07.
Januar 2005 – Start
ins neue Jahr
Na,
einer der guten Vorsätze fürs's neue Jahr ist auf jeden Fall, das
Tagebuch wieder regelmäßiger zu schreiben. Weihnachten haben wir in
aller Ruhe hier zu Hause verbracht und sind dann zum Jahreswechsel zu
meiner Familie nach Steinenbronn gefahren. Beide Hunde haben die
lange Fahrt ganz gut überstanden - wir auch. Timmi hatte sich leider in
der letzten Zeit angewöhnt, im Auto ununterbrochen zu kläffen, wenn er
hinten drin ist. Zum Teil liegt das sicherlich auch daran, dass er recht
wenig im Auto mitfährt und dann eigentlich immer nur kurze Strecken zum
Spaziergang. Vielleicht ist es die Aufregung und das
"Jagdfieber"...
Naja,
auf jeden Fall dachte ich, es wäre ja nun eine gute Möglichkeit, dem
Zwerg zu zeigen, dass er mit dem Gekläffe nichts erreicht und
irgendwann würde er dann aufgeben - dachte ich. Ich denke, ich habe
mich überschätzt und den Dackel unterschätzt: nach 80 Kilometern
Dauergekläffe lagen meine Nerven blank! Da wir noch weitere 400
Kilometer vor uns hatten, habe ich angehalten und den Nervzwerg im Fußraum
der Rücksitzbank hinter dem Beifahrersitz festgebunden und siehe da: göttliche
Ruhe auf allen Plätzen (Roberta sah auch gleich viel entspannter aus,
als sie das Gekläffe nicht mehr im Ohr hatte :-) ). So ist der Kleine
dann auch zurück gefahren und es klappte prima. Seltsamerweise kläfft
er seit dem auch nicht mehr, wenn er hinten mit fährt: versteh einer
diesen Hund... In Steinenbronn war es sehr ruhig und entspannt und die
Hunde haben sich prima eingefügt. Zur Sylvesterknallerei durften sie im
Gästezimmer im Keller in Christians Bett liegen und waren damit auch
ganz zufrieden. Interessant fand ich, dass unser selbstbewusster
kleiner Tyranosaurus Tim doch auf einmal Muffen hatte, als er mit meinem
Vater und Esther alleine spazieren gehen sollte. Unser Timmi, der sonst
kilometerweit marschiert, wollte nicht recht mit und ging nur genau so
weit, wie ich am Vortag mit ihm gegangen war und keinen Schritt weiter.
Auf dem Rückweg sauste er dann voraus, nachdem er den ganzen Hinweg
hinterhergetrödelt war - so ein großer Held wie er immer tut, ist
unser Kleiner dann doch nicht :-)) Das Apportiertraining macht mit
beiden Hunden gute Fortschritte, allerdings ist Roberta viel beständiger
und zuverlässiger. Timmi hat immer noch Tage, an denen er einfach nicht
mitarbeitet und lieber hungert, als den Beutel zu holen. Allerdings
macht er schon auch große Fortschritte, wenn man es damit vergleicht,
wie er so war, als wir ihn übernommen haben. Unser Kleiner hat leider
momentan wieder schuppige Haut mit offenen Stellen: wir wollten das
Futter umstellen und er verträgt das nicht. Er bekommt jetzt das alte
Futter wieder und zusätzlich Tabletten und ich hoffe, dass die Sache
bald überstanden ist. Seine Schulter ist zum Glück jetzt viel besser
und belastbarer und war sehr schnell ausgeheilt nach seinem kleinen
Unfall: Timmi ist durch das viele Training ein richtiges kleines
Muskelpaket geworden...
Roberta
ist topfit, hat noch mehr Muskeln aufgebaut und eine gute Figur. Ihrem Rücken
merkt man die Spondylose kaum noch an und sie ist fast symptomfrei. Ganz
selten springt sie ab und an sehr vorsichtig aus dem Auto aber das ist
auch schon alles! Die OP hat sich wirklich gelohnt (auch wenn sie jetzt
dadurch viel mehr Power hat und sehr viel anstrengender geworden ist :-)
) und wir würden es jederzeit wieder machen. Im Nachhinein tut es mir für
Rex sehr leid, dass wir das bei ihm nicht haben machen lassen - wir hätten
dem alten Kerl vielleicht den ganzen Mist mit den Schmerzmitteln
ersparen können - leider hatten wir da noch nicht die Ahnung von diesen
Möglichkeiten...
So,
nun geht's gleich los: zum Abendessen in die Kneipe (es hat wieder
keiner Lust zu kochen...:-)) - natürlich mit den Hunden... Seit Timmi
sich besser benimmt, kommen die Hunde auch öfter mit (oder umgekehrt!).
Die
Hunde waren sehr brav. Wir waren zunächst an einem Tisch mit direktem
Blick auf die Eingangstür und Roberta legte sich trotzdem sofort brav
unter dem Tisch ab und döste entspannt vor sich hin. Timmi war etwas
unruhig aber nicht störend. Er zappelte etwas hin und her, war aber
ruhig. Kurz darauf wurde ein Tisch weiter hinten frei (nicht so zugig für
uns und deutlich weiter ab vom Schuss für die Hunde) und Roberta hat
dort den Abend bis auf kurze Streck- und Dehnübungen im Wesentlichen
verpennt. Timmi war nur schwer davon abzuhalten, sich mitten in den Weg
zu legen, fand nicht so recht zur Ruhe und schwankte zwischen dösen und
aufspringen. Für seine Verhältnisse hat er sich aber recht ruhig
verhalten. Wenn die Bedienung vorbei kam (eine Tatsache, die Roberta
nicht einmal zur Kenntnis genommen hat), musste er aufspringen und
betteln... Aber ansonsten war er o.k. Der arme Kleine hatte
allerdings eine kleine Panne: Christian wollte gerne auf die Toilette
und hatte extra gewartet, bis die Bedienung kam und Timmi ohnehin auf
war. Dann wollte er, um Timmi und Berta zu beeindrucken, die sich
ohnehin entfernende Bedienung mit einer deutlichen Bewegung
"wegschicken" (ganz im Sinne von N.D. und eine gute Idee,
aber...). Da Christian aber in Sachen timing und Gestik aber manchmal
etwas undeutlich ist, dachte Timmi wohl, es ginge auf zur Jagd und er
sollte mit... Also sprang mein armes Dackelchen auf und sauste hinter
Christian her... Leider war bald die Leine zu Ende und riss den Zwerg
von den Füßen und er musste völlig frustriert zusehen, wie Herrchen
ohne ihn verschwand... Immerhin gab es dann später, als Timmi sich
wirklich entspannt hatte, noch den Beutel zur Belohnung, bevor wir
gegangen sind (da wurde dann sogar die Berta wieder wach...).
