mittlerweile mein Auto und steht schon erwartungsvoll am Gitter wenn wir aussteigen! Schöner und sehr langer Spaziergang (fast 3 Stunden, natürlich inclusive langer Pausen) bei herrlichem Wetter! Rex durfte im flachen Wasser am Rand eines Sees etwas planschen, was er auch mit Begeisterung gemacht hat. Er wollte immer ins tiefe Wasser, aber da es ab dort recht steil abwärts ging, waren wir nicht sicher, ob er wieder raus kommt... Mehrere Rüden-begegnungen mit Imponiergehabe aber ohne (!!!) Knurren oder Bellen – so langsam kapiert er’s, glaub’ ich!

Noch eine Stunde spielen im Auslauf, dann mussten wir auch so langsam schon wieder los. Hoffentlich können wir ihn bald mitnehmen!!!

 

 

22. Oktober 2000 – Ein unfreiwilliges Bad und schlechte Manieren

 

Bei schönem Wetter waren wir wieder lange im Wald und Park spazieren. Auf dem Rückweg durfte Rex dank des schönen Wetters auch wieder etwas am flachen Rand des Sees planschen. Diesmal hat er es trotz unseres Aufpassens allerdings geschafft, über die Kante ins tiefe Wasser zu rutschen! Christian hat ihn mit einem kräftigen Ruck mit der Leine wieder ans sichere Ufer bringen können. Rex störte das alles nicht so sehr – tropfnass aber guter Dinge marschierte er weiter, den Blick immer sehnsüchtig auf den See gerichtet...

Leider zeigte er bei zwei Gelegenheiten (zuerst auf dem Spaziergang, dann am Auslauf) seine manchmal doch sehr schlechten Manieren und knurrte ohne Grund und aus heiterem Himmel zwei kleine Kinder an!!! Ich vermute, dass er mit Kindern einmal sehr schlechte Erfahrungen gemacht hat. Aber welche Gründe er auch immer haben mag, wir müssen ständig gut auf ihn aufpassen!

 

 

29. Oktober 2000 – Soooooo ein braver Hund!

 

Man könnte fast meinen, Rex hätte den Tagebucheintrag vom letzten Sonntag gelesen und sich nun vorgenommen, den schlechten Eindruck von letzter Woche heute wieder wett zu machen. Wir hatten heute einen ganz braven Hund, der gut hörte und nicht einmal geknurrt oder gegrummelt hat! 

Die Mitarbeiter wollen uns noch eine Liste zusammenstellen, mit allem drauf, was wir bei Rexis Gesundheit so beachten müssen (Ohrenkontrolle und –pflege des operierten Ohrs, Zusatzfutter für die HD, aufpassen auf neue Aussackungen des Darms (???), beobachten der Verdickung an der Schwanzwurzel, ... – ja, ja, man bekommt im Alter so seine Zipperlein!)

 

 

01. November 2000 – Feiertag = Rextag

 

Natürlich haben wir den Feiertag mit unserer Schmusebacke verbracht! Manchmal erscheint es selbst uns etwas unheimlich, wie dieser Hund es geschafft hat, gerade uns, denen das Ausschlafen immer so wichtig war, zu ausgesprochenen Frühaufstehern zu erziehen – sogar am Feiertag!!! Das Wetter hielt sich zum Glück auch so leidlich. Zumindest hat es nicht geregnet und ab und zu kam sogar die Sonne etwas raus.

Rex hat sich riesig gefreut, uns zu sehen und hat uns in seiner Begeisterung auch gleich beide komplett mit der Leine eingewickelt. Während wir noch versuchten, das Getüddel wieder zu entwirren, sprang Rex immer noch völlig aufgeregt und voller Freude um uns herum, so dass unsere Befreiung etwas gedauert hat. Wir müssen einen recht netten Anblick geboten haben...

Nach dem ausgiebigen Spaziergang und einer langen Schmuse- und Spieleinheit (zuerst wegen des unsicheren Wetters im Zwinger, dann aber doch noch im einigermaßen trockenen Auslauf) ließ Rex auch noch eine gründliche Säuberungsaktion mit der Bürste über sich ergehen – wahrscheinlich war er nach der ganzen Anstrengung einfach zu müde, um sich noch groß zu sträuben.

 

 

05. November 2000 – Immer wieder sonntags...

 

Schöner Spaziergang bei herrlichem Herbstwetter! Wir sind heute das erste Mal am Weiher bis zur Brücke gegangen und dann auf der anderen Seite zurück. Christian hat sich an einem Eiswagen ein Eis gekauft und konnte es, oh Wunder, unbehelligt aufessen – Rex interessierte sich nicht sonderlich dafür. Zur Belohnung bekam er noch ein paar Leckerchen versteckt, die er auch mit Begeisterung gesucht hat.

Anschließend, wie immer, noch lange spielen, schmusen und bürsten. Wir waren fast 5 Stunden da, trotzdem blickte uns Rex mit traurigen Augen nach, als wir gefahren sind. Ich bringe es immer kaum übers Herz, ihn zurück zu lassen...

 

 

12. November 2000 – Christian in Milano, ich in Hürth!

 

Christian ist, einer spontanen Idee folgend, auf Olivers Flugticket und mit dessen Personalausweis nach Mailand geflogen. Oli konnte oder wollte nicht fliegen und das Ticket konnte, da Superspartarif, nicht umgebucht werden. Bin ja mal gespannt, ob alles klappt oder ob er wegen Identitätsbetrugs in irgendeinem italienischen Gefängnis landet.

Rex war ausgesprochen schlechter Laune und hörte so gut wie überhaupt nicht. Petra meint, es könne daran liegen, dass eine der Hündinnen läufig wird und er darauf reagiert. Der Spaziergang war dementsprechend anstrengend und nervig. Am Weiher war es dann um seine (mehr oder weniger) gute Erziehung ganz geschehen: er stürmte los und zog so vehement Richtung Wasser, dass ich auf der regennassen, glitschigen und abschüssigen Wiese das Gleichgewicht verloren habe und auf dem Hintern gelandet bin. Ich war so sauer, dass ich Rex, zur weiteren Belustigung der in Scharen vorhandenen Zuschauer, mit einer ärgerlichen und lauten Schimpftirade überschüttet habe. Er war völlig verdutzt und kam auch sofort angesaust und schlich mit eingezogenem Kopf um mich herum. Das Ganze hatte ihn immerhin so beeindruckt, dass er den Rest des Spaziergangs nicht ein einziges Mal mehr auch nur den Versuch machte, an der Leine zu ziehen.

Zurück am Tierheim musste er noch eine gründliche Bürstaktion über sich ergehen lassen (er sah aus wie ein Erdschwein!). Das passte unserem Dicken überhaupt nicht. So gerne er sich bürsten lässt, wenn es ihm gerade in den Kram und in sein Kraulbedürfnis passt, so vehement versucht er sich zu wehren, wenn dem nicht so ist. Nachdem er merkte, dass ich nicht bereit war, ihn mit der Bürste in Ruhe zu lassen, fügte er sich laut jammernd in sein Schicksal. Durch sein steinerweichendes Gejaule hatten wir auch schon nach kürzester Zeit eine stattliche Anzahl feixender Zuschauer, die sich das Schauspiel natürlich nicht entgehen lassen wollten...

 

 

16. November 2000 – Rex bekommt Post aus Mailand

 

Heute ist tatsächlich eine Postkarte für Rex eingetrudelt...! Sind alle Hundebesitzer so verrückt???

 

 

 

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