16.
Januar 2005 – Rückenschmerzen
Unsere
arme dicke Berta hat es wieder übel erwischt: sie hat fürchterliche Rückenschmerzen,
kann nicht ins Auto springen und jault laut auf, wenn man an ihren
hinteren Rücken kommt. Wir können nicht genau sagen, was der Auslöser
war, aber ich vermute, dass sie sich beim Galopp über ein gefrorenes
Feld vertreten hat. Ich habe ihr Rimadyl gegeben und wir hoffen mal,
dass sich die Sache wieder normalisiert...
21.
Januar 2005 – Schneegraupelsturm
Den
ganzen Tag war schon fürchterlich mistiges Wetter, bis dann endlich
einmal eine Regenpause aufkam: also nichts wie los mit den Hunden! Wir
waren gerade am Waldrand angekommen, da zog ein solcher Sturm auf, dass
der arme kleine Timmi kaum mehr voran kam. Dazu kam ein
Graupel-Schneeregen, der fast waagerecht angeweht kam und uns ordentlich
zusetzt. Ich war schon nicht sonderlich begeistert von dem Wetter aber
die Hunde waren entsetzt! Vor allem Roberta wollte nur noch nach Hause -
kein Schnüffeln, kein Markieren sondern mit gesenktem Kopf und hängenden
Ohren im Eilschritt Richtung Körbchen...!
Da
war der abendliche Ausflug in die Kneipe mit ihrem Liegeplatz direkt an
der Heizung schon mehr nach ihrem Geschmack! Als die Bedienung dann auch
noch zwei Stückchen Wurst für die Hunde spendierte, waren die Beiden
absolut zufrieden.
22.
Januar 2005 – Langer
Spaziergang
Da
Robertas Rücken besser zu sein schien, trauten wir uns heute morgen
wieder einmal die große Runde zu. Beide Hunde waren absolut begeistert
und tobten fröhlich über die Felder. Ich bin ganz stolz auf die dicke
Berta: ein Schwarm Ziertauben landete ganz in unserer Nähe und flog
mehrmals für kurze Strecken auf, bleib aber immer sehr nahe dabei und
die Dicke hätte natürlich nur zu gerne einen kleinen Jagdausflug
Richtung Tauben unternommen. Sie fixierte die Tauben schon und schlich
darauf zu, ließ sich aber abrufen und bekam dann auch sofort den Beutel
geworfen. Es hat super geklappt: Roberta hat trotz der nahen Beute super
apportiert und sehr aufmerksam mitgearbeitet (die Tauben allerdings auch
immer noch mit im Blick... :-)).
Timmi
hatte heute auch einen guten Tag und apportierte ohne jegliche Anfälle
von Eigensinn. Er schaffte es heute durchgehend, mit dem Beutel zuerst
ins Bei zu kommen und ihn ordentlich in die Hand abzugeben - etwas, das
für Roberta ganz selbstverständlich aber für den Kleinen immer noch
eine sehr schwierige Aufgabe ist...
Robertas
Rücken hat die Sache gut überstanden, sie sprang nach dem Spaziergang
locker ins Auto und scheint weitgehend schmerzfrei zu sein.
28.
Januar 2005 – Beuteln
im Schnee
Seit
einer Woche liegt herrlicher Schnee und die Hunde haben sichtlich Spaß
an langen Spaziergängen und dem Toben im Schnee. Timmi flitzt mit einem
Feuereifer hinter seinem Beutel her und man hat den Eindruck, der kleine
Kerl wird nie müde, obwohl es sehr mühsam für ihn sein muss: er
versinkt tief im Schnee, muss ständig große Hopser machen, wenn der
Schnee mal tiefer ist und fällt fortwährend in irgendwelche Löcher,
die unter der Schneedecke nicht zu erkennen sind. Mit unseren anderen
Hunden haben wir uns da nie Gedanken gemacht aber für Timmi ist eine
Schneehöhe von 15-20 cm schon eine echte Herausforderung. Wenn es
weiter so schneit, können wir mit ihm nicht mehr quer über die Wiesen
und über die verschneiten Feldwege gehen - dem armen Kerl ging heute
schon an einigen Stellen, wo der Schnee am Waldrand angeweht war, bis über
die Ohren...! Trotzdem ist er unermüdlich und kaum zu bremsen.
Roberta
findet den Schnee auch klasse und tobt viel und gerne, aber das
Futterbeuteltraining ist mit ihr keine Freude, wenn Schnee liegt: unsere
kleine Jammertante mag den Beutel nicht ins Maul nehmen, wenn er voll
Schnee ist und so versucht sie dann ganz vorsichtig, mit den Schneidezähnen
eine halbwegs schneefreie Falte im Stoff zu fassen und trägt den Beutel
gaaaaaanz vorsichtig zurück. Natürlich rutscht er ihr bei dieser
Anstellerei ständig aus den Zähnen, so dass sie 3-4 Mal sorgfältig
und vorsichtig ein neues Packende sucht und es ewig dauert, bis sie
endlich mal ankommt... Ich könnte sie erwürgen! Ein 28-kg-Muskelpaket
und so eine Jammerei!!!
1.
Februar 2005 – Agilitistart
für Timmi
Heute
war nun der lang erwartete Tag: die neuen Agilitikurse fingen an und zum
ersten Mal war auch Timmi mit dabei. Sein Anfängerkurs startet direkt
vor Robertas Fortgeschrittenenkurs und der Kleine hatte wirklich viel
Spaß! Nach kurzen anfänglichen Berührungsängsten flitzte er durch
den 7m langen Tunnel und sauste zur Belohnung seinem Futterbeutel hinter
her und war nicht müde zu kriegen. Er war nicht der einzige Zwerg in
der Gruppe: neben vielen großen Hunden war noch ein zweiter Dackel da,
ein sehr junges Glatthaar-Mädchen. Timmi fand alle anderen Hunde klasse
und kam prima mit allen zurecht.
Auch
Roberta war in der neuen Gruppe erstaunlich entspannt: es war keiner der
Hunde da, die sie kannte, dafür aber 3 völlig fremde Hunde und noch
dazu ein wuscheliger, stürmischer Bearded Collie darunter - nicht
einmal der konnte ihr ein Grummeln entlocken und sie war fröhlich und
gut gelaunt und hatte sichtlich Spaß an der Stunde. Auch die Übungen
klappten sehr gut, obwohl eine Kombination aus 6 Sprüngen und 2 Tunneln
gefordert war und Roberta da normalerweise schon mal leicht verwirrt ist
:-) Sie hat sich aber prima an mir orientiert und eigentlich alles gut
geschafft - braves Mädchen!
27.
Februar 2005 – Streit
Heute
haben wir Tyson getroffen, den mittlerweile fast ein Jahr alten Schäfer-Mix
unserer Nachbarn. Tyson ist, wie alle Junghunde, ein netter, fröhlicher
aber auch wilder Wirrkopf, der aber schon recht passabel hört. Tyson
war ohne Leine am Waldrand unterwegs und kam fröhlich und unbedarft auf
uns zugesaust, sobald wir um die Wegebiegung zu sehen waren.
Also
habe ich erste einmal Roberta angeleint, schließlich weiß man bei ihr
ja nie so genau, ob sie grummelt... und es ist immerhin ein Schäferhund. Den Kleinen
habe ich laufen lassen, da ja Tyson auch ohne Leine war und Timmi sich
ja immer mit allem und jedem verträgt (außer mit Benji). Tja, so
schlecht kann man seine Hunde kennen: Roberta fand Tyson einfach toll!!!
Sie hätte sehr gerne mit ihm gespielt, weil Tyson aber noch sehr (!!!)
wild ist und Robertas Rücken in letzter Zeit wieder öfter mal sehr
schlecht war, habe ich sie lieber an der Leine behalten: was nützt das
schönste Spiel, wenn sie dann wieder tagelang Rückenschmerzen hat.
Also haben die Beiden ein wenig "Hopsen auf engstem Raum"
gespielt...
Und
da kam nun mein ach so verträglicher Rottweiler im Dackelkostüm auf
den Plan: ohne sich weiter mit Formalitäten aufzuhalten, stürzte sich
Timmi wütend auf Tyson und wollte im das Fell über die Ohren ziehen!
Tyson nahm den Kleinen nicht so wirklich ernst und hüpfte in bester
Spiellaune um uns herum aber bis ich Timmi zu packen kriegte, hatte der
dem armen Tyson schon einige Büschel Fell ausgerupft... Also, wir
streichen das Wort verträglich zugunsten der Bezeichnung bedingt
verträglich solange keiner sich an sein Mädchen ranmacht und
leinen das kleine Monster demnächst auf jeden Fall an!
06.
März 2005 – Schneetaubheit
Es
liegt immer noch jede Menge Schnee - deutlich über Dackelhöhe! Für
Timmi sind die ausgedehnten Spaziergänge über die Felder damit eine
ziemlich anstrengende Sache, weil er wie ein kleines Känguru über den
Schnee springen muss, um überhaupt voran zu kommen. Er hat aber viel
Spaß am Schnee und ist auch nicht müde zu bekommen. Mit großer
Energie saust er hinter Roberta her, die mit ihren langen Beinen natürlich
viel schneller ist... Letzte Woche hat Christian unseren Kleinen aus
Versehen (???) im Tiefschnee versenkt: Christian hat den Beutel auf
einer Wiese geworfen und Timmi zum Apportieren geschickt. Was wir alle
nicht gesehen hatten: zwischen Timmi und seinem Beutel lag ein tiefer,
mit Schnee komplett zugewehter Graben... Unser kleiner Stöpsel sauste
also los und war plötzlich wie vom Erdboden verschluckt!!! Nach einigem
Hin und Her und einem großen Schrecken bei uns, kam der Zwerg aber
wieder aus seinem tiefen Schneeloch gehopst und nahm die Suche nach dem
Beutel mit unverminderter Begeisterung wieder auf - man hat es eben
nicht leicht, wenn man so kurze Beinchen hat...! Wir messen die Schneehöhe
seitdem nur noch in Dackelhöhen - momentan haben wir hier etwa 1,5
Dackelhöhen Schnee und es schneit noch immer. Ich freue mich schon auf
den großen Spaziergang...
Für
Roberta ist Schnee auch das Allergrößte! Sie tobt mit großer
Begeisterung über die Felder und hat eine Menge Spaß - nur das
Apportieren des Beutels im Schnee ist immer noch so mühsam mit ihr -
sie sollte sich wirklich mal ein Beispiel an Timmi nehmen, der zumindest
bei dieser Witterung beim Apportieren weit voraus ist...!
Leider
hat das Wetter bei unseren Hunden zu einer ernsten Erkrankung geführt:
beide Hunde sind schneetaub! Vor allem Roberta hört bei Schnee
ausgesprochen schlecht, die Ärmste kann vor allem das Hier! nur
sehr schwer hören und auch das Wort Langsam! ist für den armen
Hund bei Schnee einfach nicht zu erkennen... :-) Bei Timmi ist die
Taubheit nicht ganz so ausgeprägt (vielleicht fällt es nur nicht so
auf, weil er auch sonst eine recht eigenwillige Definition von Gehorsam
hat...). Naja, wir arbeiten dran...
01.
April 2005 – Timmi
Unser
kleiner Zwerg hält uns in den letzten Tagen ganz schön in Atem:
angefangen hat alles mit einer schlimmen Ohrentzündung! Am vorletzten
Samstag Nachmittag hatte Timmi schon Probleme mit seinem rechten Ohr.
Das ist das Ohr, das immer feucht ist und in dem sich immer enorm viel
Dreck ansammelt. Unsere TA vermutete schon, dass es chronisch entzündet
ist und er es schon sehr lange haben muss - wahrscheinlich ist eine
Ohrentzündung früher einmal nicht ordentlich behandelt worden. Nun,
wir waren auf jeden Fall wegen des Ohrs schon öfter beim TA aber selbst
die Zinksalbe hat nicht wirklich eine dauerhafte Besserung gebracht.
Samstag fing es auf jeden Fall wieder an: Timmi war am Ohr
schmerzempfindlich und schüttelte ständig den Kopf. Ich habe ihm
darauf hin Ohrensalbe ins Ohr gemacht, aber es wurde immer schlimmer.
Sonntag Morgen war es dann so schlimm, dass wir zum TA in den Notdienst
gefahren sind. Hier stellte sich heraus, dass das ganze Ohr so stark
entzündet war, dass sogar das Trommelfell schon mitbetroffen war. Er
bekam Spritzen und musste eine Woche lang Antibiotika nehmen, allerdings
zeigte die Nachuntersuchung, dass die Entzündung zwar zurück gegangen
war, die Haut im Ohr aber stark verändert war und das Trommelfell nach
vorne gewölbt und vernarbt ist. Nun stand der dringende Verdacht auf
eine Tumorerkrankung im Raum. Wir sollten noch ein paar Tage warten und
das Ohr weiter mit Ohrentropfen behandeln, dann sollte über eine
Operation entschieden werden.
Zu
unserer großen Erleichterung sieht das Ohr aber jetzt schon viel besser
aus: die Hautveränderungen sind zurückgegangen und hinter dem
Trommelfell lässt sich keine Wucherung erkennen. Leider hat das
Trommelfell einen Riss (der aber schon länger bestehen muss und durch
die Entzündung verdeckt war) und mehrere Narben von früheren Entzündungen
aber es besteht die Hoffnung, dass eine OP nicht nötig wird und kein
Tumor da ist! Wir werden das Öhrchen jetzt noch eine Weile
weiterbehandeln und sehen, wie es sich entwickelt. Nach einer
Behandlungspause soll dann ein Abstrich die Bakterienlage und die Frage,
ob Tumorzellen zu erkennen sind, klären. Wir hoffen das Beste...!
Und
weil das ja für einen echten Dackel noch nicht genug Wirbel ist, hat er
sich gestern noch einen Klops geleistet: Beim Arbeiten im Garten ist mir
im Nebenraum ein Napf mit Kaninchenfutter runter gefallen. Während ich
loszog, um ein Kehrblech zu holen, vermisste ich plötzlich Timmi, der
normalerweise immer genau hinter mir zu finden ist. Also legte ich das
Kehrblech wieder aus der Hand und zog los, meinen Hundezwerg zu suchen:
nirgendwo ein Timmi zu finden! Ich habe den ganzen Garten abgesucht:
nichts. Im Haus: nichts. Auf mein (mittlerweile alarmiertes) Rufen:
nichts. Roberta verstand den ganzen Rummel nicht, wollte sich an der
Suche aber ganz offensichtlich auch nicht beteiligen. Schließlich kam
er dann, der kleine Rabauke: aus unserem Nebengebäude, das er sonst nie
betritt, weil es zwei Stufen hinunter geht und er nun einmal Angst vor
Treppen hat und wo ich gerade vorher das Kaninchenfutter verschüttet
hatte... Und siehe da, das Futter war weg und der Zwerg schleckte sich
die Schnauze (von wegen Angst vor Stufen...!)...
Auf
dem Abendspaziergang war Timmi dann überhaupt nicht fit, wollte nicht
recht laufen, apportieren schon gar nicht und selbst am Futter war er
nicht interessiert - ganz offensichtlich schien er Bauchschmerzen zu
haben... Das Kaninchenfutter hatte ich bis dahin schon längst vergessen
und wir rätselten besorgt, was der Kleine denn haben könnte! Zu Hause
angekommen verkroch er sich in seinen Korb und jammerte ab und zu leise
vor sich hin. Das Kaninchenfutter fiel mir erst wieder ein, als Timmi
anfing zu würgen und das Karnickelfutter wieder zum Vorschein kam...
Timmi verteilte seinen Mageninhalt auf insgesamt drei Decken und Kissen
und in der halben Küche (Bäh!) und dann ging's ihm endlich wieder gut
- zum Glück!
19.
Juli 2005 – Neuigkeiten
Die
letzten 3 ½ Monate waren recht turbulent und es gibt einiges zu
berichten. Zuerst einmal das Wichtigste: Timmis Ohrenentzündung! Leider
waren unsere Hoffnungen auf einen guten Ausgang nur von kurzer Dauer und
bei der Nachuntersuchung stellte sich heraus, dass unser Zwerg einen bösartigen
Tumor im Ohr hatte, der operiert werden musste. Es war eine lange und
schwierige OP, bei der der äußere Gehörgang geöffnet und der Tumor,
der kurz vor dem Trommelfell saß, entfernt wurde. Leider heilte die
ganze Sache ausgesprochen schlecht aus und Timmi war nun seit 3 Monaten
jede Woche beim Tierarzt und bekam auch die ganze Zeit Antibiotika. Nun
endlich, nach so langer Zeit, scheint es so, als ob die Wunde endlich
verheilt wäre. Seit gestern bekommt er keine Medikamente mehr, das Ohr
scheint nicht mehr zu schmerzen und die Entzündung und Vereiterung ist
zurückgegangen. Wir hoffen alle sehr, dass der Tumor, der bösartig
war, nicht gestreut hat und auch nicht wieder kommt und können nun nur
noch abwarten. Bisher sieht es auf jeden Fall recht gut aus. Timmi hat
eine einseitige Taubheit zurückbehalten, weil der Gehörgang nun ganz
zugewachsen ist - das ließ sich bei dem schlechten Heilungsverlauf dann
nicht mehr verhindern. Ab und an behindert ihn das auch im
Gleichgewichtssinn etwas, weil er von Zeit zu Zeit Probleme mit dem
Druckausgleich hat aber alles in allem haben wir riesiges Glück gehabt!
Auf jeden Fall ist der Stöpsel wieder wohl auf und munter wie eh und
je...!
Die
zweite große Neuigkeit, die eine direkte Folge von Timmis Ohr-OP ist,
ist der neue "Nebenjob" unserer Hunde: sie dürfen nun
halbtags mit ins Büro. Timmi war nach seiner OP so schlecht zugange,
dass Christian ihn mit ins Büro genommen hat, damit er ihn im Auge
haben kann - nur die Berta durfte nicht mit: alle und vor allem der Chef
hatten große Bedenken wegen des "Kampfhunds"! Irgendwann war
der Chef dann mal nicht da und Christian hat die Berta einfach mal
mitgenommen und den Mitarbeitern vorgestellt: für alle war es o.k.
Schließlich kam die große Probe: was passiert, wenn der Chef
nachmittags kommt...? Tja, und dann hätte es die Berta fast noch
vermasselt!!! Den ganzen Tag war sie zu allen nett, nur als der Chef
reinkam, musste sie lospöbeln... Aber als die Beiden einander dann
offiziell vorgestellt wurden, war alles in Ordnung und mittlerweile sind
sie ein Herz und eine Seele. Seit dem dürfen die Hunde immer mit ins Büro,
wenn es bei mir später wird und sie so lange alleine sein müssten.
Roberta
Rücken ist leider im Moment wieder sehr schlecht, nachdem wir ein paar
wirklich gute Wochen mit guter Beweglichkeit und wenig Verspannungen
hatten. Es ist zwar seit ihrer OP wieder schlechter geworden, ist aber
noch lange nicht so schlecht wie vorher. Inwieweit jetzt die Wirkung der
OP nachlässt oder es einfach insgesamt immer schlimmer wird, können
wir nicht sagen. Immerhin geht es momentan noch so, dass sie nur ab und
zu mal eine Schmerztablette braucht und sich ansonsten gut bewegen kann
und das ist ja schon deutlich mehr, als vor der OP...
Ansonsten
hat Roberta in der letzten Zeit für ihre Verhältnisse sehr viele Hunde
getroffen, die sie ganz nett fand (in aller Regel ganz junge Hunde, die
sie einfach nicht so ernst nimmt und daher auch nicht so bedrohlich
findet) und wird insgesamt deutlich ruhiger im Umgang mit anderen
Hunden. Sie zählt nach Sagus Tod nun auch wieder einen Schäferhund zu
ihrem Freundeskreis und nun ist sogar eine junge Golden Retrieverhündin
als Spiel- und Spaziergehpartnerin in den erwählten Kreis der von ihr
voll akzeptierten Hunde aufgenommen worden, obwohl beide Rassen sonst immer
noch mit gehörigem Misstrauen betrachtet werden - die Dicke kommt
einfach nicht gegen die Ausdauer ihrer Menschen an...!
28.
Juli 2005 – Nervzwerg
Besonders
schön ist es, einen Dackel mit Kontrollzwängen zu haben, wenn man
gerne einigermaßen konzentriert etwas bauen möchte...! Mir sind da
immer noch die kleinen Zwischenfälle unserer Esszimmerrenovierung im
Gedächtnis, infolge derer unser kleiner Zwerg größere Mengen
Tapetenkleister und Dispersionsfarbe im langen Fell hatte. Nun habe ich
die letzten Tage damit zugebracht, im Garten, der am Hang liegt und
daher sehr abschüssig ist, eine kleine Miniterrasse für unseren
Gartentisch neben der Feuerstelle zu bauen - man will ja die Gläser
auch mal voll schenken können...:-) Um das hinzukriegen, mussten
Pflanzsteine gesetzt und einnivelliert, Begrenzungssteine eingesetzt und
Bohlen gestrichen und verschraubt werden. Das heißt also drei Tage
Arbeit mit viel hin und her laufen, Werkzeug überall und immer
mittendrin ein kleiner Dackel mit sicherem Gespür für den allerungünstigsten
Liegeplatz! Seinen Höhepunkt erreichte die ganze Sache gestern, als ich
die Holzbohlen mit Holzschutzfarbe gestrichen habe. Während Roberta den
Tag im Garten verschlafen hat, war Timmi ununterbrochen damit beschäftigt,
mich zu kontrollieren. Er sauste auf Schritt und Tritt hinter mir her
und musste fortlaufend davor behütet werden, die Pfoten in der Lasur zu
haben oder Spritzer abzukriegen! Erstaunlicherweise ist die Terrasse
fertig geworden und Timmi ist weder verklebt noch eingefärbt...
Nervzwerg!!!
Leider
hat unser kleiner Stöpsel schon wieder eine dicke Ohrenentzündung -
diesmal im anderen Ohr! Dackel sind einfach ziemlich fehlkonstruiert:
die Ohren sind zu lang und es kommt nie so recht Luft daran... Wir haben
ein paar spannende Tage hinter uns gebracht, als unser Dackelchen dann
fast gar nichts mehr hörte: das eine Ohr zugewachsen und im anderen
jede Menge Zinksalbe war seine Wahrnehmung doch arg eingeschränkt!
Roberta bekam das zu spüren, als sie ein paar mal gehörig angegiftet
wurde, wenn sie von hinten angeschossen kam und er sie zu spät bemerkte
und entsprechend erschrak. Da Roberta die Launen ihres kleinen Kameraden
aber ja zur Genüge kennt, machte sie einfach ein paar Tage einen Bogen
um den Zwerg und nahm es nicht weiter krumm. Mittlerweile sind die
beiden Hunde wieder ein Herz und eine Seele!
Roberta
hat gestern sehr nett Freundschaft mit einer zweijährigen Neufundländerhündin
geschlossen und uns damit völlig überrascht! Eigentlich sind ihr große,
wuschelige Hunde ja immer sehr suspekt und sie macht ein Heidentrara,
wenn so ein "Ungetüm" zu sehr in ihre Nähe kommt. Die Hündin
passte eigentlich völlig ins Schema für einen hysterischen Kläffanfall,
zumal sie auch noch schwarz ist. Trotzdem war die Dicke recht entspannt,
als die Hündin auf sie zukam und ließ sich sogar beschnüffeln - wir
haben schwer gestaunt! Schließlich durfte Dino sogar ihre Schnauze
schlecken und zu guter Letzt schleckte Roberta eifrig zurück... Sie
wird wirklich zunehmend ruhiger im Umgang mit anderen Hunden und wir
freuen uns sehr über solche Fortschritte!
11.
August 2005 – Notfall
Unsere arme Roberta
hat es wieder ganz schlimm im Rücken!!! Bereits am Samstag fiel auf,
dass sie nicht so recht gut weit laufen konnte, war aber am
Sonntagmorgen auf einer kleineren Runde noch ganz gut dabei. Über den
Sonntag nahmen dann die Rückenschmerzen immer mehr zu und sie konnte
sich schon gar nicht mehr gut bewegen. Am Sonntagabend war es dann so
schlimm, dass sie trotz mehrerer Schmerztabletten im Korb lag und
jammerte und auch ab und zu einmal laut aufjaulte. Also habe ich
versucht, die Tierärztin zu erreichen, die allerdings gerade auf dem Rückweg
von Gelsenkirchen war - das Schalkespiel! Da sich Robertas Zustand nicht
besserte, trafen wir uns um 22.30 schließlich in der Praxis. Es war
eine Riesenaktion, Roberta ins Auto zu bekommen: sie konnte nicht
richtig laufen, jaulte und jammerte bei jedem Schritt und ins Auto
springen war natürlich gar nicht drin. Andererseits hatte sie aber auch
eine panische Angst davor, angefasst zu werden und schrie jedes Mal vor
Schmerz! Schließlich war sie bereit, in ihr Körbchen zu steigen und
das Körbchen als Aufzug ins Auto zu benutzen - arme Berta! Beim
Tierarzt bekam sie Kortisonspritzen und ein starkes Schmerzmittel, das
auch sehr zügig wirkte. Wahrscheinlich drückt wieder irgendetwas auf
den Nerv. Leider war jetzt auf dem Röntgenbild keine klare Ursache zu
erkennen. Wir müssen mal abwarten, wie sich die Sache jetzt entwickelt
und dann entscheiden, ob wir das in der Klinik Gießen mal genauer
untersuchen und ggf. die Bandscheibe operieren lassen. Jetzt hat sie
erst einmal bis gestern Spritzen bekommen und läuft halbwegs gut aber
nicht lange (halbe Stunde maximal langsam an der Leine), dann kommen die
Rückenschmerzen wieder stärker. Gestern haben wir sie auf Tabletten
umgestellt, was auch ganz gut geklappt hat - wir werden abwarten müssen
20.
August 2005 – Immer
noch Rückenprobleme
Roberta ist nun den
zweiten Tag ohne Schmerzmittel und es geht so halbwegs. Sie läuft ganz
passabel aber eben maximal 20-30 Minuten! Leider hat sie nicht genug
Verstand, um es ruhig angehen zu lassen. Sie ist in den ersten Minuten
sehr übermütig und platzt fast vor Energie, baut dann aber merklich
ab. Wir haben sie eine ganze Weile an der Leine gelassen, müssen aber
jetzt einen Kompromiss zwischen Bewegungseinschränkung und ihrem
Bewegungsdrang finden. Wenn unsere Dicke über einen längeren Zeitraum
nur eingeschränkt laufen, buddeln und toben kann, ist sie eben sehr
unausgelastet und unglücklich und wird richtig unausstehlich!!! Außerdem
wird sie dann so zapplig an der Leine, dass es ihrem Rücken mehr
schadet als nutzt. Wir haben jetzt auch langsam wieder mit dem
Apportiertraining angefangen, was aber schwierig ist: Roberta platzt
fast vor Arbeitsfreude und hüpft und springt so voller Begeisterung bei
der Suche nach dem Beutel, dass wir nur sehr wenig mit ihr machen, um
ihren Rücken nicht zu sehr zu strapazieren. Wir haben auch schon
versucht, ihr eine Fährte zu legen, um sie geistig etwas auszulasten.
Sonst macht sie das ganz toll, aber momentan ist sie so überdreht, dass
sie wie ein Springbock hin und her saust und Haken schlägt, statt vernünftig
auf der Fährte zu bleiben. Wir werden die weitere Entwicklung abwarten
müssen, bevor wir überlegen, wie es weiter gehen soll.
Die beiden Hunde
teilen sich ab Montag ihren Firmenhund-Job mit Sullivan. Sullivan ist
ein unkastrierter Schäferhund-Windhund-Mix einer Mitarbeiterin und wir
haben die Hunde auf einem Spaziergang schon miteinander bekannt gemacht.
Erst machte Roberta natürlich ein Riesentheater!!! Nach ein paar
Minuten hatte sie dann aber begriffen, dass Sullivan sie nicht fressen
wird und schließlich kamen die beiden prima miteinander aus. Nur wenn
Roberta in einem Loch gebuddelt hat und Sulli zu nahe rankam, hat sie
ihn angebrummt. Er akzeptiert das dann aber und hält Abstand. Kaum gab
sie ein Loch auf, stapfte Sulli dann hin und schaute verwundert hinein:
ihm wurde offensichtlich nicht klar, was Roberta da so spannend findet!
Mit Roberta und Sullivan gibt es also keine Probleme. Ganz anders
dagegen Timmi: Timmi findet Sullivan ätzend und zeigt das auch ganz
deutlich. Ist Sulli allein in seiner Nähe, brummt er nur, kommt
allerdings die Berta dazu, geht er sofort auf Sulli los. Sullivan
reagiert zwar sehr defensiv auf den tobenden Zwerg, da Timmi aber in
seinem Verhalten sehr ernst ist und daran auch keinen Zweifel lässt,
muss der Kleine künftig in der Firma an der Leine bleiben, damit er
Sulli nicht verletzt... Schade! Ich sehe aber auch keinen Weg, ihn an
diesen "Konkurrenten" zu gewöhnen und möchte Sulli auch
nicht in Gefahr bringen. Zwar ist Timmi nur ein Zwerg, aber er hat da
eben überhaupt keine Hemmungen, andere Rüden sehr ernsthaft
anzugreifen und auch zu beißen, wenn er sie erwischt!
21.
August 2005 – Tag
der Offenen Tür in Lippstadt
Heute
waren wir mit den Hunden zum Tag der Offenen Tür in Lippstadt. Beide
Hunde hatten großen Spaß an der ganzen Sache und haben sich auch sehr
gefreut, Frau Kellermann, Timmis frühere Patin, wieder zu treffen (und
beide haben natürlich wieder fleißig und erfolgreich gebettelt:-)).
Kaum angekommen, sind wir auch schon mit beiden Hunden beim
Hund-Mensch-Rennen gestartet: der Mensch läuft zuerst und ruft dann den
Hund und beide Zeiten werden zusammen gerechnet. Roberta hätte ohne
mich sicherlich bessere Chancen gehabt :-))) Timmi konnte der ganzen
Sache nicht allzu viel abgewinnen, hatte aber die Lacher auf seiner
Seite: er startete als letzter Teilnehmer und nachdem vor ihm schon gut
20 Hunde brav das gemacht hatten, was von ihnen gefordert wurde, zeigte
unser Zwerg wieder einmal, was es heißt, ein Dackel zu sein: er
schlenderte gemütlich los, schnüffelte hier und da, markierte ein
wenig und trudelte mit der 4fachen Zeit so ganz gemütlich im Ziel
ein!!! Immerhin hat er bei der Siegerehrung noch einen Preis für die
humorvollste Teilnahme bekommen: eine große Tüte Leckerchen.
Allerdings
muss man sagen, dass er sich später noch ganz toll wieder rehabilitiert
hat: wir haben mit den Hunden eine kurze Vorführung zum Beuteltraining
gemacht. Roberta war auf der fremden Hundeauslaufwiese sehr abgelenkt
und bummelig und arbeitete nicht konzentriert mit während Timmi
wirklich super eifrig bei der Sache war (allerdings hatte ich auch
Rinti-Dosenfleisch im Beutel :-))). Aber er ist sehr schön hinter dem
Beutel hergeflitzt und hat zumindest hier bewiesen, dass er auch schnell
sein kann...!
Aber
es war ein rund um schöner Tag, wir hatten eine Menge Spaß und haben
uns sehr gefreut, dass sich viele aus dem Tierheim noch an Timmi und
sogar an die dicke Berta erinnert haben.
03.
September 2005 – Bauchweh
und eine kleine Panne
Nach
einer stressigen Woche sind wir alle froh, dass endlich wieder
Wochenende ist. Es ist recht warm und die Hunde sind den Tag über
entsprechend schlapp und wir gehen erst gegen Abend raus. Heute morgen
hat uns Timmi schon einen gehörigen Schrecken eingejagt: als ich
morgens aus dem Bad kam, lag unser Stöpsel noch in seinem Korb. Das
allein ist schon recht ungewöhnlich. Dann sollte er seine
Morgentablette in einer Scheibe Schinkenwurst bekommen und wollte die
Wurst nicht fressen. Spätestens ab da war ich alarmiert! Das hat es ja
noch nie gegeben, dass einer unserer Hunde Fleischwurst ablehnt! Als wir
dann vor dem Haus standen, kam Malcom vorbei, ein Nachbarsrüde und
allein schon deshalb Timmis erklärter Feind, der auf's Schärfste zu
verbellen und kompromisslos anzugreifen ist. Mein kleiner Zwerg
allerdings stand nur apathisch da und ließ Malcom ziehen, ohne ihn auch
nur zur Kenntnis zu nehmen. Das war der Punkt, an dem ich Timmi ins Auto
verfrachtete und zum Tierarzt brachte. Normalerweise hätten wir sicher
noch abgewartet, aber die Samstagssprechstunde ist nur eine Stunde lang
und nichts ist blöder, als am Wochenende dann den Notdienst
rauszuklingeln, wenn doch was ist...! Beim Tierarzt stellte sich dann
heraus, dass es nichts Schlimmes war, nur eine Verstopfung, gegen die er
eine Spritze bekommen hat. Auf der einen Seite war ich natürlich riesig
froh, dass es nichts Ernstes war (ich hatte schon befürchtet, er hätte
irgendwas Giftiges gefressen), andererseits hat Timmis quersitzender
Pups schlappe 26,95 € gekostet...! Vielleicht sollte ich mein Gehalt
demnächst einfach komplett an unseren Tierarzt überweisen lassen - er
kann mir dann ja am Monatsende den Rest auszahlen...
Nun,
auf jeden Fall war unser Zwerg schon eine halbe Stunde später wieder
topfit, setzte ein Häufchen ab und sauste wie gewohnt auf dem
Spaziergang hinter der Berta her...! Er holte auch seinen Beutel recht
fleißig und war wie durch ein Wunder wieder rundum gesund - das Geld
war also immerhin gut angelegt...
Beim
Abendspaziergang unterlief ihm allerdings noch eine kleine Panne, die er
gar nicht lustig fand: Gegen Ende der Runde hängte Christian die Leinen
der Hunde an der Hängerkupplung ein und öffnete die Heckklappe und die
rechte Tür der Hundebox, um die Hunde einsteigen zu lassen. Den Beutel
von Roberta hatte er hinter dem Auto auf den Boden fallen lassen. Die
Hunde wurden losgemacht und Roberta sprang brav wie immer zuerst ins
Auto. Timmi wollte ganz schlau sein und schnappte sich Robertas Beutel
und setzte zum Sprung an: wer wird denn wohl so eine tolle Beute einfach
liegen lassen!!! Das hatte die Berta von oben gesehen und bereute
sofort, dass sie nicht auf die Idee gekommen war. Um diesen Fehler zu
korrigieren, wollte sie wieder aus der Box hinaus - durch die selbe Tür,
durch die Timmi hinein wollte. Timmi war schon mit einem riesigen Sprung
samt Beutel unterwegs und prallte nun im Flug gegen Robertas Brust, ließ
vor Schreck den Beutel fallen und plumste rückwärts wieder aus dem
Auto. Während Timmi sich noch aufrappelte, hatte Roberta hocherfreut
festgestellt, dass ihr da jemand den Beutel direkt vor die Füße hatte
fallen lassen. Sie schnappte sich also die Beute und brachte sie sofort
in die Box in Sicherheit. Das konnte nun wiederum Timmi nicht auf sich
sitzen lassen. Eilig sprang er ins Auto und sauste dem Beutel hinterher.
Roberta war nicht bereit, sich auf Diskussionen über Besitzrechte
einzulassen und fletschte den Kleinen gehörig an. Bevor nun Timmi
seinerseits zickig werden konnte, wanderte der Beutel wieder in
Christians Besitz über und beide Hunde gingen leer aus... Pech gehabt!
5.
September 2005 – Tag
der Offenen Tür in Hürth
Gestern
waren wir wieder einmal auf dem Tag der Offenen Tür in Hürth (wie
jedes Jahr seit 1999) und es war wieder sehr schön! Irgendwie ist es
noch größer und noch netter als die letzten Jahre und wir hatten einen
schönen Tag! Berta wurde von vielen Freunden und Bekannten
durchgeknubbelt, durfte Gesichter schlecken und auf den Schoß klettern
und war restlos glücklich und zufrieden! Es ist schön, dass Roberta
sich immer so riesig freut, alle aus dem Tierheim wieder zu treffen!
Abends war die Dicke rappelmüde!!!
Leider
ist ein solcher Tag nicht sonderlich gut für ihren Rücken, weil sie
einfach zu wenig Ruhe bekommt und sehr angespannt ist. Allerdings
konnten wir die Hunde zwischendurch in einem Innenzwinger lassen, so
dass sie ein wenig zur Ruhe kommen konnten (für eine Ruhepause im Auto
war es einfach zu warm und zu sonnig). Zwar läuft die Dicke heute nicht
sonderlich gut aber alles in allem hat es ihr Rücken halbwegs gut überstanden
und sie braucht heute keine Schmerzmittel - wir lassen es einfach
langsam angehen!
10.
September 2005 – Chayenne
Heute
haben wir auf dem Spaziergang Chayenne kennen gelernt. Chayenne ist eine
kleine, freche und erst 10 Wochen alte Australian Shepherd Hündin und
Roberta war restlos begeistert von ihr! Schon auf relativ große
Entfernung hatte Roberta den süßen Welpen entdeckt und wollte
unbedingt hin. Also haben wir gefragt, ob sie mal schnuppern darf und
siehe da, der Zwerg war mindestens genau so begeistert: nach kurzem
Beschnuppern hat Roberta sehr schön und sehr sanft (!!!) mit der
Kleinen gespielt. Allerdings war es so warm und drückend, dass nach
kurzer Zeit sowohl der Welpe als auch Roberta einfach nur noch müde und
k.o. waren. Chayenne hat noch ein paar halbherzige Versuche gemacht, die
flach liegende Roberta durch ein paar Hopser in ihr Gesicht wieder zu
animieren, Berta war aber zu k.o. Daraufhin stürmte der Zwerg auf Timmi
los, der allerdings Welpen absolut ätzend findet und sofort die Nase
kraus zog. Derart abgeblitzt legte sich der Eifer der Kleinen auch
schnell und sie klaute stattdessen Timmis Beutel und sauste davon. Wir
kamen mit den Besitzern noch in ein nettes Gespräch und haben ihnen das
Beuteltraining und die website von Jan Nijboer wärmstens ans Herz
gelegt. Ich denke, Chayenne wäre begeistert vom Beuteltraining - sie trägt
sehr gerne "Beutestücke" durch die Gegend (im Wesentlichen
alles, was sie findet) und so könnte man diese Leidenschaft etwas
kanalisieren...
13.
September 2005 – Balou
Roberta
hat einen Hund getroffen, der sie restlos müde spielen kann: Balou, ein
kleiner 5-Monate alter Labrador-Dackel-Mix (!!!)... Balou ist ein echtes
Powerpaket und sauste so lange mit und um die Berta herum, bis sie
wirklich nicht mehr konnte. Allerdings hatte der Kleine dann noch lange
nicht genug und schnappte weiter nach ihren Ohren und sprang gegen ihre
Brust, bis sie ihn schließlich anknurrte. Den Kleinen störte das überhaupt
nicht und so blieb der Dicken nur, sich in Geduld zu üben...!
16.
Oktober 2005 – Aus
dem Urlaub wieder da
Wir
haben es also tatsächlich geschafft, wieder einmal in den Urlaub zu
fahren! Nach beträchtlicher Vorbereitung was die Hunde angeht: beide
noch zur Impfung und mit dem Tierarzt abgesprochen, was zu tun ist, wenn
Robertas Rücken wieder ganz schlecht sein sollte. Ich hatte große
Sorge, ob die Dicke sich am Strand nicht vielleicht übernimmt oder
einfach nur eine blöde Bewegung macht und sich wieder den Nerv klemmt -
ihre Rückenprobleme sind eben sehr unberechenbar. Und nachdem es sie
beim letzten Mal so extrem schlimm erwischt hatte... Tausend
Unsicherheiten! Unsere Tierärztin hat uns dann für den Notfall zwei
Spritzen aufgezogen und gezeigt, wie man die Berta wo spritzt und noch
eine kleine Schmerz-Notfallapotheke zusammen gestellt. So gewappnet bin
ich mit den Hunden am Montag, den 03.10. in Richtung Holland
losgefahren. Wir haben Christian am Eißelmeer abgeholt, wo er das
Wochenende mit Freunden segeln war, und sind dann weiter nach Groede
gefahren, das liegt nahe der belgischen Grenze am Meer und hat einen
wundervollen Strand! Nach insgesamt 6 Stunden fahrt kamen wir und vor
allem die Hunde ziemlich steif an...
Am
nächsten Tag gings bei bestem Wetter auf zum Strand und unsere
Hunde waren ausgesprochen begeistert (siehe Urlaubsbericht)!!!
Wir hatten großes Glück mit dem Wetter und bis auf 3 neblige Tage
jeden Tag Sonnenschein und warmes Herbstwetter. Bis auf ein paar Ausflüge
in die umliegenden Städte haben wir den Urlaub gemütlich ruhig
verbracht und haben viele lange Strandspaziergänge unternommen.
Robertas Rücken hat trotz großer Beanspruchung den Urlaub sehr gut überstanden
und sie brauchte keinerlei Schmerzmittel - super!
Trotz
des wirklich schönen Urlaubs waren beide Hunde gestern sichtlich froh,
wieder nach Hause zu kommen! Heute sind beide reichlich müde und träge
und Roberta hat ein wenig Rückenschmerzen, so dass wir es ruhig angehen
lassen.